Finanzen

Deutliche Kursverluste der türkischen Lira

Lesezeit: 1 min
29.08.2018 09:58
Der Wechselkurs der türkischen Lira ist am Mittwoch unter Druck geraten.

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Nach der Herabstufung von 18 türkischen Banken durch die US-Ratingagentur Moody's hat die türkische Lira erneut deutlich an Wert verloren. Die Währung büßte bis zum frühen Mittwochnachmittag 1,5 Prozent an Wert ein und wurde bis zu 6,46 zum Dollar gehandelt. Seit Jahresbeginn hat die Lira mehr als 40 Prozent ihres Werts verloren und ist allein im August inmitten einer schweren politischen Krise mit den USA um fast 24 Prozent gefallen.

Moody's hatte am Dienstagabend wegen der bestehenden finanziellen Risiken die Kreditwürdigkeit von 18 türkischen Banken und zwei anderen Finanzinstitutionen herabgestuft. Vier der Banken, darunter die wichtigen Geldinstitute Denizbank und Is Bank, wurden gleich um zwei Stufen herabgesetzt. Die Ratingagentur hatte bereits Mitte August die Kreditwürdigkeit der Türkei auf Ba3 herabgestuft und die weiteren Aussichten als negativ bewertet.

Laut Moody's macht die Abhängigkeit der türkischen Banken von ausländischen Finanzströmen sie besonders angreifbar. Die Banken hätten Ausstände in ausländischen Devisen in Höhe von 77 Milliarden Dollar, die in den kommenden zwölf Monaten refinanziert werden müssten, warnte die Ratingagentur. Sie erwartet eine Abschwächung des Wachstums in der Türkei auf 1,5 Prozent 2018 und 1,0 Prozent 2019 sowie einen Anstieg der Inflation.

Die türkische Regierung sieht trotz des Lira-Verfalls keine großen Risiken für die Wirtschaft oder das Finanzsystem. Finanzminister Berat Albayrak begründete das in einem Bericht der Zeitung Hürriyet damit, dass die Verschuldung von Staat und Haushalten sehr gering seien und das Finanzsystem zudem stabil.

Um die Liquidität der Banken zu sichern, hat die Notenbank Mitte August die Geldschleusen geöffnet und den Instituten eine ausreichende Liquiditätsversorgung zugesichert. Zudem hat die katarische Zentralbank eine Kreditlinie über 15 Milliarden Dollar eingerichtet.

Ab Mittwoch soll nun eine neue Grenze für Übernachtkredite gelten, die doppelt so hoch ist wie vor dem 13. August, als die Notfallmaßnahmen in Kraft gesetzt wurden, wie die Notenbank mitteilte.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber Bestens geplant: Einkommensvorsorge für Beamte

Die neue Allianz Einkommensvorsorge schützt Beamte und alle, die es werden wollen, vor den finanziellen Risiken einer Berufs- oder...

DWN
Finanzen
Finanzen Target2 macht's möglich: Deutsche Netto-Auslandsvermögen in Gefahr

Die Target-Forderungen Deutschlands innerhalb der EU haben längst astronomische Höhen erreicht. Ökonomen hatten zuvor inständig davor...

DWN
Politik
Politik Drohung aus der EU: „Angriff auf Ukraine heißt: sofortiges Öl/Gasembargo“ gegen Russland

Ein hochrangiger deutscher EU-Vertreter droht Russland bei einem Angriff auf die Ukraine mit einem Gas-Embargo, einem Ausschluss aus dem...

DWN
Politik
Politik Drei Brennpunkte bedrohen den Frieden: Schickt der Westen nur Berater - oder seine Armeen?

In seinem meinungsstarken Artikel analysiert DWN-Kolumnist Roland Barazon die weltweite Sicherheitslage.

DWN
Finanzen
Finanzen Explosion der Immobilien-Preise: Mieten lohnt sich immer öfter als Kauf

In 51 von 75 Städten ist die finanzielle Belastung durch die Miete geringer als beim Kauf. Die Unterschiede sind vor allem in den...

DWN
Deutschland
Deutschland Ernste Lage: Versorgungsengpass bei Lebensmitteln und Rohstoffen droht

In zahlreichen Branchen innerhalb der deutschen Lieferkette droht ein Kollaps bei der Versorgung. „Dann sprechen wir nicht mehr bloß...

DWN
Politik
Politik EU-Direktorin für Impfstoff-Zulassung war Pharma-Lobbyistin – unter anderem für AstraZeneca

Die aktuelle Direktorin der Europäischen Arzneimittelagentur, die für die Impfstoffzulassung verantwortlich ist, war zuvor für den...

DWN
Deutschland
Deutschland Gesetzes-Verschärfung steht bevor: Regierung will deutschlandweite Ausgangsbeschränkungen - Bundestag dürfte zustimmen

Die Bundesregierung will mittel einer Gesetzesverschärfung die Einspruchmöglichkeiten der Länder brechen.

DWN
Finanzen
Finanzen Banken sprechen von "Verwahrentgelt": In Wahrheit handelt es sich um Strafzinsen

Immer mehr deutsche Banken und Sparkassen berechnen ihren Kunden Strafzinsen.