Großbritannien erschwert Firmen-Übernahmen durch Ausländer

Die britische Regierung hat neue Hürden gegen Übernahmen heimischer Unternehmen durch ausländische Investoren geschaffen.

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Die britische Premierministerin Theresa May. (Foto: dpa)

Die britische Premierministerin Theresa May. (Foto: dpa)

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Die britische Regierung will Übernahmen heimischer Unternehmen aus der Rüstungs- und Technologiebranche durch ausländische Investoren erschweren. „Es ist richtig, dass die Regierung ihr Fusionssystem regelmäßig überprüft, um entstehende Schlupflöcher zu schließen“, begründete Wirtschafts- und Energieminister Greg Clark am Dienstag den Vorstoß. „Und das tun die Vorschläge im Bereich der nationalen Sicherheit“, wird er von Reuters zitiert.

Sie sehen beispielsweise vor, dass die Regierung Übernahmen schon bei Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab einer Million Pfund unterbinden kann. Bislang lag die Hürde bei 70 Millionen Pfund. Angewendet werden sollen die neuen Regeln auf die Rüstungsindustrie und auf Unternehmen, die im Bereich Quantentechnologie tätig sind oder Computerchips konstruieren.

Großbritannien bleibe trotz dieser Einschränkungen „offen für die Welt und der stärkste Verfechter von Freihandel“, sagte Clark. Seine Regierung folgt mit den strengeren Auflagen anderen Ländern wie den USA und Deutschland, die ebenfalls wegen Sicherheitsbedenken den Übernahmeschutz erhöht haben.

Im September hatte mit Canyon Bridge Capital Partners – ein von China gestützter Fonds – dem Kauf des britischen Chip-Designers Imagination Technologies für 550 Millionen Pfund zugestimmt. Das hatte in der Politik für Kritik gesorgt, zumal US-Präsident Donald Trump dem Fonds zuvor den Kauf eines US-Chipherstellers untersagt hatte.

Durch den Kursverfall des Pfund nach dem Votum für einen EU-Austritt sind britische Unternehmen für ausländische Kaufinteressenten billiger geworden. Seit der Brexit-Entscheidung im Juni 2016 hat es deswegen deutlich mehr Fusionen und Übernahmen in Großbritannien gegeben. Der Wert der Deals stieg nach Daten des Finanzdienstleisters Thomson Reuters um 26 Prozent auf 125 Milliarden Dollar.

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