Steigende Hypotheken-Zinsen bringen US-Amerikaner in Bedrängnis

Die Hypothekenzinsen in den USA steigen seit Jahresbeginn deutlich an. Insbesondere verschuldete Bürger könnten durch das steigende Zinsniveau in Bedrängnis geraten.

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Ein zum Verkauf stehendes Haus in den USA im Jahr 2007. (Foto: dpa)

Ein zum Verkauf stehendes Haus in den USA im Jahr 2007. (Foto: dpa)

Die durchschnittlichen Zinsen für Hypotheken in den USA steigen seit Jahresbeginn deutlich an. Wie Mortgage News Daily berichtet, müssen Kunden mit der höchsten Kreditwürdigkeit mindestens 4,875 Prozent Zinsen für Hypotheken mit 30 Jahren Laufzeit bezahlen. Kunden mit durchschnittlicher Bonität müssen 5 Prozent aufbringen.

Zu Jahresbeginn lagen die Zinsen noch bei etwa 4 Prozent – sie sind innerhalb von viereinhalb Monaten demnach um einen ganzen Prozentpunkt gestiegen. Ein Faktor für die deutliche Verteuerung von Hypotheken ist der Anstieg der Renditen von zehnjährigen US-Anleihen, welche eine Art Signalfunktion für das Zinsniveau zahlreicher Finanzprodukte innehaben.

Der Hauptgrund für den Anstieg ist jedoch die Straffung der Geldpolitik durch die US-Zentralbank Federal Reserve. Zuletzt wurden die Leitzinsen im März auf ein Niveau zwischen 1,5 und 1,75 Prozent gehievt, nachdem sie Ende 2015 noch bei null Prozent lagen. „Letztendlich ist der Grundtenor seit dem vergangenen September der, dass die Zinsen steigen werden. Die Akteure am Finanzmarkt schauen, ob dieser Grundtenor verändert wurde und trotz einiger Möglichkeiten einer geldpolitischen Lockerung (Handelskriege, Aktienverkäufe und gemischte Wirtschaftsdaten) wurde er nicht verändert. Die jetzigen Zinsanstiege unterstreichen den Ausblick steigender Zinsen“, wird ein Analyst von Daily Mortgage News Daily von CNBC zitiert.

„Der Anstieg der Hypothekenzinsen hätte zu keiner unpassenderen Zeit kommen können. Käufer haben schon jetzt Probleme, preiswerte Häuser zu finden während das Angebot in den meisten Märkten auf Rekordtiefs steht. Die Häuserpreise steigen nun so schnell wie seit vier Jahren nicht mehr und zeigen kein Anzeichen von Abkühlung“, schreibt CNBC.

Für Schuldner ist das steigende Zinsniveau in den USA riskant. Viele US-Amerikaner hatten in den vergangenen Jahren ihre Schulden deutlich erhöht und können sich mehreren Studien zufolge höhere Kosten nicht leisten. Das Problem ist zudem für die Volkswirtschaft der USA insgesamt relevant, weil der Konsum rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung ausmachen.

Der Wohnungsmarkt in den USA hat sich im April überraschend abgekühlt. Die Zahl der begonnenen Neubauten fiel um 3,7 Prozent auf eine Jahresrate von 1,287 Millionen, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit 1,31 Millionen gerechnet. Der Bau von Einfamilienhäusern, der einen Großteil des Marktes ausmacht, stagnierte nahezu. Das sehen viele Beobachter als Hinweis dafür, dass sich der Aufschwung am Bau abschwächt.

Ein Mangel an Immobilien sowie höhere Kosten für Baumaterialien hat die Preise für Wohnungen in den vergangenen Monaten hochgetrieben, was viele Käufer abschreckt. Die Zahl der Baugenehmigungen nahm deshalb im April ab, und zwar um 1,8 Prozent auf 1,352 Millionen.