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US-Behörden schließen Darknet-Marktplätze AlphaBay und Hansa

Lesezeit: 2 min
21.07.2017 01:14
Die amerikanischen und europäischen Behörden haben zwei der größten Schwarzmärkte im Darknet vom Netz genommen.
US-Behörden schließen Darknet-Marktplätze AlphaBay und Hansa

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Drei Jahre nach der Schließung des Online-Schwarzmarkts Silk Road haben die US-Behörden zwei weitere Handelsplätze im Darknet zerschlagen. Nach Angaben des US-Justizministeriums wurden dort illegale Waren wie Drogen, Waffen, Schadsoftware und gestohlene Daten gehandelt.

Das FBI und das DEA, die US-Behörde zum Kampf gegen illegale Drogen, hatten in Zusammenarbeit mit Europol gegen die Online-Schwarzmärkte AlphaBay und Hansa ermittelt, berichtet die BBC. Die beiden gehörten zu den größten illegalen Handelsplätzen im Darknet.

Ihre Schließung hat kriminelle Geschäfte rund um die Welt massiv beeinträchtigt. Mehrere darin verwickelte Personen wurden festgenommen. Zudem haben die Behörden riesige Datenmengen erlangt, die laut einer Mitteilung von Europol zu Hunderten weiteren Ermittlungen führen werden.

Die US-Behörden hatten ihre Ermittlungen gestartet, nachdem es zu mehreren Todesfällen durch illegale Drogen gekommen war. So starben laut US-Justizminister Jeff Sessions im US-Bundesstaat Utah zwei 13-jährige Jungen an einer Überdosis des synthetischen Opiats „Pinky“, mit Verbindungen zu AlphaBay.

Im Dezember 2014 war AlphaBay als Nachfolger von Silk Road gegründet worden und entwickelte sich zum weltgrößten Online-Schwarzmarkt. Die Webseite war wie Silk Road nur mithilfe des Tor-Browsers erreichbar. Durch den Einsatz kryptografischer Verfahren ermöglicht das Tor-Netzwerk seinen Nutzern echte Anonymität.

Im Oktober 2013 war der Gründer und Betreiber des Online-Schwarzmarkts Silk Road, Ross William Ulbricht, verhaftet und die Plattform beschlagnahmt worden. Vor einem Jahr war er dann zu einer lebenslangen Haftstrafe ohne vorzeitige Entlassung verurteilt worden.

Während man bei Silk Road vor allem Drogen kaufen konnte, war das Angebot bei AlphaBay vielseitiger. Angeboten wurden neben illegalen Drogen zum Beispiel auch gestohlene Kreditkartennummern, Anleitungen zum Online-Betrug und Waffen.

AlphaBay ist schon seit Anfang Juli nicht mehr online. Dies hatte bereits zu Spekulationen geführt, dass die Strafverfolgungsbehörden den Online-Schwarzmarkt zerschlagen haben könnten. Laut Zahlen von Europol hatte die Webseite zuletzt mehr als 40.000 Verkäufer und 200.000 Mitglieder.

Am 5. Juli war ein mutmaßlicher Administrator von AlphaBay, der Kanadier Alexandre Cazes (26), in Thailand festgenommen worden. Die Behörden begannen, sein Vermögen und das seiner Frau zu beschlagnahmen, darunter drei Immobilien und vier Lamborghinis sowie Bitcoin im Wert von mehreren Millionen Dollar.

Nach Angaben des US-Justizministeriums lauten die Vorwürfe gegen Alexandre Cazes unter anderem auf organisiertes Verbrechen, Vertrieb von Betäubungsmitteln, Identitätsdiebstahl, illegale Übermittlung falscher Ausweise, Schmuggel und Geldwäsche. Später wurde der Kanadier tot in seiner Zelle aufgefunden.

Zu dem aktuellen Ermittlungserfolg hatten auch die Behörden in Großbritannien, Frankreich und Litauen beigetragen. Bereits vor einem Monat, am 20. Juni, hatte die niederländische Polizei den Online-Schwarzmarkt Hansa übernommen, nachdem die Server in den Niederlanden, Deutschland und Litauen beschlagnahmt worden waren.

Diese Übernahme durch die niederländische Polizei ermöglichte eine verdeckte Überwachung krimineller Aktivitäten auf der Plattform, bis sie Ende Juni schließlich stillgelegt wurden.

„Ihr könnt euch nicht verstecken“, sagte US-Justizminister Jeff Sessions am Donnerstag in Richtung der Cyber-Kriminellen. Das gelte auch für das Darknet. Europol-Chef Rob Wainwright nannte die Operation einen „massiven Erfolg“.

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