Chinesen spionieren Hauptsitz der Afrikanischen Union aus

Lesezeit: 1 min
29.01.2018 17:07
Chinesische Geheimdienste sollen den Hauptsitz der Afrikanischen Union jahrelang ausspioniert haben.
Chinesen spionieren Hauptsitz der Afrikanischen Union aus

Chinesische Geheimdienste sollen den Hauptsitz der Afrikanischen Union im äthiopischen Addis Abeba ausspioniert haben. Wie Le Monde berichtet, stellten Informatiker der Afrikanischen Union im Januar eines Nachts fest, dass große Datenmengen nach Shanghai transferiert werden, obwohl das Gebäude zu diesem Zeitpunkt geschlossen war.

Wie Le Monde weiter berichtet, soll sich dieser Vorgang jeden Abend wiederholt haben. „Im Januar 2017 stellte die kleine Computereinheit der AU fest, dass ihre Server zwischen Mitternacht und 2 Uhr nachts merkwürdig gesättigt waren. Die Büros waren leer, die Aktivität war praktisch nicht vorhanden, aber die Datenübertragungen waren auf einem Höhepunkt. Ein eifriger Informatiker schaute sich diese Anomalie an und erkannte, dass die internen Daten der AU massiv umgeleitet wurden. Die Geheimnisse dieser Institution, so geht aus mehreren Quellen hervor, fanden sich allabendlich über 8.000 Kilometer von Addis Abeba entfernt auf Servern in der chinesischen Megastadt Shanghai wieder.“

Der Hauptsitz der Afrikanischen Union wurde vor sechs Jahren gestiftet. Er wurde komplett von den Chinesen ausgestattet. Auch die Computersysteme wurden schlüsselfertig geliefert. Die chinesischen Ingenieure haben aber offenbar absichtlich zwei digitale Schwachstellen hinterlassen: Hintertüren, die einen diskreten Zugang zu allen internen Börsen und Produktionen des Unternehmens ermöglichen.

Laut verschiedenen Quellen innerhalb der Institution könnten alle sensiblen Inhalte von China ausgespäht werden. Es würde sich dabei um ein Datenleck handeln, das von Januar 2012 bis Januar 2017 bestand.


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Analysen: Weltwirtschaft so schwach wie am Ende der letzten globalen Rezession

Umfragen der wichtigen Datenanbieter Ifo und IHS Markit zeichnen ein düsteres Bild der Weltwirtschaft. Beiden Instituten zufolge befinden...

DWN
Politik
Politik China baut Griechenland zum europäischen Brückenkopf der Neuen Seidenstraße auf

Chinas Staatschef Xi Jinping hat während seines Besuches weitere Investitionen in Griechenland angekündigt. Mithilfe der Chinesen stieg...

DWN
Politik
Politik Inspekteur der Deutschen Marine: Um abzuschrecken, müssen wir kämpfen können

Die Deutsche Marine hat entbehrungsreiche Zeiten hinter sich: Jahrzehntelang wurde sie in hohem Maße vernachlässigt und finanziell sowie...

DWN
Politik
Politik Bolivien: Morales flieht nach Mexiko, im Land brechen Unruhen aus

Der bolivianische Ex-Präsident Morales ist nach Mexiko ins Exil geflohen. Zuvor wurde er vom Militär unter dem Vorwand der Wahlfälschung...

DWN
Deutschland
Deutschland Windkraft-Krisengipfel in Hannover: Die Politik steht zwischen Unternehmen, Bürgern und Verbänden

Die Windkraftbranche wird derzeit von Nackenschlägen erschüttert. Am vergangenen Freitag hat Enercon einen massiven Stellenabbau...

DWN
Technologie
Technologie Dudenhöffer: „Teslas Pläne sind für die Autobauer gut, für die Bundesregierung ein Problem“

Die Pläne des US-Elektroautoherstellers Tesla zum Bau einer großen Batteriefabrik nahe Berlin wirken sich dem Autoexperten Ferdinand...

DWN
Deutschland
Deutschland Heckler&Koch steht zum Verkauf: BND untersucht dubiose Interessenten

Der deutsche Waffenproduzent Heckler&Koch wird von Schulden bedrückt. Jetzt gibt es Meldungen, dass er verkauft werden soll. An wen, ist...

DWN
Politik
Politik „Die EU darf nicht gegen Amerikaner, Russen oder Chinesen sein. Sie muss mit allen zusammenarbeiten“

Ende Oktober fand in Verona - inzwischen zum zwölften Mal – das Eurasische Wirtschaftsforum statt. Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten...

DWN
Technologie
Technologie Das Wohlstandsversprechen des Technologie-Zeitalters hat sich als Farce entpuppt

Zu Beginn des digitalen Zeitalters wurden Chancengleichheit und Wohlstand für alle propagiert. Davon ist heute nichts mehr zu erkennen,...

DWN
Finanzen
Finanzen Nach Problemen mit Libra startet Facebook neues Bezahlsystem

Politik und Zentralbanken laufen Sturm gegen Facebooks Pläne mit der Kryptowährung Libra. Daher startet das soziale Netzwerk nun das...

DWN
Finanzen
Finanzen ETFs stocken Goldbestände deutlich auf

Börsengehandelte Fonds haben im dritten Quartal ungewöhnlich viel Gold gekauft.

DWN
Politik
Politik Iran legt bei Urananreicherung nach, weil EU das Zahlungsvehikel Instex nicht umsetzt

Der Iran startet mit der Urananreicherung in der Anlage Fordo. Teheran ist wütend, weil die EU das seit Monaten versprochene...

DWN
Deutschland
Deutschland Gewalt gegen Schiedsrichter: Sportgericht sperrt fast komplette Mannschaft von Kreisligist

Ein Sportgericht hat fast die gesamte Mannschaft des Kreisligisten BV Altenessen II wegen einer Hetzjagd auf einen Schiedsrichter gesperrt....

DWN
Politik
Politik Türkei: Gründer der White Helmets tot aufgefunden

Der ehemalige britische Offizier und Gründer der Zivilschutzorganisation White Helmets, James Le Mesurier, wurde in Istanbul tot...

celtra_fin_Interscroller