Finanzen

Risiko für Schuldner: Bank of England kündigt Leitzins-Anhebungen an

Lesezeit: 1 min
12.02.2018 17:15
Die britische Zentralbank dürfte die Leitzinsen im laufenden Jahr erneut anheben. Für Millionen Haushalte bedeutet dies Schwierigkeiten.
Risiko für Schuldner: Bank of England kündigt Leitzins-Anhebungen an

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Trotz der mit dem Austritt aus der EU drohenden Gefahren für die Wirtschaft steuert Großbritannien laut dem Währungshüter Gertjan Vlieghe auf höhere Leitzinsen zu. Die zuletzt stark steigende Zahl von Verbraucherkrediten, Anzeichen für ein Anziehen der Löhne und das kräftige Weltwirtschaftswachstum lieferten Argumente für eine straffere Linie, sagte er am Montag auf einer Finanzkonferenz in London: „Ein weiterer Anstieg der Zinsen ist wahrscheinlich angebracht, falls sich dieser Trend verfestigt. Und wir sind auf dem Weg dahin.“

Der Guardian berichtet, dass weitere Leitzinsanhebungen Millionen von Briten in finanzielle Nöte stürzen könnte. Bereits jetzt könnten Millionen von Haushalten nur mithilfe ständiger Schuldenaufnahme über die Runden kommen, welche sich im Fall einer Straffung der Geldpolitik verteuern würden. Eine Mehrheit der Briten besitzt einer Untersuchung zufolge praktisch keine Ersparnisse oder ist chronisch insolvent.

Die Bank of England (BoE) beließ den Schlüsselsatz zur Versorgung der Geldinstitute vorige Woche in einem einstimmigen Beschluss zwar bei 0,5 Prozent. Sie signalisierte aber, dass sie die Zügel angesichts aufgehellter Konjunkturaussichten „etwas früher und in etwas stärkerem Maße“ anziehen könnte als noch im November erwartet. Damals hatte sie zwei Zinsschritte nach oben binnen drei Jahren angepeilt.

Die BoE hatte den Leitzins Anfang November von dem Rekordtief von 0,25 Prozent auf das jetzt gültige Niveau gehoben – der erste Schritt nach oben seit zehn Jahren. Dabei werde es wohl nicht bleiben, sagte Vlieghe. An den Finanzmärkten wird bereits für Mai mit der nächsten Anhebung gerechnet. Notenbankchef Mark Carney hat allerdings jüngst gewarnt, der für März 2019 geplante Rückzug Großbritanniens aus der EU bleibe eine „Quelle der Unsicherheit“ für den Konjunkturausblick.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Politik
DWN
Politik
Politik China ist überlegen - Europa und die USA müssen dies endlich anerkennen

Der deutsche Ökonom Daniel Gros stellt eine provokante These auf: Chinas Aufstieg hat kaum etwas damit zu tun, dass der Staat die...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzpolitik der USA versinkt im Chaos: Jeder gegen jeden, alle wollen die Macht

DWN-Kolumnist Michael Bernegger analysiert, wie die größte Volkswirtschaft der Welt durch einem finanzpolitischen Machtkampf gelähmt...

DWN
Politik
Politik Über den Umweg EU-Erweiterung: Will sich die Nato noch weiter ausdehnen?

DWN-Kolumnist Ronald Barazon analysiert die Bestrebungen, zwei weitere Länder in die EU aufzunehmen.

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...

DWN
Technologie
Technologie Autonomes Fahren verringert Zahl der Unfälle um 90 Prozent

Die Zahl der Toten und Verletzen sowie der wirtschaftliche Schaden würden massiv zurückgehen.

DWN
Politik
Politik Vor Corona: EU erarbeitete Aktionsplan zur umfassenden Impfung der Bevölkerung

Die EU-Kommission hatte zwei Jahre vor der Corona-Pandemie eine „Roadmap zur Impfung“ für die öffentliche Gesundheit ausgearbeitet....

DWN
Politik
Politik Demonstranten zünden Frankreichs Zentralbank an

Im Verlauf der regierungskritischen Massenproteste in Frankreich haben Demonstranten in Paris das Gebäude der französischen Zentralbank...

DWN
Politik
Politik „Nachhaltige“ Finanzierung und grüne Planwirtschaft: Hinter dem Great Reset stecken Sozialisten im Schafspelz

In nicht allzu ferner Zukunft dürfen Anleger vermutlich nur noch Wertpapiere „nachhaltiger“ Unternehmen kaufen. Die Big Player...

DWN
Technologie
Technologie Durchbruch bei menschlicher Kopf-Transplantation liegt in greifbarer Nähe

In den kommenden Jahren könnte Neurologen und Robotik-Experten zufolge die erste menschliche Kopftransplantation stattfinden. Doch an...

DWN
Deutschland
Deutschland Radio Russkij Berlin: "Wir senden für die größte Migrantengruppe in Deutschland"

"Radio Russkij Berlin" geht für die russischsprachigen Migranten in Deutschland, die mittlerweile eine lukrative Kundengruppe bilden, auf...

DWN
Panorama
Panorama Der Weltraum - Experimentierfeld der Großmächte für Kooperation und Frieden

Während auf der Erde der Gegensatz zwischen Sowjetunion und USA die Menschheit in Atem hielt, arbeiteten beide Seiten im Weltraum schon...

DWN
Politik
Politik Japans Dilemma: Heikler Balanceakt zwischen zwei Supermächten

In der siebten Folge der großen geopolitischen DWN-Serie analysiert Moritz Enders, welch schwierigen Spagat der Inselstaat Japan...

DWN
Deutschland
Deutschland Der ständige Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ treibt die Deutschen zur Weißglut

Der inflationär erhobene Vorwurf der „Verschwörungstheorie“ gegen die Bürger ist hochgefährlich. Die Urheber dieser Kritik bewirken...