Weltgrößter Händler: Ölpreise werden 2018 absacken

Der weltgrößte Händler von Erdölprodukten, Vitol, erwartet für das kommende Jahr einen deutlich tieferen Ölpreis.

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Überschüssiges Gas verbrennt in einer Rohölverarbeitungsanlage in Schwedt. (Foto: dpa)

Überschüssiges Gas verbrennt in einer Rohölverarbeitungsanlage in Schwedt. (Foto: dpa)

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Der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Ölhändlers Vitol, Ian Taylor, erwartet ein deutliches Absacken des Ölpreises im kommenden Jahr. 2018 werde der durchschnittliche Preis für Rohöl bei etwa 45 Dollar pro Barrel (159 Liter) liegen, wird Taylor von dem Branchenportal oilprice.com zitiert. Derzeit rangiert Öl der Sorte Brent bei etwa 57,50 Dollar pro Barrel.

Grund für die zu erwartende Schwäche sei eine kräftige Angebotsausweitung durch US-amerikanische Produzenten, welche Rohöl mithilfe der Fracking-Methode fördern. „Ich denke, dass der Preis eher bei 40 Dollar als bei 50 Dollar liegen wird, weil aus meiner Sicht noch eine letzte große Produktionswelle aus den USA kommt, welche die Preise niederdrücken wird“, sagte Taylor. Danach, so Taylor, werden die Amerikaner ihre Förderung wieder zurückfahren müssen, weil viele bei den niedrigen Ölpreisen um 40 Dollar nicht mehr wettbewerbsfähig wären.

Die US-Produzenten haben deutlich höhere Betriebskosten als beispielsweise die Saudis oder Russen und erkaufen sich ihr Bestehen am Markt derzeit noch mit der massiven Aufnahme neuer Schulden.

Im laufenden Jahr nahm die Produktion der Fracking-Unternehmen deutlich zu. Im Januar lag sie täglich bei etwa 8,9 Millionen Barrel, im Oktober bei etwa 9,5 Millionen Barrel. Für das Jahr 2018 rechnet die US Energy Information Administration mit einer durchschnittlichen Tagesförderung von 9,92 Millionen Barrel, wie aus einem ihrer Berichte hervorgeht.

Der französische Ölkonzern Total geht ebenfalls davon aus, dass die Aufnahme neuer Schulden in großem Umfang zu einer neuen Ölschwemme führen könnte. „Wir werden eine weitere Welle an Investitionen bei den Schieferölproduzenten in den USA sehen. Daran besteht kein Zweifel“, sagte der Vorstandsvorsitzende Patrick Pouyanne.

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