Bitcoin: Große Hedgefonds wetten gegen Kleinanleger

An den Terminmärkten für Bitcoin gibt es eine Auffälligkeit. Während kleine Privatanleger eher auf weitere Preissteigerungen wetten, erwarten große Hedgefonds künftig Preisrückgänge.

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Vor einem Monat hat neben der Börse CME Group auch Cboe Global Markets in den USA einen Terminmarkt für Bitcoin gestartet. Nun zeigt sich, dass die kleineren Händler dort vor allem auf künftige Preisanstiege der Kryptowährung wetten. Zugleich wetten Hedgefonds und andere große Anlagegesellschaften mehrheitlich darauf, dass der Preis der weltgrößten Kryptowährung fallen wird. Dies zeigen die Zahlen der US-Rohstoffhandelsaufsicht CFTC.

Bei Händlern mit weniger als 25 Bitcoin-Kontrakten gibt es 3,6 mal so viele Wetten auf einen Preisanstieg wie auf einen Preisrückgang. Ein solcher Kontrakt entspricht einem Bitcoin. Bei gehebelten Fonds hingegen, darunter Hedgefonds und andere Vermögensverwalter, gab es 40 Prozent mehr Short- als Long-Wetten. Und bei anderen Großhändlern gab es sogar 2,6 mal so viele Wetten auf einen Preisrückgang wie auf einen Preisanstieg.

Außerdem geht aus den Zahlen der CFTC hervor, dass konservative Unternehmen wie Banken und Vermögensverwalter sich von dem noch sehr jungen Markt fern halten und fast überhaupt nicht mit Bitcoin-Terminkontrakten handeln, wie das Wall Street Journal berichtet. Die Wetten der großen Player zeigen demnach die Skepsis an der Wall Street im Hinblick auf Bitcoin. Die Terminkontrakte geben ihnen nun die Möglichkeit, auf einen Preisrückgang zu wetten.

Allerdings heißt eine Short-Wette nicht automatisch, dass jemand fallende Preise erwartet. Es ist ebenso möglich, dass jemand mit erheblichen Bitcoin-Beständen sich auf diese Weise gegen einen Preisrückgang absichern will. Wenn dann nämlich der Preis fällt, verlieren zwar die Bitcoin-Bestände an Wert, doch die Short-Wetten steigen. Im anderen Fall, wenn der Preis steigt, gewinnen die Bitcoin-Bestände an Wert, während die Short-Wetten Verluste bedeuten.

Die Handelsvolumina mit Bitcoin-Terminkontrakten bei der CME Group und bei Cboe Global Markets waren trotz der vorangehenden intensiven Berichterstattung über den Handelsstart in den Medien von Anfang an relativ niedrig im Vergleich zum massiv wachsenden Handel an den zahlreichen Bitcoin-Börsen in aller Welt.

Am vergangenen Freitag etwa betrug das gemeinsame Handelsvolumen auf den Bitcoin-Terminmärkten der CME Group und von Cboe Global Markets zusammen lediglich 150 Millionen Dollar. Dies ist sehr wenig vor dem Hintergrund, dass der Wert aller existierenden Bitcoins zu diesem Zeitpunkt bei rund 290 Milliarden Dollar lag, also fast 2.000 mal so umfangreich war.

Ein Grund für die vergleichsweise geringen Handelsvolumina an den Terminmärkten ist die Zurückhaltung vieler Wall-Street-Banken. Banken wie JPMorgan Chase & Co. und Bank of America Merrill Lynch bieten ihren Kunden keinen Zugang zum Handel mit Bitcoin-Terminkontrakten.