Finanzen

Venezuela stoppt Bargeld-Rationierung wegen Unruhen

Lesezeit: 1 min
19.12.2016 01:02
Nach schweren Ausschreitungen verschiebt Venezuela die geplante Ausmusterung der 100-Bolivar-Noten. Der Nachschub an neuen Banknoten werde sabotiert, so Präsident Maduro.
Venezuela stoppt Bargeld-Rationierung wegen Unruhen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Nach gewaltsamen Protesten behält die wichtigste Banknote Venezuelas, der 100-Bolivar-Schein, zunächst ihre Gültigkeit. Präsident Nicolas Madura gab den 100-Bolivar-Schein (etwa 9,60 Euro) am Samstag bis zum 2. Januar wieder frei, berichtet Bloomberg. Seine überraschende Ankündigung, den Schein diese Woche aus dem Verkehr zu ziehen bevor neue größere Banknoten im Umlauf waren, hatte zu Bargeldengpässen und infolge dessen zu Plünderungen und schweren Ausschreitungen in mindestens sechs Städten geführt. Dabei wurde mindestens ein Mensch getötet.

Etwa 40 Prozent der Venezolaner verfügen über kein Bankkonto. Sie können daher keine elektronischen Transaktionen vornehmen und sind auf Bargeld angewiesen. Der aktuelle Engpass führt dazu, dass sie weder Nahrungsmittel noch Benzin, geschweige denn Weihnachtsgeschenke einkaufen können.

Offiziell ist der 100-Bolivar-Schein seit Donnerstag nicht mehr gültig. Auf dem Schwarzmarkt hat er nur einen Wert von vier US-Cents. Seine Abschaffung bezeichnete Maduro als notwendigen Schritt im Kampf gegen Mafia-Banden an der Grenze zu Kolumbien.

In einer Ansprache sprach er am Samstag von einem Sabotageakt von Feinden aus dem Ausland. Deshalb seien drei Flugzeuge mit den neuen 500-, 2000- und 20.000-Bolivar-Scheinen nicht rechtzeitig angekommen. „Wir sind Opfer einer internationalen Sabotage, weswegen die neuen Scheine – welche gedruckt wurden – nicht nach Venezuela gebracht werden können“, wird Maduro von Bloomberg zitiert.

Venezuela leidet unter einer schweren Wirtschaftskrise. Es herrschen Lebensmittelknappheit und eine extreme Inflation. Der Verfall des Ölpreises zehrt massiv an den Staatseinnahmen des Opec-Mitglieds.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Der IWF plant die Einführung eines neuen Geldsystems

Der Internationale Währungsfonds bereitet die Einführung eines neuen Geldsystems vor - und niemand merkt es.

DWN
Deutschland
Deutschland Wegen CO2-Abgabe: Die Gaspreise werden im kommenden Jahr deutlich steigen

Verbraucher in Deutschland müssen sich im kommenden Jahr auf höhere Gaspreise einstellen. Grund sind der Start des CO2-Preises sowie...

DWN
Politik
Politik China und USA auf Konfrontationskurs: Was tut Deutschland im Falle eines Krieges?

Die Spannungen zwischen China und den USA nehmen unentwegt zu. Bei den militär-strategischen Überlegungen der beiden Supermächte spielt...

DWN
Finanzen
Finanzen Serie „So werde ich zum Anleger“: Das Depot

Einsteiger verzweifeln oft, wenn sie in Fonds, ETFs oder Aktien investieren wollen. Wir erklären Ihnen Schritt für Schritt, auf welche...

DWN
Politik
Politik Verzerrte Statistiken, verschleierte Tatsachen: Wie die deutschen Medien Schwedens Corona-Politik verunglimpfen

Die Berichterstattung vieler deutschen Medien über Schwedens Umgang mit der Corona-Pandemie ist unzureichend und fehlerhaft. Das findet...

DWN
Finanzen
Finanzen Aufstieg und Fall: Corona schafft an der Börse eine Zwei-Klassen-Gesellschaft

Die aktuelle Krise schafft Gewinner und Verlierer, auch an der Börse. Welche Unternehmen gestärkt aus der Krise hervorgehen und wie man...

DWN
Politik
Politik Russland will eine geopolitische Katastrophe entlang seiner Grenzen verhindern

Die westlichen und südlichen Grenzen Russlands weisen wegen des Konflikts um Berg-Karabach und der Unruhen in Weißrussland Anzeichen...

DWN
Technologie
Technologie Smartphone-Chips aus Holz sollen Umweltbelastung senken

Unterhaltungselektronik führt jährlich zu Millionen von Tonnen an Elektromüll. Forscher aus den USA haben eine Methode gefunden, wie...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Der grüne Eifer wird zum Bumerang: Wie die Begeisterung fürs Holz den Wald gefährdet

In seiner äußerst detaillierten und tiefschürfenden Analyse zeigt DWN-Kolumnist Ronald Barazon, warum deutscher und europäischer Wald...

DWN
Finanzen
Finanzen Spekulanten setzen auf Inflation und auf Joe Biden: Die eine Wette ist sicher - die andere hochriskant

Die großen Akteure im US-Anleihemarkt ändern zunehmend ihre Strategie: Sie wetten jetzt auf steigende Anleihe-Renditen. Die Märkte...

DWN
Finanzen
Finanzen Gazprom: Steuer-Querelen ärgern die Aktionäre

Die russischen Börsen sind auch für die deutschen Anleger von besonderem Interesse, weil hier mit Gazprom, Lukoil und Rosneft Unternehmen...

DWN
Politik
Politik China dominiert, die Agenda lautet "grün": So sieht die Welt im Jahr 2030 aus

Harvard-Professor Joseph S. Nye entwirft fünf Szenarien, wie das internationale Staatensystem in zehn Jahren beschaffen sein könnte.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Dunkle Wolken am Konjunktur-Himmel: KfW-Studie deckt verheerende Folgen des Lockdowns auf

Eine aktuelle Studie der KfW zeichnet ein düsteres Bild der Lage, in der viele kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland stecken....

DWN
Politik
Politik Nach Mord in Dresden: „Abschiebepflichtige Gefährder und schwere Straftäter dürfen wir nicht nach Syrien abschieben“

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius beschwichtigt in der nach dem islamistischen Mord von Dresden aufgekommenen Debatte um eine...