China will Staaten über digitale Seidenstraße vernetzen

China investiert in großem Umfang in die digitale Erschließung Eurasiens.

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Mit der Neuen Seidenstraße will China einen weiteren Wirtschaftsraum schaffen. (Illustration: Timo Würz)

Mit der Neuen Seidenstraße will China einen weiteren Wirtschaftsraum schaffen. (Illustration: Timo Würz)

Chinesische Technologie-Unternehmen arbeiten zunehmend am Aufbau einer digitalen Infrastruktur in Asien. Wie CNBC meldet, hat die chinesische Regierung im Zusammenhang mit der „Initiative zur neuen Seidenstraße“ (OBOR) bereits 2015 ein Strategie-Papier mit der Aussage vorgelegt, dass eine stärkere digitale Vernetzung des Reichs der Mitte mit anderen asiatischen Staaten „beiderseitigen Nutzen bringt und eine Win-Win-Situation ergibt“. Seitdem sind chinesische Unternehmen verstärkt dabei, im asiatischen Ausland unter anderem Glasfaser- und Verbindungskabel zu verlegen, Mobilfunknetze aufzubauen und Online-Handelsplattformen zu errichten. Dabei werden auch gemeinsame technische Standards festgelegt, die die Kommunikation und die Zusammenarbeit zwischen China und den anderen beteiligten Staaten vereinfachen sollen. Unter den beteiligten chinesischen Unternehmen sind Privatfirmen wie der Telekommunikations-Gigant Huawei, aber auch Staats-Unternehmen wie der nach Kundenanzahl weltgrößte Mobilfunkanbieter China Mobile sowie China Telecom, das derzeit Glasfasernetze am Polarkreis verlegt.

In den Five Eye-Staaten werden Chinas Aktivitäten mit Argwohn betrachtet. So fürchten die angelsächsischen Geheimdienste um ihr Monopol zur Manipulation und Agitation im Westen.

Es sei sehr gut möglich, dass die Firmen „sozusagen durch die Hintertür Pekings Geheimdienst- und Propaganda-Aktivitäten Vorschub leisten“, heißt es in einer Analyse des von der US-Geheimdienst-Community betriebenen Council on Foreign Relations (CFR). Techniker könnten die Glasfaser heimlich manipulieren, um chinesischen Geheimdiensten Zugang zu Daten zu verschaffen. Die bisherigen Erfahrungen mit China legten nahe, dass Peking zu solchen Maßnahmen greife, wenn sich die Gelegenheit böte.

Laut der britischen Denkfabrik „Economist Intelligence Unit“ könne das neue technische Netzwerk die politische Abhängigkeit der Empfänger-Nationen von Peking in hohem Maße verstärken Die betreffenden Staaten sollten die Umsetzung der Infrastruktur-Projekte beaufsichtigen und kontrollieren und nicht China alleine das Feld überlassen.

„Chinas kommerzielle und geopolitische Ziele sind eng miteinander verknüpft“, schreibt Elsa Kania, Analystin am Australian Strategic Policy Institute. Peking sehe die derzeitige Situation als „einmalige Möglichkeit“, die die großen chinesischen Unternehmen beim Schopfe packen müssten.

Die USA gehen schon seit längerem gegen chinesische Unternehmen vor, die sie der Spionage verdächtigen. Kürzlich legten Kongressabgeordnete beider Parteien Google nahe, seine Zusammenarbeit mit Huawei zu beenden.

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