Finanzen

Rekordförderung im November drückt Ölpreise

Lesezeit: 1 min
10.12.2016 00:29
Kurz vor der Entscheidung zur Drosselung der Produktion haben die Staaten des Ölkartells Opec eine Rekordmenge gefördert.
Rekordförderung im November drückt Ölpreise

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Kurz vor der Entscheidung, die Ölproduktion zu drosseln, haben die OPEC-Staaten eine Rekordmenge gefördert, berichtet Reuters. Die Produktion belief sich im November zusammen auf 34,19 Millionen Barrel (159 Liter) pro Tag nach 33,92 Millionen Barrel im Vormonat, wie aus einer Reuters-Umfrage hervorgeht. Grund seien höhere Fördermengen in Ländern wie dem Irak, Nigeria und Libyen. Das OPEC-Schwergewicht Saudi-Arabien reduzierte dagegen seinen Ausstoß. Experten zufolge dürfte es dem Kartell nun schwerer fallen, die geplante Förderkürzung ab dem kommenden Jahr durchzusetzen.

Die OPEC hatte sich vorige Woche erstmals seit 2008 auf eine Förderbremse geeinigt, um den Ölpreis zu stabilisieren. Die 14 Mitgliedsländer verständigten sich auf eine Drosselung um knapp 1,2 Millionen Barrel pro Tag auf 32,5 Millionen Barrel. Der Ölpreis steht seit 2014 wegen des Überangebots unter Druck. Die OPEC-Länder stehen für rund ein Drittel der weltweiten Ölförderung.

Seit vergangener Woche hat sich der Rohstoff deutlich verteuert. Die OPEC trifft sich nun am 10. Dezember mit Vertretern anderer Ölförderländer, um deren Beitrag zu erörtern. Einige dieser Nicht-OPEC-Staaten wie Russland hatten bereits signalisiert, ebenfalls ihre Öl-Produktion zurückzufahren.

Die US-Fracking-Industrie befürwortet die OPEC-Entscheidung. Der von der OPEC-Einigung ausgelöste Preisanstieg hat den US-Firmen überraschend neue Perspektiven eröffnet. Für viele lohnt es sich bei den aktuellen Ölpreisen oberhalb der Marke von 50 Dollar pro Barrel (159 Liter) wieder, die Produktion hochzufahren.

Das zusätzliche Angebot aus den USA könnte die in Wien zwischen den OPEC-Mitgliedern verhandelte Förderkürzung der Rekordförderung von 1,2 Millionen Barrel am Tag konterkarieren und die Ölpreise langfristig wieder unter Druck bringen, weil sie ein globales Überangebot wiederherstellen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft TurkStream-Pipeline: Lizenzentzug durch neue Sanktionen

Die kürzlich beschlossenen schärferen Sanktionen gegen Russland haben Folgen für die TurkStream-Pipeline. Der Gaspipeline wurde die...

DWN
Politik
Politik Am Tag der deutschen Einheit: Polen fordert Reparationen von Deutschland

Polen hat seine Drohung gegen Deutschland wahr gemacht. Das Land fordert jetzt offiziell Reparationszahlungen aufgrund des Zweites...

DWN
Deutschland
Deutschland Regierungsberater warnen: Das Sozialsystem ist gefährdet

Die Finanzierbarkeit der deutschen Sozialkassen stehen auf dem Spiel, warnen Regierungsberater. Für die nächsten Generationen könnte das...

DWN
Finanzen
Finanzen Warum der Dollar unter Druck immer stärker wird

Trotz zügelloser Inflation und gebremstem Wachstum wird der US-Dollar immer stärker. Das verblüfft sogar viele Experten.

DWN
Finanzen
Finanzen Credit Suisse: Kreditausfallversicherungen steigen sprunghaft an

Der neue Chef von Credit Suisse versucht, die Märkte zu beruhigen, nachdem die Kosten ihrer Kreditausfallversicherungen auf den höchsten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Navigation durch eine Welt im Schock

Machen wir uns nichts vor: Wir leben nicht länger in einer stabilen, regelgestützten Weltordnung. Die Tage der Unipolarität und des...

DWN
Finanzen
Finanzen Zollfreilager für Edelmetalle: Lohnt sich das für Privatanleger?

Mit der Lagerung im Zollfreilager sparen Privatanleger die Mehrwertsteuern auf die Weißmetalle Silber, Platin und Palladium. Ein guter...

DWN
Technologie
Technologie Boeing: Der Traum vom unbemannten E-Flugtaxi

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat ein Konzept ausgearbeitet, wonach es in Zukunft unbemannte E-Flugtaxis geben soll. Doch davor müssen...