Finanzen

DAX aktuell auf Höhenflug trotz drohender US-Handelszölle

Der DAX überrascht mit einem starken Anstieg über 24.000 Punkte – und das trotz drohender US-Zölle. Wie reagieren Investoren auf die geopolitischen Spannungen? Und wie stabil ist dieser Aufwärtstrend tatsächlich? Ein genauer Blick zeigt Risiken und Chancen am Aktienmarkt.
07.07.2025 15:25
Aktualisiert: 07.07.2025 15:25
Lesezeit: 2 min
DAX aktuell auf Höhenflug trotz drohender US-Handelszölle
Ein Aktienhändler an der Börse beobachtet die DAX-Kursentwicklung (Foto: dpa). Foto: Boris Roessler

DAX aktuell auf Höhenflug trotz drohender US-Handelszölle

Der DAX-Kurs hat am Montag zeitweise die Marke von 24.000 Punkten überschritten – zum ersten Mal seit Ende Juni. Damit reagierte der deutsche Leitindex erstaunlich robust auf das bevorstehende Ende der Frist im Handelskonflikt zwischen den USA und der EU. Bereits ab Mittwoch könnten laut früheren Aussagen von US-Präsident Donald Trump neue Zölle auf EU-Importe greifen, sollte es zu keiner Einigung kommen. Kurs vor Start an der Wall Street zeigte der DAX-Kurs ein Plus von 0,70 Prozent bei 23.955 Punkten. Damit setzte er sich von der charttechnisch bedeutenden 21-Tage-Linie weiter ab. Bis zum Rekordstand von 24.479 Punkten, der vor etwa einem Monat erreicht wurde, bleibt jedoch noch Spielraum nach oben.

Auch der MDAX legte zu: Der Index mittelgroßer Firmen stieg um 0,81 Prozent auf 30.527,21 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Eurozonen-Benchmark gewann 0,7 Prozent. An der Wall Street wird nach dem verlängerten Feiertagswochenende hingegen ein verhaltener Start erwartet – ein weiteres Signal, wie unsicher die Börse aktuell agiert.

Anleger bleiben trotz Risiken gelassen

"Die Investoren sind derzeit deutlich weniger nervös als noch vor einigen Monaten", analysierten die Experten der Deka Bank. Zwar gehe man davon aus, dass die Zölle dauerhaft bestehen bleiben, doch die US-Regierung scheue sich vor überzogenen Maßnahmen mit kontraproduktiver Wirkung.

Im DAX aktuell verzeichneten Siemens Healthineers zuletzt ein Minus von 0,3 Prozent, Carl Zeiss Meditec verloren 2,9 Prozent, während die Titel von Drägerwerk um 0,6 Prozent stiegen. Der Hintergrund: China reagierte mit Gegenzöllen auf EU-Maßnahmen. Ausgenommen sind Produkte aus China sowie Importe mit weniger als 50 Prozent EU-Anteil, erklärte Analyst Julien Dormois von Jefferies. Parallel dazu bleibt die Gefahr neuer US-Zölle auf europäische Pharmaerzeugnisse bestehen – ein Risiko für den Aktienmarkt.

Analystenkommentare sorgen für Bewegung

Für den Pharma- und Technologiekonzern Merck KGaA ging es mit einem Verlust von 1,9 Prozent ans DAX-Ende. Die Bank Stifel senkte ihr Kursziel deutlich und spricht nun statt einer Kauf- eine Verkaufsempfehlung aus. Analyst Dylan Van Haaften verwies auf Gespräche mit dem Management, die Hinweise auf ein vorzeitiges Patentende für das MS-Medikament Mavenclad (Cladribin) gegeben hätten.

Die Papiere von Krones fielen nach einer Herabstufung um 2,6 Prozent. Die Investmentbank Oddo BHF vergab nur noch eine neutrale Bewertung. Grund dafür seien wenig überzeugende Quartalszahlen des Herstellers von Abfüll- und Verpackungsanlagen – kein Impuls für den DAX-Kurs. Auch Aixtron verzeichnete Verluste: Nach einer gestrichenen Kaufempfehlung von Kepler Cheuvreux sanken die Aktien um 0,8 Prozent. Analyst Ruben Devos schrieb, dass sich die Erholung auf den Hauptmärkten des Chipzulieferers wohl verzögern und weniger sicher sei als bislang angenommen – ein Warnsignal für den gesamten Aktienmarkt.

Bilfinger setzt Rally fort und erreicht Höchststand

Im MDAX war Bilfinger der große Gewinner mit einem Anstieg von 5,8 Prozent – der höchste Stand seit dem Jahr 2014. Die Analysten von Kepler Cheuvreux erhöhten das Kursziel erheblich und sehen weiteres Aufwärtspotenzial für den Industriedienstleister. Damit bestätigte sich die positive Entwicklung im Börsengeschehen und stärkte auch den DAX aktuell in seiner Aufwärtsbewegung.

Trotz geopolitischer Unsicherheiten bleibt die Stimmung am Markt insgesamt konstruktiv. Anleger beobachten weiter aufmerksam, wie sich der DAX aktuell entwickelt – insbesondere angesichts globaler Handelsstreitigkeiten, geldpolitischer Weichenstellungen und firmenspezifischer Nachrichten, die den DAX-Kurs und den gesamten Börsenverlauf beeinflussen. Für die Börse aktuell bleibt das Umfeld komplex, aber auch chancenreich.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umgang mit Cookies: BGH verhandelt zu Cookie-Speicherung – darum geht's
10.10.2026

Der Bundesgerichtshof prüft, ob Unternehmen für das Speichern von Cookies auf fremden Internetseiten ohne Einwilligung haften müssen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uber-Robotaxis in Deutschland: Erst Stellen streichen, dann Jobs versprechen
10.10.2026

Uber streicht Tausende Stellen und verspricht gleichzeitig neue Arbeitsplätze in Deutschland. Was widersprüchlich klingt, folgt einer...

DWN
Finanzen
Finanzen Revolut-Bank greift an: Dieser Fintech-Riese will Europas Banken überholen
10.10.2026

Die Revolut-Bank wächst in einem Tempo, von dem klassische Geldhäuser nur träumen können: fast 70 Millionen Kunden, Milliardenbewertung...

DWN
Technologie
Technologie KI-Prompts für Marketing und Vertrieb: 7 KI-Vorlagen für KMU und Selbstständige
10.10.2026

Fast jedes zweite kleine Unternehmen sieht noch keinen echten Nutzen in KI – dabei liegt der Unterschied oft nur im richtigen Prompt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dacia Sandero Stepway: Europas Bestseller hat ein Sicherheitsproblem
10.10.2026

Europas meistverkauftes Auto kommt nicht von Volkswagen, Toyota oder Peugeot, sondern von Dacia. Der Sandero Stepway punktet mit enormer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kingspan Group-Aktie unter Druck: EU greift nach geplatztem Deal durch
10.10.2026

Ein geplatzter Milliardendeal? Nein, ein gescheiterter Firmenkauf mit teuren Folgen. Weil der irische Baustoffkonzern Kingspan die...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen plant finanzpolitischen Kurs mit großen Einsparungen: Auf den Straßen wächst die Wut
10.10.2026

Frankreich steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Während Zehntausende junge Menschen gegen marode Schulen und fehlende Investitionen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generation Z trifft auf Generation X: Wie ein Eiskaffee zum Karrierekiller werden kann
10.10.2026

Ein Eiskaffee beim Bewerbungsgespräch sollte eigentlich keine große Sache sein. Doch für manche Personalverantwortliche verrät der...