Politik

Rückschlag für Russland auf neuem Weltraumbahnhof

Lesezeit: 1 min
29.11.2017 01:41
Eine russische Rakete ist aus dem neuen Weltraumbahnhof Wostotschni gestartet, verlor jedoch den Kontakt zu dem ins All zu transportierenden Wettersatelliten.
Rückschlag für Russland auf neuem Weltraumbahnhof

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Die zweite Raketenmission vom neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschni hat sich zu einem Fehlschlag entwickelt. Nach dem problemlosen Start der Rakete am Dienstag ging der Kontakt zu dem ins All beförderten Wettersatelliten verloren, wie die russische Weltraumbehörde Roskosmos am Dienstag mitteilte. Dies ist ein Rückschlag in Russlands Bemühen, durch den Aufbau von Wostotschni die teure Miete für den kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur einzusparen.

Der Kontakt zu dem Wettersatelliten Meteor sei vollständig abgebrochen, teilte Roskosmos mit. Die Ursachen würden nun geprüft. Die Sojus-Trägerrakete hatte außerdem 18 Ladungen von Institutionen oder Unternehmen aus Deutschland, Japan, Kanada, Norwegen, Schweden und den USA transportiert.

Die Rakete war planmäßig um 14.41 Uhr (Ortszeit, 06.41 Uhr MEZ) von dem Kosmodrom im Amur-Gebiet an Russlands Grenze zu China abgehoben. Alle Phasen des live im Fernsehen übertragenen Starts verliefen nach Plan, wie Roskosmos erklärte.

Möglicherweise habe es danach einen Fehler bei der Ausrichtung des Antriebes gegeben, etwa bei der Computersteuerung oder durch eine technische Panne, sagte Raumfahrtexperte Wadim Lukaschewitsch der Nachrichtenagentur AFP. "Jedenfalls hat das Antriebssystem nicht korrekt funktioniert."

Der Weltraumbahnhof Wostotschni soll Moskau die teure Miete für das Kosmodrom Baikonur in der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan ersparen. Von dort starten bisher die Sojus-Kapseln zur Internationalen Raumstation ISS.

Das Wostotschni-Projekt hatte Putin 2007 beschlossen, die Arbeiten begannen aber erst 2012. Das Kosmodrom galt als "Russlands größte Baustelle". Im Zusammenhang mit dem Bau gab es laut AFP massive Korruptionsvorwürfe. Der neue Weltraumbahnhof soll umgerechnet bis zu 5,3 Milliarden Euro gekostet haben.

Der erste erfolgreiche Start einer Rakete von Wostotschni aus erfolgte im April 2016 in Putins Anwesenheit. Er hatte in letzter Minute wegen eines nicht funktionierenden Kabels um 24 Stunden verschoben werden müssen. Putin reagierte damals aufgebracht. Er rügte den zuständigen Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin und Roskosmos-Chef Igor Komarow und ließ mehrere Verantwortliche entlassen.

Der dritte Start von der für Sojus-Raketen errichteten Startrampe eins in Wostotschni ist für den 22. Dezember vorgesehen. Startrampe zwei für die neuen Angara-Raketen soll vor 2021 in Betrieb gehen.

Eine dritte Startrampe solle bis 2028 gebaut werden, teilte Rogosin am Dienstag vor dem Fehlschlag der Satellitenmission mit. Der stellvertretende Regierungschef sicherte zu, dass sich dabei die Fehler beim Bau der ersten Wostotschni-Anlage nicht wiederholen würden.

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