Deutschland muss mehr Grundkapital für EZB bereitstellen

Der Anteil Deutschlands am Grundkapital der EZB wird im neuen Jahr steigen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und der künftige EZB-Chef Mario Draghi im Jahr 2011 im Kanzleramt in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der künftige EZB-Chef Mario Draghi im Jahr 2011 im Kanzleramt in Berlin.

Das Gewicht der Bundesbank an der Europäischen Zentralbank nimmt zu. Nach einer Neuberechnung steigt der Anteil der deutschen Notenbank am Grundkapital, wie die EZB am Montag in Frankfurt mitteilte. Der neue Kapitalschlüssel soll am 1. Januar 2019 in Kraft treten. Ingesamt nimmt bei 16 nationalen Notenbanken der Anteil zu, bei zwölf sinkt er. In die Berechnung werden alle EU-Länder einbezogen. Allerdings müssen nur die Euro-Notenbanken ihren Anteil auch voll einzahlen.

Die EZB überprüft den Kapitalschlüssel alle fünf Jahre. Allerdings steht die nächste, außerordentliche Neuberechnung womöglich schon in Kürze an, wenn Großbritannien aus der EU ausscheidet. Der Kapitalschlüssel orientiert sich an der Wirtschaftsleistung und Bevölkerungszahl. Entsprechend entfällt auf die Bundesbank – die Notenbank der größten EU-Volkswirtschaft – auch der stärkste Anteil. Er steigt nun von 17,997 auf 18,367 Prozent. Für Italien sinkt er hingegen von 12,311 auf 11,802 Prozent, was auch mit der schwächeren Konjunktur des Landes zusammenhängt. Für Spanien und Portugal gehen die Anteile ebenfalls zurück.

Die Änderung wird wirksam, wenn die EZB zugleich ihre jahrelangen Anleihenkäufe einstellen will. Der Schlüssel ist eines der Grundgerüste der Transaktionen, die bis zum Jahresende ein Volumen von 2,6 Billionen Euro erreicht haben dürften. Der Kapitalschlüssel wird zur Berechnung herangezogen, wie groß der Umfang der Käufe für die einzelnen nationalen Euro-Notenbanken ist. Ab Januar 2019 sollen nur noch auslaufende Titel ersetzt werden. Auch hierbei wird der Schlüssel eine wichtige Rolle spielen.