Tengelmann will rasch Offerten für Supermärkte einsammeln

 

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18.10.2016 14:32
Tengelmannchef Haub will die Auflösung von Kaiser's Tengelmann vorantreiben. Interessierte Unternehmen können nur noch eine Woche um die angeschlagenen Filialen bieten.
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Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub treibt die Vorbereitungen für eine Zerschlagung von Kaiser's Tengelmann voran. Unternehmen, die Filialen der defizitären Supermarktkette in NRW übernehmen wollen, müssen bis Mittwoch in der kommenden Woche ihr Interesse bekunden, sagte der Betriebsratschef in Nordrhein-Westfalen, Rainer Schroers, am Dienstag nach Gesprächen mit dem Management der Nachrichtenagentur Reuters. "Das sind keine guten Nachrichten für die Beschäftigten." Von Tengelmann war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Die Offerten sollen ausgewertet werden, danach sollen Verhandlungen über den Verkauf beginnen, sagte Schroers weiter. Die Belegschaft sei aufgefordert worden, in Gespräche über einen Sozialplan einzutreten. Gleichzeitig wolle Tengelmann aber weiter daran arbeiten, den ursprünglich geplanten Verkauf an Edeka doch noch möglich zu machen. "Wir hoffen weiter, dass Kaiser's Tengelmann als Ganzes veräußert wird", sagte Schroers. Damit ließen sich die Stellen erhalten. Auch Kanzlerin Angela Merkel hatte ebenso wie Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel weitere Gespräche zur Rettung der Arbeitsplätze gefordert. Haub, zu dessen Tengelmann-Gruppe unter anderem auch der Textildiscounter Kik und die Obi-Baumärkte gehören, hatte prognostiziert, dass im Falle einer kompletten Zerschlagung rund 8000 der über 15.000 Arbeitsplätze auf der Kippe stehen.

Haub hatte Kaiser's Tengelmann vor zwei Jahren eigentlich an den Branchenprimus Edeka veräußern wollen. Dem schob das Bundeskartellamt aber einen Riegel vor. Wirtschaftsminister Gabriel versuchte, das Veto des Kartellamts per Ministererlaubnis auszuhebeln. Doch scheiterte er damit an Klagen von drei Edeka-Konkurrenten vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Gespräche der Supermarktchefs über eine Rücknahme der Klagen sowie Kompensationen für Rewe, Norma und Markant waren in der vergangenen Woche ohne Ergebnis beendet worden. Kaiser's-Tengelmann-Arbeitnehmer wollen nun an diesem Mittwoch und Donnerstag vor den Zentralen von Norma und Markant protestieren, sagte Schroers.

 


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