Politik

Macron stellt Griechenland eine neue Euro-Zone in Aussicht

Lesezeit: 1 min
08.09.2017 02:12
Der französische Präsident Macron hat in Athen angedeutet, dass ein gemeinsames Euro-Budget künftig die Entwicklung in Griechenland günstig beeinflussen könnte.
Macron stellt Griechenland eine neue Euro-Zone in Aussicht

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat in Athen seine Vorstellungen für die Zukunft der Euro-Zone präsentiert. Macron sagte, dass die EU reformiert werden müsse. Ihm schwebt in diesem Zusammenhang eine massive Integration der Euro-Zone vor. Wie die Zeitung Kathimerini berichtet, sei den griechischen Zuhörern von Macrons Rede ein deutlicher Unterschied zu den offiziellen Positionen Deutschlands aufgefallen. Macron sagte, dass ein Grexit ausgeschlossen sei, weil er das Ende der Euro-Zone bedeuten würde. Er wollen im militärischen und im Polizei-Bereich eng mit Griechenland kooperieren.

Macron sagte, der IWF solle keine Rolle mehr bei den Euro-Krediten spielen, die Europäer sollten ihre Probleme selbst lösen. Der IWF koppelt seine Kredite in der Regel an Austeritäts- und Privatisierungsauflagen.

Macron hatte einen Tag zuvor in einem Interview mit Kathimerini auf die Frage, ob es ein Ende der Austerität geben werde, geantwortet:

"Ich bin davon überzeugt, dass die Eurozone reformiert und gestärkt werden muss. Während der Krise haben wir uns mit einer Notsituation beschäftigt, die zum Beispiel den europäischen Stabilitätsmechanismus schafft, der insbesondere Griechenland unterstützt und finanziert hat. Aber wir müssen viel mehr tun, mit zwei Grundprinzipien: Solidarität und Verantwortung. Eine Währungsunion kann langfristig nicht ohne einen gemeinsamen Haushalt funktionieren, der es erlaubt, mit wirtschaftlichen Schocks umzugehen und die Konvergenz zwischen unseren Volkswirtschaften zu fördern und Investitionsprogramme für Länder zu unterstützen, die das größte Bedürfnis haben. Und dieses Budget braucht politische Orientierung sowie eine echt demokratische Aufsicht: Aus diesem Grund unterstütze ich die Idee eines Wirtschafts- und Finanzministers für die Eurozone und ein Euro-Parlament. Durch diese notwendige demokratische Integration werden wir unsere Wirtschafts- und Währungsunion in einen integrierten Plan umsetzen, der effektiv und gerecht ist. Für Griechenland, wie bei jedem Mitgliedsstaat, weil die Dysfunktion der Eurozone für jedermann nicht langfristig gut ist."

Damit deutet sich an, dass die Euro-Zone nach der Bundestagswahl einen Anlauf zu einer umfassenden Integration nehmen dürfte. Griechenland wird in den kommenden Jahren entweder einen Schuldenschnitt oder weitere Kredite benötigen. Nach der Bundestagswahl erwarten Analysten, die die FT zitiert, dass Bundeskanzlerin Merkel einer neuen Euro-Zone ihren Stempel aufdrücken werde. Im Deutschen Bundestag neigen alle aktuell vertretenen Parteien dazu, eine starkere Integration zu befürworten, auch wenn es in der CDU dazu noch vereinzelt Dissidenten gibt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Politik
Politik Richter wirft Merkel-Regierung Nichtachtung der Justiz vor

Der aktuelle Direktor des Amtsgerichts Bielefeld und Ex-Vorsitzender des Deutschen Richterbunds, Jens Gnisa, erhebt schwere Vorwürfe gegen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Sonderziehungsrechte: Kapitalspritze des IWF ist zum Scheitern verurteilt

Die Kapitalspritze des IWF in Form von Sonderziehungsrechten ist eine Mogelpackung. Denn die geplanten 650 Milliarden US-Dollar werden vor...

DWN
Politik
Politik „Bausteine einer anderen Gesellschaftsordnung“: BDI identifiziert den totalitären Charakter der Grünen

Der Bundesverband der deutschen Industrie warnt vor den im Parteiprogramm der Grünen verankerten Zielen. Diese liefen nicht nur der...

DWN
Finanzen
Finanzen Hoffnung auf Bitcoin-ETF treibt Kryptowährung Richtung Allzeithoch

Bitcoin hat am Wochenende einmal mehr Anlauf auf sein Rekordhoch genommen. Namhafte Investoren und die Hoffnung auf einen neuen...

DWN
Deutschland
Deutschland Der Feldzug gegen den Verbrennungsmotor stößt zunehmend auf Widerstand

Angesichts der massiven Schäden für den Wohlstand und die Arbeitsmärkte der europäischen Staaten regt sich verstärkt Widerstand gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fraunhofer nimmt ersten IBM-Quantencomputer außerhalb der USA in Betrieb

Die Entwicklung einer Infrastruktur für Quanten-Computer kommt in Deutschland langsam voran.

DWN
Finanzen
Finanzen Drohende US-Sanktionen: China gründet Joint Ventures mit globalem Zahlungsdienstleister Swift

Mehrere chinesische Finanz-Institutionen haben Joint Ventures mit dem internationalen Zahlungsabwickler Swift gegründet. Beobachter stufen...

DWN
Politik
Politik Machtwechsel stoppt Abbau Seltener Erden auf Grönland

Ein politischer Machtwechsel legt Pläne für einen umfassenden Abbau Seltener Erden auf Grönland auf Eis.