Politik

Dänemark und Österreich planen Asyl-Zentrum außerhalb der EU

Lesezeit: 1 min
06.06.2018 23:12
Dänemark und Österreich wollen ein Asyl-Zentrum außerhalb der EU errichten.
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Österreich und Dänemark wollen vor den Toren der Europäischen Union ein Zentrum für abgelehnte Asylbewerber hochziehen. Die neue Einrichtung würde außerhalb der EU, aber noch auf dem europäischen Kontinent liegen, sagte der dänische Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen am Mittwoch in Kopenhagen laut Reuters. Mit einigen Ländern wie Deutschland, den Niederlanden und Österreich werde bereits über das Vorhaben gesprochen.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz bestätigte die Planungen. "Es ist eine Initiative in Absprache mit einigen wenigen europäischen Staaten", sagte er in Brüssel bei einem Besuch der EU-Kommission. Seiner Ansicht nach könnten sich illegale Flüchtlinge in Europa derzeit aussuchen, wo sie ihren Asylantrag stellten. Er habe deshalb schon vor längerem vorgeschlagen, Menschen außerhalb der EU Schutz zu bieten, sagte Kurz. Die Kommission habe dagegen nichts einzuwenden, sagte Behördenchef Jean-Claude Juncker.

In welchen Land die neue Aufnahmestelle liegen soll, blieb unklar. "Um ehrlich zu sein, sollte sie in einem Staat sein, der nicht zu den bevorzugten Zielen von Migranten und Menschenschmugglern gehört", sagte Rasmussen.

Der Asylrechtsumbau ist seit der Flüchtlingskrise 2015 eine der größten Baustellen der EU. Wegen des Streits über ein Quotensystem für die Verteilung von Flüchtlingen gibt es aber kaum Fortschritte. Die EU-Innenminister scheiterten am Dienstag mit dem jüngsten Versuch für eine Reform. Das geltende sogenannte Dubliner Abkommen sieht die Rücksendung von Asylbewerbern in den ersten EU-Staat vor, den ein Flüchtling betritt. Dieses System funktioniert aber nicht mehr. Vor allem Länder am Rande Europas wie Griechenland und Italien dringen deshalb auf eine faire Umverteilung innerhalb der Union.

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