Finanzen

Aktie von US-Technologie-Firma Snap bricht ein

Lesezeit: 1 min
11.08.2017 17:01
Der seit Monaten andauernde Ausverkauf der Snap-Aktie symbolisiert die Blasenbildung an den US-Aktienmärkten und im Technologiebereich.
Aktie von US-Technologie-Firma Snap bricht ein

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Snapchat-Betreiber Snap hat mit seinen Bilanzdaten die Anleger enttäuscht. Trotz Zuwächsen bei den Nutzerzahlen und Umsatz brach die Aktie des Messaging-Diensts am Donnerstag nachbörslich ein, berichtet Reuters. Die Anzahl der täglich aktiven Nutzer stieg den Angaben zufolge auf 173 Millionen von 143 Millionen im gleichen Vorjahreszeitraum und 166 Millionen ein Quartal zuvor. Analysten hatten im Durchschnitt aber mit 175,2 Millionen gerechnet.

Das US-Unternehmen bekommt die starke Konkurrenz des sozialen Netzwerkes Facebook zu spüren. Der Umsatz verdoppelte sich auf 181,7 Millionen Dollar. Der Verlust weitete sich hingegen auf 443,1 Millionen Dollar von 115,9 Millionen Dollar aus.

Die Entwicklung der Snap-Aktie spiegelt das Schicksal eines Unternehmens wieder, dass vor seinem Börsengang medial hochgeschrieben wurde, obwohl es über kein solides Geschäftsmodell verfügt. Snap kann deshalb auch als Symbol der gegenwärtigen Blase an den Aktienmärkten verstanden werden.

Bei seinem Börsendebüt am 2. März stiegen die zu 17 Dollar verkauften Papiere um bis zu 44 Prozent und am Tag darauf auf bis zu knapp 30 Dollar. Am Donnerstag fielen sie im nachbörslichen Handel um mehr als sechs Prozent auf 12,93 Dollar. Es war einer der größten Börsengänge in der Tech-Branche überhaupt. Am Ende des ersten Börsentages war Snap an der Börse rund 34,5 Milliarden Dollar wert – obwohl das Unternehmen durchweg rote Zahlen schreibt, nicht mit Gewinnen rechnet und Aktionäre kein Mitspracherecht haben. Mehrere Experten hatten denn auch vor und nach Börsengang Zweifel am Geschäftsmodell geäußert.

Inzwischen müssen sich die Gründer des Unternehmens gegen Gerüchte verteidigen, dass sie im Begriff sind, ihre Aktien zu verkaufen. Auch das Versprechen der Gründer, zunächst keine Aktien zu verkaufen, konnte die Investoren nicht beruhigen. In den vergangenen Wochen kam das Snap-Chat-Papier auch wegen der auslaufenden Haltefrist für Altaktionäre unter Druck. Das kurbelte Spekulationen an, auch die Snapchat-Gründer Evan Spiegel und Bobby Murphy könnten bald Kassen machen. „Bobby und ich werden keine unserer Aktien in diesem Jahr verkaufen“, sagte Spiegel.

Snapchat wird vor allem von Menschen unter 30 Jahren genutzt, die es schätzen, dass ihre Nachrichten schnell wieder gelöscht werden. Das Unternehmen nimmt vor allem mit Werbung Geld ein und konkurriert dabei direkt mit Google und Facebook.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Panorama
Panorama Der Chefredakteur kommentiert: Eine rauschende Ballnacht! Wirklich?
12.04.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...

DWN
Finanzen
Finanzen Vor der nächsten Zinswende: Welche Zinsprodukte lohnen sich noch und wie viel Geld sollte man festverzinslich anlegen?
12.04.2024

Die nächste Zinswende steht kurz bevor, aber noch gibt es für Anleger attraktive Zinsen. Welche Zinsprodukte sind empfehlenswert und wie...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungsnot? Wo zigtausende Häuser und Apartments leer stehen
12.04.2024

Nicht überall gibt es vergleichbare Probleme auf dem Wohnungsmarkt wie in Berlin, Hamburg oder München. Entsprechend macht eine generelle...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Das KaDeWe ist verkauft und darf nun auf eine neue Blütezeit hoffen
12.04.2024

Während mit der Pleite von Rene Benkos Signa-Holding in Wien wohl der letzte Dominostein gefallen ist, herrscht wenigstens bei der...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Krieg in der Ukraine: So ist die Lage
12.04.2024

Die Schweiz plant einen Friedensgipfel zur Beendigung des Ukraine-Kriegs, doch Moskau bleibt fern. Ohne Russland – ein...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Scholz' China-Reise: Drahtseilakt zwischen Wirtschaft und Diplomatie
12.04.2024

Bundeskanzler Olaf Scholz führt für vier Tage eine Delegation nach China. Sein Besuch im Reich der Mitte soll auf wirtschaftliche...

DWN
Finanzen
Finanzen Volkswirt: Die Phase hoher Inflation ist beendet
12.04.2024

Sinkende Preise bei Nahrung und Energie bringen Erleichterung: Inflationsrate auf tiefstem Stand seit Jahren. Was bedeutet das für die...

DWN
Politik
Politik Eineinhalb Jahre bis zur Bundestagswahl: Was wuppt die Ampel noch?
12.04.2024

Wann hat der Bundestag eigentlich das letzte große Gesetz verabschiedet? Die Ampel-Koalition vermittelt das Gefühl, mehr festzustecken...