Aufträge für deutsche Industrie gehen zurück

Die Aufträge der deutschen Industrie sind im Juli entgegen den Erwartungen vieler Beobachter zurückgegangen.

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Die deutsche Industrie ist mit einem überraschenden Auftragsminus ins Sommerquartal gestartet. Die Unternehmen sammelten im Juli 0,7 Prozent weniger Bestellungen ein als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch in einem Bericht mitteilte. Ökonomen hingegen hatten mit einem Plus von 0,3 Prozent gerechnet, nachdem es im Juni einen Anstieg von 0,9 Prozent gegeben hatte.

Die Aufträge aus dem Inland sanken im Juli um 1,6 Prozent, während die Bestellungen aus dem Euro-Ausland stagnierten. „Positiv ist zu vermerken, dass die Neubestellungen aus dem Nicht-Euro-Ausland im Juli trotz des jüngst stärkeren Euro-Außenwertes nicht gelitten haben“, sagte BayernLB-Experte Stefan Kipar. Hier gab es ein Plus von 0,6 Prozent.

Auf Nachfrage der Deutschen Wirtschafts Nachrichten, wie die Entwicklung der Aufträge aus China, den USA und Russland ausgefallen sei, sagte ein Sprecher des Ministeriums: „Leider liegen uns zu den Nicht-Euro-Staaten keine differenzierten Zahlen vor.“

„Insbesondere die Produzenten von Konsumgütern erhielten weniger Aufträge (-3,0 Prozent), aber auch die Neubestellungen von Investitions- und Vorleistungsgütern fielen geringer aus als im Vormonat“, schreibt das Ministerium in einer Veröffentlichung. In den letzten drei Monaten hätten die deutschen Unternehmen allerdings fast so viele Aufträge eingesammelt wie zuletzt vor Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008. „Die Vorgaben für die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte bleiben insgesamt ordentlich“, sagte Kipar. Skeptischer ist das Bankhaus Lampe. „Einmal mehr bestätigt sich, dass die realen Daten mit der überaus guten Stimmung nicht mithalten“, sagte der Chefökonom vom Bankhaus Lampe, Alexander Krüger.

Beobachter verfolgen insbesondere, ob sich der seit einigen Wochen stärkere Euro in den nächsten Monaten im Auftragsgeschäft der Industrie niederschlägt. „Die kräftigen Zuwächse des Euro haben durchaus das Potenzial im einen oder anderen Industriezweig Bremsspuren zu hinterlassen“, sagte Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank aus Liechtenstein. Die Gemeinschaftswährung hat seit Jahresbeginn rund 14 Prozent zum Dollar zugelegt und lag am Mittwochmorgen bei 1,19 Dollar.

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