Euro-Zone: Mehr Exporte trotz starkem Euro

Die Exporte der Euro-Länder sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen, obwohl der Euro zu anderen Währungen aufwertete.

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Die Exporteure in den Euro-Ländern haben im vergangenen Jahr von der globalen Wirtschaftserholung profitiert. Ihre Ausfuhren in den Rest der Welt stiegen um 7,1 Prozent auf knapp 2,2 Billionen Euro, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Trotz der Euro-Aufwertung gehörten die Exporte damit zu den Konjunkturstützen.

Der Kurs der Gemeinschafswährung legte 2017 um mehr als zehn Prozent zum Dollar zu, was die Waren aus der Euro-Zone in anderen Währungsräumen verteuert. Den meisten Ökonomen zufolge dämpft dies die Wettbewerbsfähigkeit – eine Theorie, die sich hier offenbar nicht bestätigte.

Da auch die Wirtschaft in der Währungsunion wieder kräftiger wächst, zog zugleich die Nachfrage nach Importgütern spürbar an: Die Einfuhren wuchsen um 9,7 Prozent auf gut 1,95 Billionen Euro. Der Handelsüberschuss – die Differenz zwischen Exporten und Importen – summierte sich auf 238 Milliarden Euro. Das ist weniger als 2016 mit rund 265 Milliarden Euro.

Der Überschuss der EU im Warenhandel mit den USA ist im vergangenen Jahr weiter gestiegen. Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte, lag der Wert der Exporte um 120,8 Milliarden Euro über der Summe der Importe aus den Vereinigten Staaten. Der Handelsbilanzüberschuss fiel damit um nochmals 7,7 Milliarden Euro höher aus als im Jahr 2016.

US-Präsident Donald Trump verfolgt eine national ausgerichtete Wirtschaftspolitik unter dem Motto „Amerika zuerst“ und kritisiert regelmäßig die hohen Exportüberschüsse der Europäer. Im Januar warf er der EU „sehr unfaire“ Handelspraktiken vor. Im Visier hat Trump dabei vor allem das wirtschaftsstarke Deutschland, das seit Jahren hohe Exportüberschüsse erzielt.

Die USA hatten jüngst hohe Zölle auf den Import von Solarmodulen und Waschmaschinen verhängt, was aber vor allem China und Südkorea trifft. Die EU hatte daraufhin aber bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht, sollten auch europäische Produkte Handelsbeschränkungen unterworfen werden.

Ein Handelskrieg wäre aber für die EU wenig wünschenswert. Denn die USA sind vor China und der Schweiz der mit Abstand größte Absatzmarkt. Eurostat zufolge wurden im Jahr 2017 Waren im Wert von 375 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten exportiert. Dies waren 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Wert der Einfuhren aus den USA legte dabei gleichzeitig nur um 1,5 Prozent auf 254,2 Milliarden Euro zu.

Im Handel mit allen Ländern außerhalb der EU ging der europäische Überschuss 2017 gleichzeitig zurück. Er fiel laut Eurostat um sieben Milliarden Euro auf 25 Milliarden Euro. Grund war ein anhaltend hohes Handelsbilanzdefizit der Europäer mit China (176 Milliarden Euro) und deutlich ausgeweitete Defizite im Warenaustausch mit den Öl- und Gaslieferanten Russland (58,8 Milliarden Euro) und Norwegen (26,7 Milliarden Euro).