Finanzen
Nationen-Vergleich

Studie: Griechen kommen in Deutschland leichter an Kredite als Deutsche

Die Analysegesellschaft Verivox hat untersucht, welche Staatsangehörigen in Deutschland besonders leicht Kredite bekommen.
27.08.2019 13:26
Lesezeit: 1 min

Grundsätzlich kann jeder Erwachsene, der in Deutschland lebt und sein Konto hat, hier auch einen Kredit aufnehmen. Griechen sind bei deutschen Banken als Kreditnehmer dabei besonders beliebt. Türken beantragen im Schnitt die höchsten Beträge, Kroaten fragen besonders oft Kredite an. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von Verivox zum Kreditverhalten von Verbrauchern verschiedener Nationalitäten.

Griechen erhalten am häufigsten ein Angebot

Griechen haben als Kreditnehmer bei Banken einen guten Stand. Von den griechischen Interessenten erhielten 73 Prozent ein oder mehrere Bankangebote. Deutsche Antragsteller erhalten in 72 Prozent aller Fälle mindestens ein Kreditangebot von einer Bank.

Unter den ausgewerteten Nationalitäten haben es Bulgaren schwer, ein Kreditangebot zu erhalten. 58 Prozent der bulgarischen Kreditinteressenten erhielten mindestens ein Angebot.

„Griechen und Deutsche werden von Banken besonders häufig als Kreditnehmer akzeptiert, weil diejenigen, die einen Kredit wollen, vergleichsweise über ein hohes Einkommen verfügen“, erklärt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Das Einkommen ist für Banken eines der wichtigsten Kriterien zur Einschätzung der Bonität.“ Mit durchschnittlich 1.952 Euro verfügen die deutschen Kreditinteressenten in der Auswertung über das höchste Nettoeinkommen. Türken und Griechen verdienten im Schnitt ebenfalls über 1.900 Euro.

Türken und Griechen beantragen die höchsten Kredite

Wer gut verdient, kann auch höhere Darlehenssummen finanzieren. Im Schnitt beantragen Türken mit rund 19.700 Euro die höchsten Ratenkredite. Griechen folgen mit über 1.000 Euro Abstand auf Platz 2. Sie wollen sich im Schnitt etwa 18.400 Euro leihen. Am niedrigsten sind die gewünschten Kreditsummen bei Polen (ca. 13.800 Euro) und Bulgaren (ca. 14.300 Euro) – beides Nationalitäten mit vergleichsweise geringem Durchschnittsverdienst.

Kroaten wollen sich besonders oft Geld leihen

Trotz ihrer guten Bonität und der hohen Akzeptanz als Kreditnehmer beantragen Griechen nicht oft Kredite. Im Verhältnis zu ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung sind sie bei den Kreditanfragen über Verivox um 32 Prozent unterrepräsentiert. Besonders häufig wollen sich Kroaten Geld leihen. Sie fragen 22 Prozent häufiger Kredite an als der Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Auch Deutsche sind überdurchschnittlich häufig unter den Kreditinteressenten (6 Prozent über Gesamtschnitt).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Anleger wägen SpaceX-Schritt ab, während die Wall Street boomt
09.10.2026

Wie ein überraschender Deal die Kräfteverhältnisse an der Börse nachhaltig verschiebt.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Finanz Informatik: Der unsichtbare Riese hinter der Sparkassen-Digitalisierung
09.10.2026

Vom Online-Banking bis zu Wertpapiergeschäften – die Finanz Informatik digitalisiert 338 Sparkassen und betreut rund 114 Millionen...

DWN
Politik
Politik Brüssel schlägt vor: weniger Kommissare, weniger Vetos, mehr Schutzklauseln und 15 Jahre Kontrolle neuer Mitglieder
09.10.2026

Die Europäische Kommission will in den bisherigen Mitgliedstaaten Unterstützung für die Erweiterung gewinnen, da dort Sorgen über die...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Sechs Gründe, warum die Micron-Aktie zum Kauf einlädt
09.10.2026

Das Problem besteht nicht darin, einen Grund für den Kauf zu finden, sondern sich zu vergewissern, dass man davon nicht bereits zu viel im...

DWN
Politik
Politik Per Haftbefehl gesucht: Mehr als 148.000 offene Haftbefehle in Deutschland
09.10.2026

Warum bleiben Tausende Haftbefehle in Deutschland offen? Welche Rolle spielen Ersatzfreiheitsstrafen und die Staatsangehörigkeit dabei?

DWN
Unternehmen
Unternehmen Entstehung eines Mega-Reeders stockt: Israel hat ZIM-Übernahme noch nicht genehmigt
09.10.2026

Hapag-Lloyd will mit der Übernahme von ZIM einen der größten Deals seiner Geschichte abschließen. Doch Israel hat dem 4,2 Milliarden...

DWN
Politik
Politik DWN-Podcast Folge 46: Die Woche im Rückblick – KW 41
09.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Führerscheinreform: Führerschein könnte bis zu 1.000 Euro günstiger werden
09.10.2026

Wie viel spart man wirklich durch die Führerscheinreform? Verkehrsminister Steffen Bilger nennt erstmals konkrete Zahlen – und erklärt,...