Finanzen

Aktionäre zögern: Stada-Übernahme bleibt höchst unsicher

Lesezeit: 1 min
09.08.2017 17:11
Die Übernahme des deutschen Pharmaunternehmens Stada durch angelsächsische Investoren bleibt unsicher. Zahlreiche Aktionäre halten ihre Aktien zurück.
Aktionäre zögern: Stada-Übernahme bleibt höchst unsicher

Mehr zum Thema:  
Börse >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Börse  

Auch im zweiten Anlauf müssen die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven bis zum Schluss um die Übernahme von Stada bangen. Eine Woche vor Ablauf der Annahmefrist haben erst 28,3 Prozent der Aktionäre ihre Aktien angedient, wie Bain und Cinven am Mittwoch mitteilten. Das ist weniger, als diese beiden Investoren beim ersten, gescheiterten Angebot zum gleichen Zeitpunkt sicher hatten. Damit die 5,3 Milliarden Euro schwere Übernahme des Arzneimittelherstellers zustande kommt, brauchen sie bis zum nächsten Mittwoch (16. August) 63 Prozent der Anteile.

Das Zögern der restlichen Aktionäre und die damit verbundene Unsicherheit ist umso bedenklicher, weil sich die Beteiligungsgesellschaften diesmal knapp 20 Prozent der Aktien vorab gesichert hatten, um auf Nummer sicher zu gehen.

Stada-Interimschef Engelbert Tjeenk Willink hatte in einem offenen Brief an die Aktionäre ungewöhnlich deutlich vor einem abermaligen Scheitern des Angebots gewarnt. Denn dann drohe Stada „eine mögliche feindliche Übernahme oder eine nachfolgende Zerschlagung des Unternehmens“, schrieb er in dem auf Dienstag datierten Brief. „Wir brauchen jetzt eine klare Eigentümerperspektive“, forderte Willink.

Einige Privatanleger hätten ihn aufgefordert, sich für die Eigenständigkeit von Stada mit Sitz in Bad Vilbel bei Frankfurt einzusetzen. Mit Bain und Cinven habe Stada aber gute Chancen, wettbewerbsfähiger und internationaler zu werden. „Ich halte das Scheitern der Übernahme für die schlechtere Option“, so Willink.

Rund die Hälfte der Stada-Aktien liege bei Hedgefonds und aktivistischen Aktionären, die die Papiere zu Preisen nahe dem Angebotspreis von 66,25 Euro gekauft hätten, schrieb Willink. Sie hatten bereits den ersten Versuch scheitern lassen, weil sie daraufsetzten, dass sie im Nachhinein einen höheren Preis für ihre Papiere erzielen könnten, und sie deshalb nicht oder nur zum Teil andienten. Auch an der Börse wächst die Sorge, dass die Übernahme von Stada erneut platzen könnte. Am Mittwoch entfernte sich die im Nebenwerteindex MDax enthaltene Aktie mit 63,66 Euro weiter von dem Preis, den Bain und Cinven bieten.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Börse >

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik Beziehungen der Türkei zu Griechenland und den USA verschlechtern sich rapide

Die türkische Regierung hat einen Militäreinsatz gegen mit den USA verbündete Milizen in Syrien angekündigt. Die Drohung ist ein...

DWN
Politik
Politik Wahlskandal bei Bundestagswahl in Berlin: Falsche Stimmzettel ausgegeben - Neuwahlen drohen

Chaos In Berlin: Politiker stellt Strafanzeige wegen Wahlbetrugs - Wahlwiederholung wahrscheinlich.

DWN
Unternehmen
Unternehmen 320.600 Techniker fehlen: Deutscher Fachkräftemangel erreicht neuen Höhepunkt

Vor allem in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (Mint) wächst die Nachfrage auf Rekordniveau. Mit der...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Deutschland
Deutschland Für den Notfall: Bundesregierung baut Reserve an Kohlekraftwerken aus

Gestern Klimakiller, heute Retter in der Not? Im Angesicht der Abhängigkeit Deutschlands von russischem Gas greift die Bundesregierung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Einzelhandel: Keine Erholung in Sicht

Der deutsche Einzelhandel leidet weiter unter der anhaltenden Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine.

DWN
Deutschland
Deutschland IfW-Vize fordert Rente mit 70: "Rentenversicherung läuft in ein Finanzierungsproblem"

Der Vorschlag des Vizepräsidenten des IfW Kiel, Stefan Kooths, wurde kontrovers diskutiert. Nun will er Missverständnisse aus dem Weg...

DWN
Deutschland
Deutschland Schluss mit lustig: Immobilienmarkt unter Druck

Mit Ende des Jahres erwartet die Immobilienbranche einen Rückgang der Immobilen-Preise.