China prüft Verkauf von Dollar und US-Staatsanleihen

Lesezeit: 2 min
09.01.2017 00:39
China hat damit gedroht, seine Bestände an US-Staatsanleihen weiter zu reduzieren. Auch eine Verschärfung der Kapitalverkehrskontrollen wird erwogen, um den Kurs des Yuan zu stabilisieren.
China prüft Verkauf von Dollar und US-Staatsanleihen

Die chinesische Zentralbank People‘s Bank of China (PBoC) hat weitere Schritte angekündigt, um einen fortlaufenden Verfall des Kurses der Landeswährung Yuan zum Dollar zu stoppen. Einer Mitteilung zufolge „prüft sie derzeit mögliche Szenarien des Yuan-Kurses und der Kapitalflucht im Jahr 2017 auf Basis von Stresstest-Modellen und Notfallplänen“, berichtet Bloomberg unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen. Zu diesen Notfallmaßnahmen gehört angeblich auch, dass staatseigene Betriebe einen Teil ihrer Devisen in Yuan umtauschen müssen.

Zudem hätten chinesische Behörden gewarnt, dass sie ihren Bestand an US-amerikanischen Staatsanleihen im laufenden Jahr weiter reduzieren müssten, um den Wechselkurs der Landeswährung gegebenenfalls zu stabilisieren, berichtet Bloomberg. Der Umfang der Reduzierung hänge von der Stärke der Kapitalabflüsse und der Entwicklung des Wechselkurses ab. Seit Monaten baut die Volksrepublik ihre Bestände an amerikanischen Staatsanleihen ab. Mittlerweile hat Japan China als größten Gläubiger der USA abgelöst.

In den vergangenen Monaten hatte die Finanzmarktaufsicht die Geldströme aus China einer immer stärkeren Kontrolle unterzogen. Dies betrifft auch chinesische Konzerne, welche nun nicht mehr so einfach wie früher Zukäufe im Ausland tätigen können.

Die Drohungen aus China scheinen an den Devisenmärkten zumindest kurzfristig Wirkung zu zeigen.  Der freier schwankende Kurs des Offshore-Yuan – welcher außerhalb des chinesischen Festlandes gehandelt wird – stieg am Mittwoch in Hong Kong um fast 1 Prozent zum Dollar auf 6,8950 Yuan. Auch der in China gehandelte Onshore-Yuan stieg um 0,3 Prozent zum Dollar.

Der Kurs der Digitalwährung Bitcoin ist am Donnerstag hingegen überraschend stark unter Druck geraten, nachdem er in den vergangenen Tagen die Schwelle von 1000 Dollar überschritten hatte, berichtet der Finanzblog Zerohedge. Ursächlich dafür seien die Äußerungen aus China, welche eine Verschärfung der Kapitalverkehrskontrollen sowie ein Vorgehen gegen „virtuelle Währungen“ fordern.

Die Digitalwährung Bitcoin war am Montag erstmals seit drei Jahren wieder mehr wert als 1000 Dollar. Der Kurs der virtuellen Währung legte auf der Handelsplattform Bitstamp um 2,7 Prozent auf 1024,80 Dollar zu. Seit Beginn 2016 hat sich der Wert eines Bitcoins mehr als verdoppelt.

Fachleute machen für die gestiegenen Bitcoin-Kurse vor allem eine stärkere Nachfrage aus China verantwortlich. Investoren versuchten mit Bitcoin-Käufen ihr Vermögen vor dem Wertverlust der Landeswährung Yuan zu schützen. Der Yuan verlor 2016 rund sieben Prozent, so viel wie seit über zwanzig Jahren nicht mehr.

Bitcoins sind eine rein virtuelle Währung, die an speziellen Börsen in reales Geld getauscht werden kann. Für die seit 2009 existierende Cyberwährung steht keine Regierung oder Zentralbank ein. Alle zehn Minuten werden durch Computer 12,5 Bitcoins dem System zugeführt. Von der Cyber-Währung sollen inzwischen umgerechnet 16 Milliarden Dollar im Umlauf sein. Das entspricht etwa dem Börsenwert des im Dax gelisteten Immobilienkonzerns Vonovia.

Viele Experten trauen solch virtuellen Bezahlsystemen großes Zukunftspotenzial im Zahlungsverkehr zu. Bitcoin hat allerdings mit Betrugsfällen in der Vergangenheit für negative Schlagzeilen gesorgt und wird in Teilen der Öffentlichkeit kritisch gesehen. Großbanken wie die Schweizer Großbank UBS und die Deutsche Bank arbeiten an der Entwicklung eigener Cyber-Währungen.


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