Neue Finanzspritze: Russland will um Nord Stream 2 kämpfen

Der russische Gaskonzern Gazprom wird 2018 hunderte Millionen Euro in das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 investieren.

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Ein Arbeiter prüft Rohre für die zukünftige Ostsee-Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 auf einem Lagerplatz im Hafen von Sassnitz-Mukran. (Foto: dpa)

Ein Arbeiter prüft Rohre für die zukünftige Ostsee-Erdgastrasse Nord Stream 2 auf einem Lagerplatz im Hafen von Sassnitz-Mukran. (Foto: dpa)

Die geplante Erdgas-Pipeline. (Grafik: Nord Stream)

Die geplante Erdgas-Pipeline. (Grafik: Nord Stream)

Der russische Gaskonzern Gazprom wird im kommenden Jahr mehrere Milliarden Euro in seine Pipeline-Infrastruktur nach Europa und China investieren. Wie Bloomberg berichtet, hat Gazprom dafür insgesamt rund 802 Milliarden Rubel (etwa 11,6 Milliarden Euro) freigemacht – das sind über 40 Prozent mehr als im laufenden Jahr veranschlagt wurde. Auf das Pipeline-Projekt Nord Stream 2 entfallen 2018 offenbar neue Investitionen in Höhe von 1,52 Milliarden Euro.

Bis August hatten die Teilhaber von Nord Stream 2 – zu denen neben Gazprom auch der deutsche Energiekonzern Uniper sowie die österreichische OMV gehören – rund 30 Prozent der geplanten Gesamtkostenfinanzierung gesichert.

Den Rest will Gazprom auf dem Kapitalmarkt aufnehmen, bekommt derzeit aber Gegenwind aus den USA. Die Regierung in Washington hat Sanktionen gegen das Projekt angedroht, weil dieses den eigenen Ambitionen auf dem europäischen Energiemarkt zuwiderläuft. Die Amerikaner versuchen seit Monaten, mit Lieferungen von verflüssigtem Erdgas (LNG) ihren Einfluss in Europa auszubauen und die Russen zurückzudrängen.

„Noch komplizierter als die Einholung von Baugenehmigungen ist die Frage der Finanzierung, aber das kann nach Erhalt aller Genehmigungen gemacht werden“, wird ein Sprecher von Gazprom von Bloomberg zitiert.

Nord Stream 2 mit einer Transportkapazität von jährlich 55 Milliarden Kubikmetern Gas wird innerhalb der EU kontrovers diskutiert. Mehrere osteuropäische Länder lehnen die Pipeline vehement ab, weil sie eine wachsende Abhängigkeit von Russland befürchten. Auch die EU-Kommission versucht, Einfluss auf das Projekt zu erhalten und fordert deshalb mehr Kompetenzen.

Die dänische Regierung hatte jüngst angekündigt, ihre Hoheitsgewässer für die Pipeline zu sprerren.