Finanzen

USA: Ausfallraten im Markt für Auto-Kredite steigen deutlich

Lesezeit: 1 min
19.05.2018 22:38
Am Markt für riskante Autokredite in den USA steigen die Ausfallraten.
USA: Ausfallraten im Markt für Auto-Kredite steigen deutlich

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Am Markt für riskante Autokredite in den USA („Subprime“) steigen die Ausfallraten bei den Schuldnern. Wie die Ratingagentur Fitch in einer Analyse berichtet, ist der Anteil der Schuldner mit Zahlungsverzögerungen von mindestens 60 Tagen gemessen an allen Schuldnern mit schwacher Bonität auf den höchsten Stand seit dem Jahr 1996 gestiegen.

Der Anteil stieg im Februar auf 5,74 Prozent und übertraf dadurch auch den Stand der Ausfallraten zum Höhepunkt der letzten Rezession im Jahr 2009 (5,04 Prozent) deutlich.

Der Anstieg verläuft dabei in regelmäßigen Schwankungen. Im April sank der Anteil deshalb zwar wieder auf 4,3 – dies war aber erneut höher als alle Tiefpunkte der vorangegangenen Jahre. Insgesamt zeigt sich eine deutliche Aufwärtstendenz seit dem Jahr 2011.

Zudem ist seit 2014 ein deutlicher Anstieg bei den Verlusten zu verzeichnen, welche Kreditfinanzierer im Subprime-Automarkt verkraften müssen. Diese lagen im Jahr 2014 noch bei etwa 3 Prozent aller Ausleihungen und schwanken heute um die Marke von 10 Prozent.

Der Markt für Autokredite an Schuldner mit guter Bonität zeigt sich hingegen unauffällig. Im Jahr 2017 entfielen über 20 Prozent aller Autokredite in den USA auf Subprime-Kunden. 2010 waren es noch rund 10 Prozent.

Vor einigen Wochen war bekanntgeworden, dass zahlreiche kleinere Kreditfinanzierer wegen ausfallender Zahlungen ihrer Kunden in Schwierigkeiten geraten sind.

Der Ökonom Folker Hellmeyer schreibt:

Das impliziert einerseits einen hohen Sättigungsgrad in der Versorgung mit Kraftfahrzeugen in den USA und darf als Warnung bezüglich der kommenden Absatzzahlen verstanden werden. Wir haben an dieser Stelle im Forex Report in der Vergangenheit auf die hohe Konsumverschuldung verwiesen.

Im Kfz-Sektor ergab sich seit September 2008 bis Ende 2017 eine Zunahme von 780 Mrd. USD auf 1.113 Mrd. USD, ergo eine Steigerung um 42,7%. Diese Steigerung korreliert mit extrem laxen Kreditvergabebedingungen. Als Konsequenz der Sättigung der Nachfrage, die auf laxen Kreditvergabebedingungen basierte, kommt es derzeit zu Ausfallraten im Segment der Automobilkredite, die Ausdruck einer kritischeren Entwicklung als in der Spitze der Krise 2008-2010 sind.

***

Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung. Bitte unterstützen Sie die Unabhängigkeit der DWN mit einem Abonnement:

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, werden Sie von uns benachrichtigt und können dann das Abo auswählen, dass am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Politik
Politik Scholz in China: Deutliche Worte bei Xi zum Ukraine-Krieg und Klimaschutz
16.04.2024

Auf der letzten Etappe seiner China-Reise traf Bundeskanzler Scholz seinen Amtskollegen Präsident Xi Jinping. Bei ihrem Treffen in Peking...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Stellenabbau wegen KI: Jetzt trifft es auch die Hochqualifizierten
16.04.2024

Der zunehmende Einsatz von KI verändert viele Branchen grundlegend und wird in Zukunft eine Reihe von Berufen überflüssig machen. Davon...

DWN
Politik
Politik Engpass bei Stromversorgung: Oranienburg zeigt Deutschland die Grenzen auf
16.04.2024

Noch ist es ein Einzelfall: Die Kleinstadt Oranienburg, nördlich von Berlin, kommt dem Bedarf ihrer Kunden nicht mehr umfänglich nach....

DWN
Finanzen
Finanzen Börsenrückgang: DAX im Korrekturmodus - Was Anleger wissen müssen
16.04.2024

Der DAX hat die Woche mit einer Erholung gestartet, doch diese wurde schnell zunichte gemacht. Die Unsicherheit an den Börsen erreicht ein...

DWN
Politik
Politik Vom Kriegsrisiko bis zur politischen Krise: Chameneis Erbe und Irans Zukunft
16.04.2024

Die politische Landschaft des Irans ist geprägt von Unsicherheit und potenziellen Umwälzungen. Während sich die Diskussionen über die...

DWN
Politik
Politik Eskalation im Nahen Osten: Israel plant wohl Antwort auf iranischen Drohnenangriff
16.04.2024

Die Spannungen im Nahen Osten spitzen sich zu, nachdem der Iran Israel mit Raketen attackiert hat. Welche Optionen hat Israel? Wie reagiert...

DWN
Politik
Politik Ampel-Regierung bringt Reform des Klimaschutzgesetzes und Solarpaket auf den Weg
15.04.2024

Mehr Solarkraft und neue Leitlinien beim Klimaschutz: SPD, Grüne und FDP haben sich auf eine Reform des umstrittenen Klimaschutzgesetzes...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Marktflaute bei E-Autos: Tesla plant massiven Stellenabbau
15.04.2024

Nach Jahren des schnellen Wachstums hat sich Markt für Elektroautos deutlich abgekühlt. Nun will Tesla-Chef Elon Musk im großen Stil...