Energiewende: Niederlande rüsten Frachtschiffe auf Elektro-Betrieb um

Ein niederländisches Unternehmen führt autonome elektrische Lastkähne in Europa ein.

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3D-Modell der Port-Liner-Frachtschiffe. (Foto: Omega Architekten)

3D-Modell der Port-Liner-Frachter. (Foto: Omega Architekten)

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Lastkraftwagen sind im Transportgewerbe unentbehrlich – genau wie Schiffe, mit denen ein großer Teil der Logistik betrieben wird. Doch wenn es darum geht, die Kohlenstoffdioxid- und Stickstoffoxid-Emissionen aus dem Transportsektor zu reduzieren, gibt es bei dieser Art des Güterverkehrs großen Nachholbedarf.

Schiffe sind, ebenso wie Sattelschlepper und städtische Lieferwagen, seit langem auf Dieselmotoren angewiesen. Zwar sind sie effizient und zuverlässig, emittieren aber jedes Jahr Millionen Tonnen Stickoxide in die Atmosphäre.

Das niederländische Unternehmen Port Liner plant dies zu ändern. Ton van Meegen, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Port Liner, teilte dem Portal „The Loadstar“ mit, dass ab Herbst fünf autonome elektrische Frachtkähne zwischen dem intermodalen Terminal De Kempen im Süden der Niederlande und Antwerpen in Betrieb gehen werden. Sie wurden so entworfen, dass sie die vielen Brücken in den Niederlanden und Belgien passieren können. Von diesen Binnenschiffen wird erwartet, dass sie 23.000 Lastkraftwagen – die meisten davon mit Dieselantrieb – von den Landstraßen verbannen.

Größere Frachtkähne, die bis zu 280 Container befördern können, sollen noch in diesem Jahr zwischen Amsterdam, Antwerpen und Rotterdam in Dienst gestellt werden.

EU fördert Projekt Port-Liner

Die Technologie für die autonomen Schiffe wurde durch eine Investition der Europäischen Union in Höhe von 7 Millionen Euro im Rahmen eines Programms zur Verbesserung der Effizienz der Häfen ermöglicht. Der Antwerpener Hafen investierte 200.000 Euro in das Projekt.

Interessant an den neuen Schiffen ist neben der autonomen Funktionsweise, dass die Batterien in einem eigenen Container montiert sind und somit von bereits in Betrieb befindlichen Schiffen genutzt werden können. „Damit können wir bereits in Betrieb genommene Frachtschiffe nachrüsten, was einen großen Schub für die Umweltfreundlichkeit der Branche darstellt“, sagt van Meegen. „Die Container werden an Land von dem CO2-freien Energieversorger Eneco geladen, die aus Solarenergie und Windkraftanlagen ihre Energien beziehen.“

Ein kompletter Umstieg wird viel Zeit benötigen

Selbst wenn es jetzt die ersten elektrisch betriebenen Schiffe gibt – ein vollständiger Umstieg der Schiffs-Logistik auf Elektroantrieb ist kaum denkbar. „In ganz Europa gibt es rund 7300 Binnenschiffe, von denen mehr als 5000 in Belgien und den Niederlanden im Besitz von Unternehmern sind. Wir können bis zu 500 pro Jahr bauen, aber bei dieser Geschwindigkeit würde es viele Jahre dauern, bis das Transportwesen auf dem Wasser mit grüner Energie arbeitet“, so van Meegen.

Auch Norwegen, das über ein ausgedehntes Netz von Frachtschiffen und Passagierfähren verfügt, treibt Pläne für autonome elektrische Schiffe voran. Desgleichen hat China kürzlich ein elektrisches Frachtschiff auf den Markt gebracht.

Ironischerweise wird es verwendet, um Kohle zu transportieren. Dennoch wird es zumindest Kohle liefern, ohne die Emissionen eines Dieselmotors in die Luft zu blasen. Zwar sind die E-Schiffe noch nicht in der Lage, die Ozeane zu durchqueren, doch die Umwandlung von Küsten- und Binnenschiffen ist ein erster Schritt in die richtige Richtung.