Studie: Mehr faule Kredite in Europa als vor der Krise

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
27.07.2018 18:20
Das Problem der ausfallgefährdeten Kredite in den Bilanzen der europäischen Banken ist nicht gelöst worden.
Studie: Mehr faule Kredite in Europa als vor der Krise

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das Problem der ausfallgefährdeten Kredite in den Bilanzen europäischer Banken wurde nicht gelöst. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) geht in einem Bericht davon aus, dass sich der Umfang der ausfallgefährdeten Papiere bei den 150 größten Banken des Kontinents Ende 2017 auf etwa 813 Milliarden Euro belief. Der DSGV schreibt, dass der Umfang ausfallgefährdeter Kredite damit höher liegt als vor Ausbruch der Finanzkrise vor zehn Jahren.

Das Problem konzentriert sich insbesondere auf die Bankensysteme einiger südeuropäischer Länder. Nach absoluten Zahlen ist der Umfang mit rund 186 Milliarden Euro in Italien am größten, gefolgt von Frankreich (etwa 135 Milliarden Euro), Spanien (106 Milliarden Euro), Griechenland (100 Milliarden Euro), Deutschland (50 Milliarden Euro) und Portugal (30 Milliarden Euro).

Vergleicht man den Anteil der faulen Kredite mit dem gesamten Kreditvolumen der jeweiligen Bankensysteme, dann ist Griechenland am stärksten betroffen. Fast 45 Prozent aller von griechischen Banken vergebenen Kredite werden nicht mehr bedient. Das gesamte griechische Bankensystem ist demnach faktisch insolvent. Etwa 39 Prozent aller von zypriotischen Banken vergebenen Kredite sind faul. In Portugal sind es etwa 15 Prozent und in Italien rund 11 Prozent, was angesichts der Größe des italienischen Marktes ebenfalls besorgniserregend ist.

Bemerkenswert ist, dass sich keine grundlegende Lösung des Problems abzeichnet. Dem DSGV zufolge wurde die in den vergangenen Jahren zu beobachtende leichte Reduzierung des Anteils ausfallgefährdeter Kredite durch einmalige Sonderereignisse ermöglicht – etwa durch veränderte juristische Rahmenbedingungen bei Insolvenzregimen oder Portfolioverkäufen. „Jüngste Reduzierungen des Bestandes an Problemkrediten in Italien sind durch Kreditverkäufe, Rekapitalisierungen und die Geschäftsaufgabe zweier Banken erreicht worden“, schreibt der Verband.


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Unser Angebot für Sie: DWN testen und alle Artikel frei lesen für nur 1€!

Überzeugen Sie sich und bekommen Sie unbegrenzten Zugriff für nur 1€!

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft DIE GROSSEN IMPERIEN SCHEITERN Teil zwei: Die "Neue Seidenstraße" Chinas entwickelt sich zur holprigen Schotterpiste

China wollte mit seiner "Großen Seidenstraße" ein Handels- und Infrastruktur-Netz aufbauen, das drei Kontinente miteinander verbindet und...

DWN
Finanzen
Finanzen Risse im Rentensystem: Defizite steigen, Steuereinnahmen brechen weg, Merkel tritt die Flucht nach vorne an

Das ohnehin angeschlagene gesetzliche Rentensystem droht infolge der Corona-Pandemie in Schieflage zu geraten. Die für Juli geplanten...

DWN
Politik
Politik Spannungen zwischen Türkei und Griechenland steigen

Die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei im östlichen Mittelmeer steigen. Eine Eskalation zwischen beiden Ländern ist nicht...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Großbritannien und Rolls-Royce: Einst der Neid der Welt, heute nur noch Mittelmaß

Rolls-Royce war noch zu erstaunlichen Innovationen fähig, als das Vereinigte Königreich seinen machtpolitischen Zenit längst...

DWN
Politik
Politik Libyen: Russische Söldner ziehen sich zurück

Russische Söldner der Wagner Group sollen sich aus der Nähe der libyschen Hauptstadt Tripolis zurückgezogen haben. Unklar ist, ob die...

DWN
Politik
Politik Trotz Kritik: Thüringen schafft die Corona-Regeln ab

Zum 6. Juni 2020 werden in Thüringen die Corona-Regeln abgeschafft. Kritik gibt es vonseiten der SPD, Grünen und aus Bayern.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft DIE GROSSEN IMPERIEN SCHEITERN Teil eins: Die "Globale Energie-Dominanz" der USA läuft auf Grund

Die USA waren angetreten, den weltweiten Erdöl- und Erdgas-Markt zu beherrschen. Wie die Strategie der "Globalen Energie-Dominanz"...

DWN
Politik
Politik Die wahren Pandemien heißen Tuberkulose, Diabetes und Adipositas

Überschattet von der allgegenwärtigen Corona-Pandemie treiben seit Jahren viel gefährlichere Krankheiten ihr Unwesen. Die von ihnen...

DWN
Politik
Politik Wegen Libyen: Geheimtreffen zwischen USA, Russland und der Türkei auf Malta

Einem Bericht zufolge sollen sich Vertreter der USA, Russlands und der Türkei zu einem Geheimtreffen auf Malta eingefunden haben, um...

DWN
Panorama
Panorama Lady Liberty unter Beschuss

Wie kein anderes Unternehmen symbolisiert Coca-Cola den amerikanischen Traum. Und so wie seit einigen Jahren der Softdrink-Konzern Probleme...

DWN
Finanzen
Finanzen Wall Street gegen Main Street: Wer geht als Sieger aus der Corona-Krise hervor?

Die “Wall Street” ist die weltweite wichtigste Drehscheibe für Finanzkreise. Die “Main Street” steht hingegen für die...

DWN
Deutschland
Deutschland Immobilien: Corona kann den Preis-Boom nicht stoppen

Trotz der Corona-Krise steigen die Preise für Immobilien in den deutschen Städten weiter an.

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche Forscher entdecken leistungsstarken Biokatalysator

Einer Forschergruppe der Universität Bayreuth ist im Bereich der Bioökonomie ein großer Durchbruch gelungen. Sie haben ein Enzym...

DWN
Panorama
Panorama Mythos Kalaschnikow: Einfach, genial, russisch

Die Kalaschnikow bleibt aufgrund ihres simplen Aufbaus eine der meistproduzierten Waffen der Welt. Wie kaum ein zweites Produkt wird das...

celtra_fin_Interscroller