Finanzinvestor Elliott steigt bei Thyssenkrupp ein

 

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24.05.2018 13:53
Der Finanzinvestor Elliott ist bei Thyssenkrupp eingestiegen und arbeitet an der Absetzung des Vorstandsvorsitzenden Hiesinger.
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Der US-Hedgefonds Elliott hat den Erwerb eines größeren Aktienpakets an Thyssenkrupp bestätigt und will dem Management nun Druck machen. Elliott halte einen bedeutenden Anteil an Aktien des Mischkonzerns, teilte der Investor am Donnerstag mit. Allerdings liege dieser noch unter der meldepflichtigen Schwelle von drei Prozent.

Thyssenkrupp hat aus Sicht des Investors operativ erhebliches Verbesserungspotenzial. Darauf hatte in den vergangenen Monaten auch immer wieder der schwedische Finanzinvestor Cevian hingewiesen, der mit einem Paket von rund 18 Prozent der zweitgrößte Einzelaktionär nach der Krupp-Stiftung mit 21 Prozent ist. Elliott wolle in Kürze darüber mit dem Aufsichtsrat und auch dem Vorstand in einen konstruktiven Dialog eintreten.

Bereits vor wenigen Tagen hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über einen Einstieg Elliotts berichtet. Ein Ziel sei es, den Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger zu ersetzen. Thyssenkrupp befindet sich im Umbruch: Hiesinger konzentriert sich derzeit auf die Zusammenführung des Stahlgeschäfts mit den europäischen Aktivitäten von Tata Steel. Der Konzern will sich von dem schwankungsanfälligen Stahlgeschäft trennen und stärker auf Industriegütergeschäfte wie Aufzüge oder Komponenten für die Autoindustrie setzen.

Cevian geht der Umbau bei Thyssenkrupp nicht schnell und nicht weit genug. Nach dem geplanten Joint Venture der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata Steel dürfe Hiesinger nicht die Hände in den Schoß legen. Es müssten alle Sparten, darunter das Handelsgeschäft, der Anlagen- und der U-Boot-Bau, die Aufzüge und die Komponenten für die Automobilindustrie, genau analysiert werden. „Die aktuelle Konglomeratsstruktur ist zu komplex und schwerfällig. Das ist die Ursache für die unterdurchschnittliche Leistung von Thyssenkrupp“, hatte der Gründer und Chef von Cevian Lars Förberg zu Reuters gesagt. „Hätte das Unternehmen seine eigenen Margenziele erreicht, wäre die Aktie 50 Euro wert, doppelt so viel wie heute.“

Während sich Cevian als eher moderat vorgehender Finanzinvestor mit langem Anlagehorizont versteht, haut Elliott auch mal auf die Pauke. Beim Anlagenbauer Gea nahm Elliott Insidern zufolge das langjährige Management ins Visier, das wenig später seinen Abgang ankündigte. Beim Energiekonzern Uniper bereitet der Hedgefonds derzeit Konzernchef Klaus Schäfer mit der Forderung nach der Einsetzung eines Sonderprüfers Kopfzerbrechen. Elliott stockte seinen Anteil bei der früheren E.ON-Tochter gerade auf 8,03 Pozent auf.

Thyssenkrupp-Chef Hiesinger will die seit zwei Jahren laufenden Verhandlungen mit Tata bis Ende Juni abschließen und anschließend die von vielen Investoren erwartete neue Strategie vorstellen. Der seit 2011 amtierende Vorstandschef hatte die Führung des Mischkonzerns nach den milliardenschweren Fehlinvestitionen im amerikanischen Stahlgeschäft übernommen und in ruhiges Fahrwasser gebracht. Hiesinger stieß diverse Geschäfte ab, fuhr die Schulden zurück und stärkte die Technologiegeschäfte. Einigen Investoren ging der Umbau insbesondere zuletzt nicht schnell genug. Hiesinger hat jedoch nicht nur diese im Nacken, sondern muss bei seinen Plänen auch die mächtigen Arbeitnehmervertreter überzeugen, ohne deren Unterstützung ein Umbau wie beim Stahl kaum möglich wäre.

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