Politik

Italien meldet drastischen Anstieg von Migranten aus Afrika

Lesezeit: 1 min
29.10.2016 00:11
Italien verzeichnet einen drastischen Anstieg der Flüchtlinge aus Afrika. Die Lega Nord ruft die Polizei zum Aufstand auf.
Italien meldet drastischen Anstieg von Migranten aus Afrika

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der Druck auf die Migrationsrouten wird durch am Donnerstag veröffentlichte Zahlen des italienischen Innenministeriums untermauert: Laut AFP erreichten allein im laufenden Oktober 26.161 Flüchtlinge Italiens Küsten. Fast alle stammten demnach aus Westafrika und dem Horn von Afrika. Mit jetzt schon 159.000 Ankünften ist der Rekordwert von 2014 nicht mehr weit, als im Gesamtjahr 170.000 Menschen Italien erreichten.

Bei einer Kundgebung vor einer Kaserne in Mailand, wo 300 Flüchtlinge aufgenommen werden sollen, rief der Chef der Lega Nord, Matteo Salvini, die Polizei am Donnerstag zum Aufstand auf. Die Partei führt sein Monaten eine Kampagne gegen die "Diktatur der Willkommenskultur".

Am Montag hatten Bewohner des 700-Einwohner-Dorfs Gorino in der Po-Ebene Barrikaden errichtet, um die Unterbringung von zwölf weiblichen Flüchtlingen zu verhindern. Innenminister Angelino Alfano ordnete daraufhin an, die Frauen in anderen Gemeinden untrzubringen.

Seit Jahresanfang sind weltweit mindestens 5238 Flüchtlinge und Migranten auf dem Weg zu ihrem Zielort getötet worden. Das entspreche 951 zusätzlichen Toten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, teilte die Internationale Organisation für Migration (IOM) am Freitag in Genf mit. Somit stieg die Opferbilanz um fast ein Fünftel. Allein 3930 Menschen starben nach IOM-Zählung auf dem Weg übers Mittelmeer in Richtung EU.

Die IOM-Zahlen liegen über dem Wert von 3800 Mittelmeer-Toten, den das UN-Flüchtlingswerk UNHCR am Mittwoch veröffentlicht hatte. Doch auch in der UNHCR-Statistik markiert diese Zahl einen Höchstwert. Insgesamt wagten in diesem Jahr laut IOM fast 330.000 Menschen die gefährliche Überfahrt nach Europa. Allein in dieser Woche seien 280 Menschen auf dem Weg von Libyen nach Italien gestorben.

Dem Bericht zufolge starben zudem 500 Menschen in Lateinamerika auf der Reise in die wohlhabenderen Nordstaaten. Haupttodesursachen seien Verdursten, Verkehrsunfälle und Gewalt. Von drei Fünftel der Menschen, die auf der Flucht sterben, werden laut IOM die Leichen nie gefunden.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Panorama
Panorama US-Präsident Joe Biden im Gesundheitscheck: Verschleiß, Atemmaske und steifer Gang
29.02.2024

Mit 81 Jahren ist Joe Biden der älteste aktive US-Präsident aller Zeiten. Ist er fit genug für einen der härtesten Jobs der Welt? Sein...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Konjunktur bleibt schwach: Arbeitslosigkeit steigt im Februar leicht
29.02.2024

Im Februar waren in Deutschland mehr Menschen arbeitslos. Der Grund für den leichten Anstieg der Arbeitslosen ist die schwache Konjunktur...

DWN
Politik
Politik Lieferkettengesetz scheitert vorerst im EU-Rat - Wirtschaft erleichtert
29.02.2024

Das EU-Lieferkettengesetz scheitert vorerst erneut im EU-Rat. Der deutsche Mittelstand kann sich darüber freuen. Zuletzt hatte es an dem...

DWN
Politik
Politik Nimmt Putin auch noch Moldau ins Visier? Separatisten in Transnistrien bitten Russland um Schutz
28.02.2024

Lange schon befürchtet EU-Beitrittskandidat Moldau eine russische Aggression im Separatistengebiet Transnistrien, das an die Ukraine...

DWN
Politik
Politik Expertengutachten: Bürokratie und KI-Angst hindern Deutschland bei Forschung & Entwicklung
28.02.2024

Wie ist es um den Standort Deutschland in Sachen Wissenschaft und Technologie bestellt? Jährlich gibt es dazu ein Gutachten, das diesmal...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien-Trading: So funktionieren Long- und Short-Wetten
28.02.2024

Beim Aktienhandel können Anlegern einzigartige sowohl von steigenden als auch fallenden Kursbewegungen profitieren. Der folgende Artikel...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mittelstands-Krise: Innovationskraft lässt zu wünschen übrig
28.02.2024

Die Innovations-Anstrengungen der KMUs stagnieren seit geraumer Zeit und bremsen damit mittelfristig die Wirtschaft. Vor allem der...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Energiepreisentwicklung in Deutschland: So viel muss ein Durchschnittshaushalt mehr bezahlen als vor drei Jahren
28.02.2024

Strom, Heizen, Tanken - die Preise liegen nach einer Expertenanalyse deutlich höher als vor drei Jahren. Für Verbraucher wie Unternehmen...