Unternehmen

Konkurrenz für Uber: VW startet Carsharing-Programm

Lesezeit: 1 min
06.12.2016 11:37
Volkswagen greift mit „Moia“ das Milliardengeschäft der Mobilitätsdienste an. Bisher ist der Markt jedoch kaum profitabel.

Mehr zum Thema:  
Auto >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Auto  

Volkswagen treibt den Ausbau von Mobilitätsdiensten wie Carsharing und die Vermittlung von Fahrdiensten voran und fasst diese in einer neuen Marke zusammen. Unter dem Namen „Moia“ will Europas größter Autokonzern in den nächsten Jahren zu einem führenden Anbieter aufsteigen. Bis 2025 wollen die Wolfsburger einen „substanziellen Teil“ des Konzernumsatzes von zuletzt mehr als 200 Milliarden Euro mit den neuen Diensten machen. „Wir wollen mit Moia beweisen, dass innovative Mobilitätslösungen auch außerhalb des Silicon Valleys möglich sind“, sagte „Moia“-Chef Ole Harms am Montag auf der Technologiekonferenz „Tech Crunch Disrupt“ in London.

Die Automobilindustrie befindet sich in einem rasanten Wandel. „In den großen Ballungsräumen auf der Welt gibt es einen immer stärkeren Trend weg vom reinen Besitzen hin zum Teilen von Mobilität sowie von Mobilität auf Abruf“, sagte Volkswagens Strategiechef Thomas Sedran. „Auch wenn künftig nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen wird, wollen wir mit Moia dazu beitragen, dass jeder auf die ein oder andere Art Kunde unseres Unternehmens sein kann“, fügte Konzernchef Matthias Müller hinzu.

Digitale und vernetzte Mobilitätsdienstleistungen nehmen einen immer größeren Stellenwert ein und versprechen hohe Wachstumsraten. Das fing vor einigen Jahren mit dem Carsharing an, inzwischen basteln BMW und Daimler an Plattformen für mehrere Dienste, mit denen Kunden möglichst schnell von A nach B kommen sollen. Nach Einschätzung von Experten wird dieses Feld im nächsten Jahrzehnt zu einem Milliardengeschäft, um das sich Autokonzerne mit Größen aus der IT- und Internetbranche wie Uber, Google und Apple reißen werden. Bisher ist dieses Geschäft zumeist allerdings kaum profitabel.

Volkswagen hat sich bereits mit 300 Millionen Euro an dem Uber-Konkurrenten Gett beteiligt. Nutzer der Gett-App können schon in mehr als 100 Städten weltweit per Knopfdruck Fahrten, Lieferdienste oder Logistikdienstleistungen buchen. Das 2009 gegründete Start-up aus Israel arbeitet nach eigenen Angaben in mehreren Städten bereits mit Gewinn. Parallel wird Volkswagen im sogenannten Pooling aktiv. Dabei sollen per App Shuttledienste zwischen Städten gebucht werden können. Seinen Sitz soll „Moia“ in Berlin haben, wo in der Startphase ein rund 50-köpfiges Team arbeiten wird. Dieses soll laut VW bis Ende 2017 schnell wachsen.

 


Mehr zum Thema:  
Auto >

DWN
Politik
Politik Sonneninsel Zypern: Seit 50 Jahren ein geteiltes Urlaubsparadies
21.07.2024

Seit 50 Jahren befindet sich die in einen Süd- und einen Nordteil gespaltene Mittelmeer-Insel Zypern in einem Schwebezustand. Eine Lösung...

DWN
Immobilien
Immobilien Grundsteuer 2025: Unsicherheit über Hebesätze und Belastungen
21.07.2024

Ab nächstem Jahr ist die neue Grundsteuer gültig. Allerdings ist bis heute noch nicht klar, wie sie ausfallen wird, da bislang fast keine...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Von teurer Schokolade bis Olivenöl: Der bittere Geschmack des Klimawandels
21.07.2024

Der Lieblingsschokoriegel bald so teuer wie ein Steak und Olivenöl die neue Goldwährung? Der Klimawandel hat weitreichende Auswirkungen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Gerücht oder Wahrheit? Verbreitung von Corona-Hinrichtungsnachrichten
21.07.2024

Eine US-amerikanische Webseite gibt an, Satire zu betreiben und verbreitet regelmäßig Falschmeldungen, beispielsweise über Hinrichtungen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Erdgas: Können die russischen Lieferungen durch die Ukraine doch noch aufrechterhalten werden?
21.07.2024

Zum Jahresende läuft ein bedeutendes Transitabkommen zwischen Kiew und Moskau aus, welches seit 2019 die Lieferung von russischem Erdgas...

DWN
Politik
Politik Project 2025: Trumps radikaler Plan für eine zweite Amtszeit als US-Präsident
20.07.2024

Als Trump nach der Wahl 2016 ins Weiße Haus einzog, konnte er viele Ideen nicht umsetzen. Ihm fehlte ein richtiger Plan. Das könnte bei...

DWN
Immobilien
Immobilien Digitaler Bauantrag: Wie Förderalismus und fehlende Digitalisierung das Geywitz-Projekt ausbremsen
20.07.2024

Im Mai 2023 gab Bundesbauministerin Geywitz den Startschuss für den bundesweit einheitlichen digitalen Bauantrag. Ziel war es,...

DWN
Politik
Politik Deutlicher Anstieg der Clankriminalität in Berlin
20.07.2024

Berlin gilt als ein Hotspot krimineller Clan-Mitglieder. Sie stehlen, handeln illegal mit Drogen und schlagen auch mal zu. Nun liegen neue...