Politik

USA legen Veto bei Kauf von Aixtron durch Investor aus China ein

Lesezeit: 1 min
20.11.2016 03:19
Die US-Behörde CFIUS hat mitgeteilt, dass es ungelöste nationale US-Sicherheitsbedenken gegen den Zusammenschluss gebe. Sollte der Deal nicht abgesagt werden, will die Behörde die Transaktion verbieten lassen.
USA legen Veto bei Kauf von Aixtron durch Investor aus China ein

Mehr zum Thema:  
China > USA >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
China  
USA  

Gegen die umstrittenen Übernahmepläne des deutschen Chipanlagen-Bauers Aixtron durch einen chinesischen Investor gibt es nun auch politischen Widerstand in den USA. Die US-Behörde CFIUS habe beiden Firmen mitgeteilt, dass es ungelöste nationale US-Sicherheitsbedenken gegen den Zusammenschluss gebe, teilte Aixtron am Freitagabend mit. Deshalb sei Aixtron nahe gelegt worden, das Fusionsvorhaben aufzugeben. Andernfalls werde dem US-Präsidenten, der in der Sache das letzte Wort hat, empfohlen, die Freigabe nicht zu erteilen. Der Investor Grand Chip Investment (GCI) und Aixtron hätten aber entschieden, der Rücknahmeempfehlung nicht zu folgen. Der US-Präsident habe nun 15 Tage Zeit, über das Vorhaben zu entscheiden. GCI und Aixtron würden weiter aktiv im Verhandlungswege nach Möglichkeiten suchen, die US-Sicherheitsbedenken auszuräumen.

Grand Chip will den angeschlagenen Chipanlagenbauer aus Nordrhein-Westfalen für 676 Millionen Euro kaufen. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte aber im Oktober eine bereits erteilte Genehmigung des Vorhabens zurückgezogen und eine monatelange Prüfung angekündigt. Auslöser sollen Medienberichten zufolge US-Geheimdienste gewesen sein, die die hiesige Behörde über einen möglichen militärischen Einsatz der Halbleiter informiert hätten, die auf Aixtron-Anlagen produziert werden. Das Ministerium hatte lediglich erklärt, es habe bis dahin nicht bekannte sicherheitsrelevante Informationen erhalten. Aixtron hatte indes mögliche Sicherheitsbedenken zurückgewiesen und erklärt, 30 Jahre lang seien für Aixtron-Anlagen Exportgenehmigungen erteilt worden. In China stünden heute hunderte solcher Anlagen, die von Aixtron und auch dem US-Konkurrenten Veeco stammten.

Die US-Behörde FCIUS hat die Aufgabe, Übernahmen mit Blick auf Folgen für die nationale Sicherheit zu prüfen. Experten zufolge kommt es nur sehr selten vor, dass sie Fusionsvorhaben unmittelbar stoppt. Üblicherweise werden die beteiligten Firmen über den Widerstand der Behörde informiert und ziehen dann selbst den Antrag auf Genehmigung der Übernahme zurück.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
China > USA >

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Strompreis steigt auf Rekordhoch, verdoppelt sich in zwei Monaten

An der Terminbörse hat sich der Strompreis für Deutschland innerhalb eines Jahres versechsfacht. Teure Energie droht ganz Europa in die...

DWN
Finanzen
Finanzen Simbabwe: Goldmünzen sollen den Dollar ersetzen

Goldmünzen, die Simbabwe im Kampf gegen die Inflation als offizielles Zahlungsmittel eingeführt hat, sollen bald auch in kleineren...

DWN
Termine
Wichtige Termine Europa: Schlimmste Dürre seit einem halben Jahrtausend

Eine der größten Dürren seit 500 Jahren sucht die einzelnen Länder Europas heim und sorgt für eine sich immer stärker ausbreitende...

DWN
Finanzen
Finanzen Lohnen sich Hedgefonds für Privatanleger?

Hedgefonds gelten als Königsklasse der Investments und versprechen hohe Gewinne. Doch es gibt auch Schattenseiten.

DWN
Deutschland
Deutschland Energie-Krise: Gasumlage wird Inflation weiter nach oben treiben

Auf Gaskunden in Deutschland kommen ab Herbst deutliche Mehrkosten zu. Die Höhe der staatlichen Gasumlage wird bei 2,4 Cent pro...

DWN
Politik
Politik Lettland und Estland steigen aus China-Forum aus

Lettland und Estland steigen aus dem im Jahre 2012 ins Leben gerufenen Kooperationsforum aus.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Henkel steigert Umsatz - Gewinn bricht allerdings ein

Der Konzern mit Hauptsitz in Düsseldorf wartet trotz eines schwierigen Umfeldes mit einer guten Umsatzentwicklung auf.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lidl & Rewe: Harte Brüche im Geschäftsgebaren

Die zwei Lebensmittelhändler ändern ihre Strategie und versuchen über neue Wege auf die derzeitigen Marktbedingungen eine Antwort zu...