Schulden der Amerikaner erreichen neue Höchststände

Die Verschuldung der Amerikaner erreicht einen neuen Höchstwert, die Ersparnisse sind dagegen so gering wie zuletzt vor der Finanzkrise.

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Kreditkarten von Mastercard und Visa. (Foto: dpa)

Kreditkarten von Mastercard und Visa. (Foto: dpa)

Die Zuwachsraten bei den Schulden seit Januar 2016. (Grafik: Federal Reserve System)

Die Zuwachsraten bei den Schulden seit Januar 2016. (Grafik: Federal Reserve System)

Die Zuwachsraten bei den Kreditkarten-Schulden seit 2007. (Grafik: Federal Reserve System)

Die Zuwachsraten bei den Kreditkarten-Schulden seit 2007. (Grafik: Federal Reserve System)

Die Verschuldung der US-Bürger hat einen neuen Höchststand erreicht, der Umfang der Ersparnisse dagegen sinkt und ist derzeit so gering wie im Jahr 2007. Wie aus Daten der US-Zentralbank Federal Reserve hervorgeht, stiegen die gesamten Verbindlichkeiten in den Bereichen Kreditkarten, Auto- und Studentenkredite im November 2017 verglichen mit dem Oktober um 28 Milliarden Dollar auf insgesamt 3,827 Billionen Dollar.

Mit einem Anstieg von 8,8 Prozent verglichen mit November 2016 war dies der höchste Anstieg seit dem Jahr 2001. Die Schulden stiegen damit in etwa viermal so schnell wie die Wirtschaftsleistung der USA im gleichen Zeitraum, berichtet der Finanzblog Zerohedge.

Die Kreditkartenschulden der Amerikaner haben inzwischen ein neues Allzeithoch erreicht. Sie stiegen zwischen Oktober und November um 11,2 Milliarden Dollar auf 1,023 Billionen Dollar. Dies ist nicht nur der höchste jemals von der Fed gemessene Wert, sondern der Anstieg war auch der zweitgrößte jemals gemessene.

Nicht-revolvierende Schulden – hauptsächlich sind dies Studenten- und Autokredite – stiegen im gleichen Zeitraum um 16,8 Milliarden Dollar auf 2,805 Billionen Dollar. Davon entfallen 1,142 Billionen Dollar auf Studentenkredite.

Der Anteil des verfügbaren Einkommens, welcher als Ersparnisse angelegt wurde, erreichte im November mit nur noch 2,9 Prozent den tiefsten Wert seit November 2007. Die geringen Sparquoten haben zur Folge, dass große Teile der amerikanischen Bevölkerung akut von Armut bedroht sind. Verschiedenen Studien zufolge verfügen zwischen einem Drittel und der Hälfte der US-Bürger über praktisch keinerlei Ersparnisse.

Die Verschuldung der Bürger ist für das Wachstum der US-Wirtschaft maßgeblich, weil fast 70 Prozent der Wirtschaftsleistung auf den Binnenkonsum entfallen – welcher zu einem großen Teil über Kredite finanziert wird.

Die Bestrebungen der Federal Reserve, die Geldpolitik zu normalisieren und die Leitzinsen anzuheben, dürfte künftig immer mehr Bürger bei der Zinszahlung und Tilgung ihrer Schulden in Bedrängnis bringen.