Politik

US-Regierung kündigt neue Strafzölle gegen China an

Lesezeit: 2 min
08.08.2018 10:14
Die US-Regierung hat die Verhängung weiterer Strafzölle gegen chinesische Importe angekündigt.
US-Regierung kündigt neue Strafzölle gegen China an

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die USA haben eine neue Runde im Handelsstreit mit China eingeläutet: Importe aus der Volksrepublik im Volumen von 16 Milliarden Dollar sollen ab dem 23. August mit Zöllen von 25 Prozent belastet werden, kündigte das Büro des US-Handelsbeauftragten an. Insgesamt 279 Produktgruppen seien davon betroffen. US-Präsident Donald Trump stört sich am riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China und hat deswegen den Zollstreit vom Zaun gebrochen. Beide Länder haben bereits Güter im Wert von 34 Milliarden Dollar der jeweils anderen Seite mit Strafabgaben versehen. Eine direkte Antwort der Regierung in Peking blieb am Mittwoch zunächst aber aus.

Der chinesische Überschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten hielt sich im Juli nahe seinem Rekordhoch, wie aus Daten der Zollbehörde in Peking hervorgeht. Er summierte sich auf gut 28 Milliarden Dollar, nachdem er im Juni mit fast 29 Milliarden Dollar so hoch ausgefallen war wie noch nie. Seit dem 6. Juli gelten US-Strafzölle auf chinesische Importe im Umfang von 34 Milliarden Dollar. Möglicherweise hat die Abwertung der Landeswährung Yuan den Zusatzzolleffekt gedämpft, da sie chinesische Waren günstiger macht.

Die gesamten chinesischen Exporte wuchsen im Juli um 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von zehn Prozent gerechnet. Die Ausfuhren in die USA legten dabei um 11,2 Prozent zu. "Wir erwarten, dass sich das Exportwachstum in den kommenden Monaten abkühlen wird", sagte Julian Evans-Pritchard vom Analysehaus Capital Economics. "Darin spiegeln sich in erster Linie schwächere globale Wachstumsraten wider und nicht die US-Zölle, deren direkte Auswirkungen größtenteils durch die jüngste Abwertung des Yuan gedämpft wurde." Die chinesischen Einfuhren legten im Juli sogar um 27,3 Prozent zu. Experten hatten hier nur mit 16,2 Prozent gerechnet.

Trump wirft China seit längerem unfaire Handelspraktiken, erzwungenen Technologietransfer von US-Firmen und Diebstahl geistigen Eigentums vor. Trotz massiver gegenseitiger Anschuldigungen und angedrohter Vergeltung für Importzölle haben beide Seiten immer wieder durchblicken lassen, dass sie versuchen wollen, die Probleme über Verhandlungen zu lösen.

Chinas größte Staatszeitungen kritisierten in einem Kommentar auf ihren Titelseiten die von Trump verhängten Zölle. Die Weltwirtschaft sei vernetzt und niemand könne sich isolieren, hieß es im Text der Nachrichtenagentur Xinhua, der in den Blättern unter der Überschrift "Deklaration" veröffentlicht wurde. Dem würden sich "gewisse Leute zu ihrem persönlichen Nutzen" widersetzen. So werde "mutwillig das Hindernis der Zölle erhöht" und "überall der Stab der Hegemonie erhoben". Dies erschwere die Beseitigung wirtschaftlicher Ungleichgewichte und die Lösung "anderer, tiefverwurzelter Probleme". Der Kommentar fiel im Ton milder aus als die persönlichen Angriffe gegen Trump in den staatlichen Medien der vergangenen Tage - er wurde in dem neuen Kommentar namentlich nicht genannt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Target2 macht's möglich: Deutsche Netto-Auslandsvermögen in Gefahr

Die Target-Forderungen Deutschlands innerhalb der EU haben längst astronomische Höhen erreicht. Ökonomen hatten zuvor inständig davor...

DWN
Politik
Politik Drohung aus der EU: „Angriff auf Ukraine heißt: sofortiges Öl/Gasembargo“ gegen Russland

Ein hochrangiger deutscher EU-Vertreter droht Russland bei einem Angriff auf die Ukraine mit einem Gas-Embargo, einem Ausschluss aus dem...

DWN
Politik
Politik Drei Brennpunkte bedrohen den Frieden: Schickt der Westen nur Berater - oder seine Armeen?

In seinem meinungsstarken Artikel analysiert DWN-Kolumnist Roland Barazon die weltweite Sicherheitslage.

DWN
Finanzen
Finanzen Explosion der Immobilien-Preise: Mieten lohnt sich immer öfter als Kauf

In 51 von 75 Städten ist die finanzielle Belastung durch die Miete geringer als beim Kauf. Die Unterschiede sind vor allem in den...

DWN
Deutschland
Deutschland Ernste Lage: Versorgungsengpass bei Lebensmitteln und Rohstoffen droht

In zahlreichen Branchen innerhalb der deutschen Lieferkette droht ein Kollaps bei der Versorgung. „Dann sprechen wir nicht mehr bloß...

DWN
Politik
Politik EU-Direktorin für Impfstoff-Zulassung war Pharma-Lobbyistin – unter anderem für AstraZeneca

Die aktuelle Direktorin der Europäischen Arzneimittelagentur, die für die Impfstoffzulassung verantwortlich ist, war zuvor für den...

DWN
Deutschland
Deutschland Gesetzes-Verschärfung steht bevor: Regierung will deutschlandweite Ausgangsbeschränkungen - Bundestag dürfte zustimmen

Die Bundesregierung will mittel einer Gesetzesverschärfung die Einspruchmöglichkeiten der Länder brechen.

DWN
Finanzen
Finanzen Banken sprechen von "Verwahrentgelt": In Wahrheit handelt es sich um Strafzinsen

Immer mehr deutsche Banken und Sparkassen berechnen ihren Kunden Strafzinsen.