Russischer Tanker durchquert Arktis in Rekord-Zeit

Ein russischer Tanker hat den Weg nach Ostasien durch die Arktis in Rekordgeschwindigkeit zurückgelegt.

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Ein russischer Tanker ist zum ersten Mal durch die Nordostpassage ohne eine Eisbrecher-Eskorte und in Rekordgeschwindigkeit gefahren. Der russische Super-Tanker Christophe de Margerie brachte eine Fracht verflüssigtes Erdgas (LNG) von Hammerfest in Norwegen nach Boryeong in Südkorea – in einer Rekord-Zeit von nur 19 Tagen, berichtet der Guardian. Damit war das Schiff im Vergleich zur konventionellen Seefahrt durch den Suezkanal um etwa ein Drittel schneller. Auf seiner Jungfernfahrt benutzte der innovative Tanker seinen integralen Eisbrecher, um Eisfelder mit einer Dicke von 1,2 m zu überqueren, wobei er den nördlichen Seeabschnitt der Strecke in der russischen Arktis in einer Zeit von sechseinhalb Tagen durchquerte.

Die Nordostpassage zwischen Sibirien und dem Pazifik ist immer noch für einen Großteil des Jahres für die konventionelle Schifffahrt geschlossen. Im aktuellen Jahr haben nur 15 Schiffe die Nordostpassage durchquert. Doch die russische Regierung prognostiziert, dass das Frachtvolumen auf dieser Passage bis zum Jahr 2020 bis auf das Zehnfache steigen wird. Die Verbindung zum Pazifik verringert die Notwendigkeit der Russen, Gas durch Pipelines nach Europa zu verkaufen. „In den vergangenen Jahren hat es einen stetigen Anstieg des Verkehrs gegeben (…). Es gab immer einen Handel auf dieser Strecke, aber er wurde durch das Eis behindert. Dieser Weg ist eine viel kürzere Alternative als die Suez-Route“, so Bill Spears, Sprecher der Reederei Sovcomflot mit Sitz in St. Petersburg, welcher der Tanker gehört.

Simon Boxall, ein Ozeanograph an der University of Southampton, sagt, dass die Schifffahrtsunternehmen eine „sichere Wette“ beim Bau von Schiffen für die Nordostpassage gemacht haben. Denn dort werde das Eis drastisch abschmelzen. „Auch wenn wir bereits morgen die Treibhausemissionen stoppen könnten, wäre der drastische Verlust des arktischen Eises wahrscheinlich nicht rückgängig zu machen“, so Boxall. Die Ironie sei, dass der Klimawandel auch einen Vorteil habe. Denn die Schiffe, die durch die Nordostpassage in den Pazifik fahren, benötigen weniger Treibstoff als die Schiffe, welche die Route durch den Suezkanal nehmen.

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