Finanzen

Credit Suisse erschwert Handel mit Venezuela-Anleihen

Lesezeit: 1 min
11.08.2017 17:02
Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat die Auflagen für Anleihe-Geschäfte mit Venezuela verschärft.
Credit Suisse erschwert Handel mit Venezuela-Anleihen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
USA  
Venezuela  

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat ihren Mitarbeitern Transaktionen mit bestimmten Venezuela-Anleihen untersagt. Geschäfte mit der Regierung Venezuelas und staatlichen Agenturen des südamerikanischen Landes müssen genehmigt werden, wie aus einem internen Schreiben hervorgeht, das die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag einsehen konnte.

Es solle geprüft werden, ob Risiken für die Reputation des Geldhauses bestünden. Das Finanzinstitut wolle nicht in Transaktionen mit einer Regierung verwickelt werden, die die Menschrechte verletze. Ein Credit-Suisse-Sprecher bestätigte auf Anfrage den Inhalt der Mitteilung.

Hinter den Vorsichtsmaßnahmen der Bank steht die Befürchtung, ins Visier der US-amerikanischen Justiz zu geraten. Die US-Regierung hatte erst vor wenigen Tagen neue Sanktionen gegen die Regierung in Caracas verhängt. Betroffen sei auch der Bruder des früheren Staatschefs Hugo Chavez, hieß es am Mittwoch in US-Regierungskreisen. Die Strafmaßnahmen richten sich gegen prominente Vertreter von Politik, Militär und staatlicher Wirtschaft in Venezuela. Anlass für die Sanktionen sei die Verwicklung der Personen in die von Präsident Nicolas Maduro betriebene Schaffung der Verfassungsversammlung. Sie steht über allen anderen staatlichen Institutionen und damit auch über dem von der Opposition dominierten Parlament. Maduros Kritiker sehen darin den Versuch, eine autokratische Herrschaft des Präsidenten zu zementieren.

Gegen Maduro verhängten die USA vergangene Woche Sanktionen, gegen 13 weitere Personen bereits am 26. Juli. Zu den Strafmaßnahmen gehören Kontosperrungen und Einreiseverbote. Außerdem dürfen US-Bürger und -Institutionen keine Geschäfte mit ihnen machen. Daneben behalten sich die USA Sanktionen gegen staatliche Einrichtungen und Unternehmen Venezuelas vor.

Vor einige Wochen bekam die US-Investmentbank Goldman Sachs Schwierigkeiten, weil sie Staatsanleihen Venezuelas gekauft hatte.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland FDP stellt sich gegen Faesers Pläne für leichtere Einbürgerungen

Die FDP stellt sich gegen Pläne des Innenministeriums, die deutsche Staatsbürgerschaft schneller an Ausländer zu vergeben.

DWN
Politik
Politik Taiwan: Oppositionelle Kuomintang gewinnt Abstimmung über künftige China-Strategie

Wende in Taiwans China-Politik? Die oppositionelle Kuomintang hat eine Abstimmung über das Verhältnis zum Nachbarn gegen die Regierung...

DWN
Politik
Politik Europol zerschlägt eines der größten Kokain-Kartelle Europas

Die Polizeibehörde Europol hat ein großes Drogenkartell zerschlagen und dutzende Personen festgenommen.

DWN
Politik
Politik Oskar Lafontaine: „Europa zahlt den Preis für die Feigheit der eigenen Staatenlenker“

Die Deutschen Wirtschaftsnachrichten im Gespräch mit Oskar Lafontaine über den wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands, den...

DWN
Politik
Politik Multipolare Weltordnung: Organisationen des Globalen Südens erhalten verstärkt Zulauf

Das Interesse an einer Mitgliedschaft in Organisationen, die dezidiert als Alternative zu westlich dominierten Strukturen aufgebaut wurden,...

DWN
Deutschland
Deutschland Marktwirtschaft adé: Staat für Hälfte des Wirtschaftswachstums verantwortlich

Der Anteil öffentlicher Ausgaben am BIP liegt über 50 Prozent. Ein baldiges Ende des staatlichen Eingreifens ist nicht Sicht. Damit...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Verluste: Europas Windenergie stürzt in eine Krise

Die Windenergie wird seit Jahren in Europa als Prestigeprojekt angesehen und staatlich unterstützt. Nun befinden sich führende Konzerne...

DWN
Finanzen
Finanzen Warum JPMorgan das klassische 60/40-Portfolio zurückholt

Das klassische 60/40-Portfolio verzeichnete in diesem Jahr massive Verluste. Doch holt JPMorgan die Strategie wieder hervor und erwartet...