Finanzen

Zyperns Plan B: Regierung will Renten-Fonds plündern

Lesezeit: 1 min
20.03.2013 11:25
Zypern versucht am Tag nach der Ablehnung der EU-Hilfe, den Crash zu verhindern. Die orthodoxe Kirche stellt dem Staat ihr gesamtes Vermögen zur Verfügung. Außerdem will die Regierung an die Rücklagen für die Renten.
Zyperns Plan B: Regierung will Renten-Fonds plündern

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Jubel über die Ablehnung der Euro-Zwangs-Abgabe dürfte den Zyprioten am Mittwoch im Halse stecken geblieben sein. Da sickerten die ersten Gerüchte durch, was die Regierung nun zur Abwendung des Kollaps unternehmen möchte.

Nach außen setzt die Regierung immer noch auf Russland – eine Variante, der Beobachter wenige Chancen geben (hier).

Nachdem die Zwangsabgabe im Parlament (hier) abgelehnt wurde, überlegt man nun, wie die von der EU gefroderten 5,8 Milliarden Euro anderweitig aufgebracht werden können. Diesen Betrag soll Zypern selbst zum Rettungspaket beitragen. Am Mittwochmorgen traf sich der Präsident Anastasiades aus diesem Grund mit den Parteiführern des Landes und einem Team der zypriotischen Zentralbank.

Eine der aussichtsreichsten Varianten ist der Griff in den Renten- und Sozialversichungs-Fonds. Dies hätte für die Politiker, die ihre privaten Vrmögen längst in Sicherheit gebracht haben (hier) den Vorteil, dass sie die Bürger nicht zu fragen brauchen.

Der Fonds verfügt über Rücklagen in Höhe von etwa fünf Milliarden Euro. Die Idee hat in den Schuldenstaaten schon eine gewisse Tradition. Spanien plünderte den staatseigenen Pensionsfonds, um Staatsanleihen zu kaufen und die Zinskosten für das Land zu reduzieren (hier).

Darüber hinaus hat in der Zwischenzeit die orthodoxe Kirche Zypern ihre Vermögenswerte und ihren Grundbesitz angeboten, um der Regierung bei der Besorgung von Cash zu unterstützen. „Der gesamte Reichtum der Kirche steht dem Land zur Verfügung (…) so dass wir auf unseren eigenen Füßen stehen können und nicht auf denen der Ausländer“, sagte der Erzbischof Chrysostomos nach einem Treffen Anastasiades am Mittwoch. Immerhin ist die Kirche ein bedeutender Aktionär von Zyperns drittgrößtem inländischem Kreditinstitut, der Hellenic Bank.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Deutschland
Deutschland Nato-Nordflanke: Deutsche Marine testet Raketen bei Norwegen

Die Deutsche Marine hat in den vergangenen Tagen Boden-Luft-Raketen bei Norwegen getestet.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Hackerangriff auf US-Pipeline: Investoren bereiten Aufkauf von Benzin in Europa vor

Medienberichten zufolge haben Großhändler Öltanker gebucht, um Benzin und Diesel aus Europa in die Vereinigten Staaten zu bringen.

DWN
Finanzen
Finanzen Rohstoff-Gigant: Kupferpreis muss weiter steigen, damit massive Nachfrage bedient werden kann

Dem Rohstoffhändler Glencore zufolge reicht das gegenwärtige Allzeithoch beim Kupferpreis nicht aus. Das Industriemetall müsse noch...

DWN
Finanzen
Finanzen Alzheimer: So bewahren Sie Freiheit, Finanzen und Lebensqualität trotz Diagnose

Betroffene und Angehörige reagieren zuerst geschockt auf die Diagnose von Alzheimer oder anderen Demenzerkrankungen. Doch gerade in diesen...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutsche Konjunktur: Börsianer sind so optimistisch wie zuletzt im Jahr 2000

Das ZEW-Barometer, das die Erwartungen der Börsianer für die wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten sechs Monaten misst, ist im...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Chinesischer Automarkt verzeichnet kräftiges Wachstum

Gute Nachrichten für die deutschen Autobauer aus deren größtem Absatzmarkt. Die Auslieferung von Autos und leichten Nutzfahrzeugen in...

DWN
Politik
Politik USA genehmigen Pfizer-BioNTech-Vakzin für Kinder ab 12 Jahren

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den von Pfizer und BioNTech entwickelten Impfstoff für 12- bis 15-jährige Kinder genehmigt. Bislang...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft China: Rückgang der Bevölkerung stellt wirtschaftlichen Aufstieg in Frage

Die extrem niedrige Geburtenrate in China wird zu einem starken Bevölkerungsrückgang führen. Daher dürfte es für das Land schwierig...