Finanzen

Allianz: Pimco meldet Zufluss von Geldern

Lesezeit: 2 min
11.11.2016 17:27
Die Allianz hat im dritten Quartal einen überraschend hohen Gewinn bekanntgegeben. Die Konzerntochter Pimco nahm erstmals seit Langem wieder Gelder ein.
Allianz: Pimco meldet Zufluss von Geldern

Allianz-Aktien stiegen am Freitag deutlich im Kurs. Der Gewinn des Unternehmens stieg im dritten Quartal deutlich, so dass das Jahresziel in greifbare Nähe rückt: Europas größter Versicherer peilt ein operatives Ergebnis von zehn bis elf Milliarden Euro an, wie Finanzchef Dieter Wemmer am Freitag laut Reuters bekräftigte. Nach neun Monaten sind es acht Milliarden. Größter Erfolg: Die US-Fondstochter Pimco kann sich erstmals seit gut drei Jahren wieder über Mittelzuflüsse freuen. Wemmer sprach vorsichtig von einer "Aufbruchstimmung" bei dem kalifornischen Anleihehaus - und hofft, dass sich der Trend trotz des Regierungswechsel in den USA fortsetzt. Noch sei völlig unklar, wie sich gerade die großen Investoren mit Blick auf den künftigen republikanischen Präsidenten Donald Trump mit ihren Geldern positionierten. Experten sind sich uneins darüber, was der Wahlausgang für die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Fed bedeutet, für viele ist eine schnelle Zinserhöhung erst einmal vom Tisch.

An der Börse überwog zum Wochenausklang der Optimismus: Mit einem Plus von drei Prozent war die Allianz-Aktie zeitweise größter Dax-Gewinner. Dazu trug auch bei, dass sich neben der Dividende ein zusätzlicher Geldregen für die Anleger abzeichnet: Die Allianz will im großen Stil Aktien zurückkaufen, wie Wemmer bekräftigte. Der Konzern habe rund 2,5 Milliarden Euro auf der hohen Kante, die eigentlich für Zukäufe gedacht gewesen seien. Dass sich hier bis Jahresende noch etwas tue, glaube er aber nicht: "Der M&A-Markt ist nicht besonders aktiv." Insbesondere in der Vermögensverwaltung schielt der Konzern nach früheren Angaben auf Übernahmegelegenheiten.

Im dritten Quartal schnitt die Allianz besser ab, als Analysten erwartet hatten: Der operative Gewinn legte um 18 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zu, der Überschuss sogar um 37 Prozent auf 1,9 Milliarden. "Unsere Bemühungen, das Geschäft in einem sehr schwierigen Umfeld weiterzuentwickeln, zahlen sich aus", erklärte Wemmer.

Der seit anderthalb Jahren amtierende Vorstandschef Oliver Bäte ist seit einiger Zeit dabei, unrentable Geschäftsbereiche im Ausland abzustoßen - auch mit Verlust - und den Konzern digitaler zu machen. Zum Halbjahr hatten diese Umbauarbeiten noch einige Bremsspuren in der Bilanz hinterlassen. Von Juli bis September gab es solche Sonderbelastungen nicht. Stattdessen boomte das Geschäft mit der Lebens- und Krankenversicherung - allein hier gab es einen Ergebnissprung um mehr als die Hälfte, was auch florierenden Kapitalanlagen geschuldet war.

In der Schaden- und Unfallversicherung profitierte die Allianz davon, dass es zuletzt weniger Naturkatastrophen und Großschäden gegeben hatte. Das hatte sich in dieser Woche schon bei Münchener Rück und Hannover Rück gezeigt. Auch Hurrikan "Matthew", der im Oktober über die Karibik und Teile der USA gezogen war, macht die Allianz für das Schlussquartal nicht nervös. Wemmer rechnet mit einer "winzigen" Gesamtbelastung von etwa 20 Millionen Euro.

In der Vermögensverwaltung stagnierte der Quartalsgewinn zwar. Allerdings laufen dem US-Fondshaus Pimco - das den Großteil der Sparte ausmacht - nicht mehr die Kunden weg: Die Nettomittelzuflüsse lagen bei 4,7 Milliarden Euro. Der Mutterkonzern dürfte aufatmen, hatte er Pimco doch als Ziel vorgegeben, dass die Abflüsse bis Jahresende gestoppt werden müssten. Dass jetzt schon jeden Tag alles gut sei, glaube er nicht, sagte Wemmer. Pimco sei aber auf dem richtigen Weg und der neue Chef Emmanuel "Manny" Roman, der vom Hedgefonds Man Group kommt und bei Pimco in diesem Monat übernommen hat, werde das Fondshaus erfolgreich in die Zukunft steuern. Im Fokus stehen weiter auch Kostensenkungen.

Pimco, seit Jahrzehnten spezialisiert auf festverzinsliche Wertpapiere, war vor mehr als drei Jahren in die Krise gerutscht. Erst lieferten die Fonds im Niedrigzinsumfeld nicht mehr die erhofften Renditen. Später kamen Personalquerelen hinzu, Gründer Bill Gross ging im Streit. Das alles kostete vorübergehend Vertrauen. Insgesamt verwaltete die Allianz nun per Ende September ein Vermögen von fast 1,9 Billionen Euro, davon 1,3 Billionen für externe Kunden.

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