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Staatsschutz ermittelt: Bundesweit Anschläge auf Strecken der Bahn

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19.06.2017 13:38
Der Staatsschutz verschiedener Landeskriminalämter ermittelt nach koordinierten Anschlägen auf das deutsche Bahnnetz.
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Wenige Wochen vor dem G20-Gipfel in Hamburg sind bundesweit ein Dutzend Signalkabel der Bahn in Brand gesetzt worden. Es gebe zwölf Fälle und zwei weitere Versuche, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam am Montag. Eingesetzt wurden laut Bundesinnenministerium Spreng- und Brandvorrichtungen. Der Staatsschutz der Landeskriminalämter sei eingeschaltet.

Die Berliner Polizei geht indes einem möglichen Bekennerschreiben nach, das auf der Internetplattform „linksunten.indymedia.org“ aufgetaucht ist, berichtet die dpa. Das Schreiben sei bei der Berliner Polizei bekannt und werde jetzt geprüft, sagte ein Sprecher am Montag. Aus Sicherheitskreisen hieß es, das mutmaßliche Bekennerschreiben passe ins «Raster». Allerdings sei es noch zu früh zu sagen, ob dies tatsächlich authentisch sei. Indymedia versteht sich als offene Plattform zur freien Verbreitung von Informationen. In der Vergangenheit waren dort im Zusammenhang mit Bekennerschreiben zu Straftaten auch Fälschungen aufgetaucht.

Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte in Berlin, es sei noch zu früh für Aussagen, ob es einen Zusammenhang zwischen den Angriffen und dem bevorstehenden G20-Gipfel gebe. Die Kabelbrände gingen auf unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtungen zurück. Die Ermittlungen dazu liefen unter Hochdruck. „Wir beobachten das natürlich sehr aufmerksam, aber um solche Zusammenhänge belastbar (...) zu bestätigen, ist es zu früh.“

Die Deutsche Bahn meldete Verzögerungen und Zugausfälle auf mehreren IC und ICE-Linien sowie im Regionalverkehr. In der Vergangenheit hatten Linksextremisten mehrfach Anschläge auf Signalkabel verübt, um den Zugverkehr zu stören. Am 7. und 8. Juli treffen sich die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Staaten der Welt in Hamburg. Besonders die linke Szene hat massive Proteste angekündigt. Die Brände führten auf den Bahnverbindungen Hamburg-Lübeck, Köln-Dortmund sowie bei der Berliner S-Bahn und im Raum Leipzig/Dresden zu Ausfällen und Verspätungen. Auch der Verkehr über Dresden in Richtung Prag war betroffen.


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