China startet Rohöl-Handel in Yuan

In Schanghai werden Anleger Ende März zum ersten Mal Erdölkontrakte in Yuan handeln können.

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Eine Yuan-Note. (Foto: flickr.com/daviddsteadman/Public Domain)

Eine Yuan-Note. (Foto: flickr.com/daviddsteadman/Public Domain)

Nach jahrzehntelangem Zögern steigt China ab dem kommenden Monat in den Terminhandel am Rohölmarkt ein. Wie die nationale Regulierungsbehörde am Freitag mitteilte, soll der Handel mit Terminkontrakten auf Erdöl und lautend auf die chinesische Währung Yuan am 26. März beginnen. Gehandelt werden die auch als Future bekannten Verträge auf zukünftige Öllieferungen im Finanzzentrum Schanghai. Der Terminhandel soll auch ausländischen Anlegern offenstehen.

Der Schritt, einen chinesischen Terminhandel für Rohöl zu etablieren, ist der erste seit einem gescheiterten Versuch im Jahr 1993. Fachleute sehen darin nicht zuletzt einen weiteren Versuch Chinas, die Bedeutung der Landeswährung Yuan international zu steigern.

Bislang wird Rohöl weit überwiegend in US-Dollar gehandelt, worauf sich das sogenannte Petrodollar-System und damit auch die wirtschaftliche Machstellung der USA insgesamt begründen.

Das Ziel der chinesischen Regierung, den Yuan als international akzeptierte Handelswährung zu positionieren, bedroht die noch immer dominante Stellung des Dollar in der Weltwirtschaft. Wichtige Meilensteine einer globalen Aufwertung des Yuan waren die Aufnahme in die Sonderziehungsrechte des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie die Aufnahme in die Devisenbestände der Europäischen Zentralbank sowie der Bundesbank.

Mit den Erdöl-Terminkontrakten in Yuan positioniert China seine Währung erneut in einer der wichtigsten Branchen der Weltwirtschaft, nachdem vor einiger Zeit erstmals der Goldhandel in Yuan ermöglicht wurde.

Der Handel auf Termin ist die klar dominierende Transaktionsform am internationalen Ölmarkt. Er findet vor allem an Rohstoffbörsen in New York und London statt. Der Käufer eines Futures sichert sich das Recht zu, Erdöl zu einem späteren Zeitpunkt zu einem vereinbarten Preis kaufen oder verkaufen zu können. Der größte Nutzen liegt in der Verringerung von Preisrisiken, die sowohl Käufer als auch Verkäufer treffen können. China ist der größte Rohölnachfrager der Welt, während die USA zu einem der größten Ölförderer aufgestiegen sind.