Nach geplatzter Fusion

Commerzbank: “Wir sind alleine stark genug”

Die Commerzbank behauptet nach der geplatzten Fusion mit der Deutschen Bank, dass sie “alleine stark genug" sei. Sie werde sich künftig auf Privatkunden und den Mittelstand konzentrieren.

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Martin Zielke, Vorstandschef der Commerzbank, war zuvor Chef für das Privatkundengeschäft der Commerzbank. (Foto: dpa)

Martin Zielke, Vorstandschef der Commerzbank. (Foto: dpa)

Die Commerzbank gibt sich trotz des Abbruchs der Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank selbstbewusst. Die Bank sei nach Angaben des Commerzbank-Chefs Martin Zielke “alleine stark genug”. Die Strategie mit der Konzentration auf Privatkunden sowie Mittelstand und Firmenkunden funktioniere. “Die Bank ist auf jeden Fall stark genug, um zu wachsen und um dieses Geschäft entsprechend hier weiter auszubauen”, sagte Zielke der „Welt am Sonntag”. Wenn sich die Commerzbank als Förderer des Mittelstands betätigen möchte, wäre das im Sinne zahlreicher Unternehmen, zumal dem Mittelstand in der Eurozone 400 Milliarden Euro an Krediten fehlen.

“Das zeigen auch die Zahlen für das erste Quartal: Wir sind im Geschäft mit unseren neuen Kunden gut vorankommen und wachsen weiterhin”, zitiert die dpa Zielke. Das Privatkundengeschäft habe “seine sehr positive Entwicklung fortgesetzt” und auch im Firmenkundengeschäft sehe das Institut Fortschritte. Die Zahlen für die ersten drei Monate 2019 legt die Commerzbank am kommenden Mittwoch vor.

Analysten rechnen für das erste Quartal mit einem operativen Ergebnis von 217 Millionen Euro. Unter dem Strich dürfte demnach ein Gewinn von etwas mehr als 100 Millionen Euro stehen. Vor einem Jahr war das operative Ergebnis des Konzerns mit 289 Millionen Euro um gut zwölf Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums geblieben. Dank einer niedrigeren Steuerlast konnte die Commerzbank dennoch einen Gewinnrückgang vermeiden – und wies mit 250 Millionen Euro sogar einen um neun Prozent gesteigerten Überschuss aus.

Die Bundesregierung ist mit 15,5 Prozent der größte Anteilseigner der Bank. Sie hatte die geplante Fusion zwischen ihr und der Deutschen Bank unterstützt. Die EZB hatte die geplante Fusion mit Argwohn beäugt.