Tesla räumt erhebliche Finanz-Probleme ein

Tesla hat zugegeben, in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken. Außerdem tauchen Unschärfen bei den Umsatzzahlen in der Buchhaltung auf.

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Das Logo von Tesla. Das Unternehmen hat erhebliche Finanz-Probleme. (Foto: dpa)

Das Logo von Tesla. (Foto: dpa)

Der US-Elektroautobauer Tesla hat zugegeben, in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken. Das geht aus dem am Montag vorgelegtem Quartalsbericht von Tesla, dem sogenannten „10-Q“, hervor. Hier schreibt das Unternehmen: „Möglicherweise werden wir zusätzliches Kapital aufbringen müssen. Dieses Kapital wird uns vielleicht nicht zur Verfügung gestellt werden. Wenn wir das Kapital nicht aufbringen können, wird das unter Umständen einen negativen Effekt auf unser Geschäft und unsere Zukunft haben.“ Und weiter: „Möglicherweise werden wir mit unserem Geschäft nicht genügend Einnahmen generieren, um in der Lage zu sein, unseren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Das wird uns möglicherweise dazu zwingen, Investitionen zurückzustellen, Anlagevermögen zu veräußern oder neues Geld zu unvorteilhaften Konditionen aufnehmen zu müssen.“

Der Economist schließt in einer Analyse nicht aus, dass der Automobilhersteller in Richtung Pleite schlittern könnte.

Gleichzeitig gab Tesla zu, dass die von Analysten naturgemäß positiv aufgenommenen Umsatzzahlen des vergangenen Quartals in Höhe von 3,41 Milliarden Dollar zu einem Teil auf einen buchhalterischen Trick zurückzuführen sind. In den Büchern war kein Unterschied zwischen Leasing und Verkauf gemacht worden. Es ist unklar, ob dies aus einen Fehler oder mit Täuschungsabsicht geschehen ist. Allerdings sind solche Fehler geeignet, das Vertrauen bei den Anlegern erheblich zu erschüttern. Positive Quartalszahlen werden immer wieder verwendet, um den Aktienkurs in die Höhe zu treiben – oft auch unter Anwendung von Tricks und Täuschungen. Für ein Unternehmen, das sich mehr Geld beschaffen muss, ist das Auffliegen von solchen Aktionen in der Regel brandgefährlich.

Tesla-Chef Elon Musk hat mittlerweile zugegeben, sich auf der Pressekonferenz von vergangener Woche, in der Tesla zum ersten Mal seine Quartalszahlen präsentierte, „töricht“ verhalten zu haben. Musk hatte Fragen von Journalisten als „unverschämt“ und „nicht cool“ abgetan und sich – anstatt weitere Fragen zu beantworten – lieber einem Youtuber und erklärten Tesla-Fan zuschalten lassen. Danach war der Kurs der Tesla-Aktie um 4,5 Prozent gefallen.

Trotz der Eingeständnisse von Schwierigkeiten gibt sich Tesla weiterhin optimistisch. Nachdem man das Ziel von 5000 produzierten Autos pro Woche erreicht habe, wolle man die 10.000er-Marke in Angriff nehmen, heißt es im Pflicht-Quartalsbericht. Derzeit verlassen rund 2270 Autos pro Woche die Werkshallen.

Vor einem Monat hatte Musk angekündigt, Tesla werde ab dem dritten Quartal 2018 profitabel arbeiten und kein weiteres Kapital mehr aufnehmen. Im Februar 2012 hatte Musk schon einmal gesagt, dass Tesla kein zusätzliches Kapital benötige. Seitdem hat der Autobauer mehr als neun Milliarden Dollar aufgenommen.

Derzeit schreibt das Unternehmen pro Minute 6500 Dollar Verlust. Das sind 9,36 Millionen Dollar am Tag. Seit Beginn des Jahres hat Tesla auf diese Weise 1,188 Milliarden Dollar Verlust gemacht.

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