Iran will Öl-Geschäft vor US-Sanktionen schützen

Der Iran will seine Position im Öl-Markt nicht kampflos aufgeben.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic
Iran-Deal: Die größten Importeure iranischen Öls. (Grafik: Stratfor)

Die größten Importeure iranischen Öls. (Grafik: Stratfor)

Der Iran stemmt sich laut Reuters mit Zugeständnissen an die Wirtschaft gegen schärfere US-Sanktionen. Um das Öl-Geschäft vor den Strafmaßnahmen zu schützen, werde künftig privaten Unternehmen die Ausfuhr von iranischem Rohöl erlaubt, kündigte Vizepräsident Eschak Dschahangiri am Sonntag an. „Iranisches Rohöl wird an der Börse angeboten und der Privatsektor kann es exportieren“, sagte er angesichts der im Atomstreit angekündigten neuen Sanktionen. Zugleich warnte Ölminister Bidschan Sanganeh in einem Brief andere OPEC-Mitgliedsstaaten davor, die Einheit des Ölkartells zu unterwandern und forderte dazu auf, alle einseitigen Maßnahmen zu unterlassen.

Jeder, der versuche, dem Iran Marktanteile im Ölgeschäft wegzunehmen, begehe einen großen Verrat an der Islamischen Republik und werde eines Tages dafür bezahlen, sagte Vizepräsident Dschahangiri bei einem Wirtschaftstreffen in Teheran. „Wir wollen Amerikas Versuch abwehren, Irans Öl-Exporte zu stoppen.“ Saudi-Arabien hatte sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zu einer Ausweitung seiner Ölförderung bereiterklärt. Der saudische König Salman habe seiner Bitte zugestimmt, die Ölproduktion „vielleicht um bis zu zwei Millionen Barrel“ zu steigern, erklärte Trump am Samstag per Twitter. Damit sollten Lieferausfälle durch Sanktionen gegen den Iran und Venezuela aufgefangen werden.

Trump warf am Sonntag den OPEC-Staaten vor, die weltweiten Ölmärkte zu manipulieren. In einer Nachrichtensendung des Senders Fox News forderte er das Kartell auf, dies zu beenden. Zugleich warnte er europäische Unternehmen erneut vor Strafmaßnahmen, falls sie weiter Geschäfte mit dem Iran betrieben.

Die USA haben dazu aufgerufen, die Öl-Einfuhren aus dem Iran bis November zu stoppen. Damit will Trump Druck auf das Land ausüben, sich zu Verhandlungen über eine schärfere Nachfolgevereinbarung für das Atomabkommen bereitzuerklären. Die USA haben die 2015 geschlossene Vereinbarung mit dem Iran im Mai einseitig aufgekündigt und schärfere Sanktionen angekündigt, die am 4. November in Kraft treten sollen.

Angesichts fallender Lagerbestände und Forderungen von großen Opec-Kunden wie den USA und China hatte sich die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) vergangenen Monat grundsätzlich auf eine höhere Öl-Produktion geeinigt. Demnach sollen ab Juli Mitglieder des Ölförderkartells und andere führende Öl-Länder wie Russland die Produktion um rund eine Million Barrel pro Tag ausweiten.