Türkei mobilisiert zehntausende Söldner bei Idlib

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
Türkei  
Syrien  
Russland  
USA  
 
Lesezeit: 2 min
11.09.2018 01:56
Die Türkei hat im Norden von Idlib Zehntausende von Söldnern zusammengezogen.
Türkei mobilisiert zehntausende Söldner bei Idlib

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Türkei  
Syrien  
Russland  
USA  

Nach einem Bericht der regierungsnahen türkischen Zeitung Yeni Şafak hat der türkische Generalstab im Norden von Idlib unter der Führung türkischer Offiziere etwa 50.000 Söldner der Freien Syrischen Armee (FSA) zusammengezogen. Hinzu kommen etwa 30.000 türkische Soldaten, die sich hinter der Linie der FSA befinden. Unter dem Söldner-Dachverband National Liberation front (NLF), der von der Türkei kontrolliert wird, befinden sich 30.000 Söldner, von denen in der ersten Phase 20.000 direkt in Idlib eingreifen sollen. Das Blatt führt aus: „Experten sagen, dass die Bewegungen an der Grenze zur türkischen Provinz Hatay und in Syrien mit den parallelen Aussagen von Präsident Recep Tayyip Erdoğan 'Wir werden nicht einfach zusehen!' zu interpretieren seien. Der türkische General a.D. İhsan Başbozkurt sagt, dass Assads Brutalität, wie in Daraa und Ghouta, sich in Idlib nicht wiederholen wird. Jeder müsse die friedvollen Bemühungen der Türkei wahrnehmen, andernfalls werde jeder einen hohen Preis bezahlen.“

Der englischsprachige Dienst der Hürriyet zitiert den türkischen Präsidenten: „Wir sind für eine politische Lösung und keine militärische in Syrien. Dafür ist es notwendig, die territoriale Integrität Syriens zu schützen, Terroristen zu eliminieren und keine vollendeten Tatsachen zuzulassen.“

Der türkische Sicherheitsanalyst Coşkun Başbuğ sagte dem Blatt, dass es bei der aktuellen Mobilisierung im Norden Idlibs nicht nur um eine Verteidigungshaltung gehe, sondern um Vorbereitungen für einen Angriff. „Dem Kampf um Idlib liegen dreckige Pläne gegen die Operationen Euphrates Shield und Afrin zugrunde“, so Başbuğ.

Der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow erklärte am 10. September 2018, dass der Kreml keine Informationen über den Beginn der Offensive in der syrischen Provinz Idlib habe, berichtet die Tass. „Uns liegen keine derartigen Informationen vor“, sagte er als Antwort auf die Frage, ob die russische und die syrische Regierung das Datum der Offensive in Idlib koordiniert haben.

Die Türkei befürchtet, dass die syrisch-russische Koalition in der ersten Phase Idlib einnehmen, und in einem weiteren Stadium die Gebiete zurückerobern möchte, die von der Türkei im Verlauf von zwei Operationen eingenommen wurden. Die durch die Türkei eingenommenen Gebiete sind aus sicherheitspolitischer Sicht sehr wichtig für die Türkei. Sie verhindern, dass in naher Zukunft ein Korridor im Norden Syriens entsteht, der auf die türkische Mittelmeer-Provinz Hatay überspringt, und somit die territoriale Integrität der Türkei gefährdet.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hatte zuvor gesagt, dass jeder „Zoll“ Syriens zurückerobert werden soll, was die Gebiete im Nordwesten Syriens einschließt, berichtet der englischsprachige Dienst von Reuters.

Die Zeitung Yeniçağ argumentiert: „Idlib ist nicht nur wichtig, damit die Regimekräfte ihre Souveränität im Land erneut wiederherstellen. Im selben Maße geht es um die geographische Kontrolle, um einen Zugang zum Mittelmeer abzusichern. Die Türkei bringt den humanitären Aspekt in den Vordergrund und warnt vor einer neuen Flüchtlingswelle. Allerdings gibt es zwei Punkte, die wichtiger sind: Die Angst vor einem Verlust unserer militärischen Präsenz in Afrin. Die Angst davor, dass es den USA doch noch gelingen könnte, einen Korridor durch Syrien zu ziehen, um ans Mittelmeer zu gelangen. Das ist das eigentliche Ziel der USA.“


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Die neue Weltmacht: Der digital-finanzielle Komplex

Die Zeiten, in denen das Wirtschaftsleben des Westens vom militärisch-industriellen Komplex dominiert wurde, sind vorbei. Mit dem...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Das Großraumbüro ist out – und der Hype um die Heimarbeit entpuppt sich als Falle

Im Zuge der Corona-Krise findet ein fundamentaler Wandel in der Arbeitsorganisation nahezu aller Unternehmen statt. Doch die Fokussierung...

DWN
Finanzen
Finanzen USA im Schuldenrausch: Neuschulden werden drastisch angehoben

Das US-Finanzministerium wird im laufenden Quartal deutlich mehr Neuschulden am Anleihemarkt aufnehmen, als ursprünglich geplant....

DWN
Politik
Politik Corona-Krise: Hunderte Belgier verklagen Bill Gates und Regierung

240 Belgier haben eine Klage gegen Bill Gates, die belgische Regierung und einen Epidemiologen eingereicht. Ihr Anwalt argumentiert, dass...

DWN
Politik
Politik US-Geopolitiker Friedman droht Merkel im Streit um Nord Stream 2

Der umstrittene US-Geopolitiker George Friedman kritisiert in einem Interview mit den Deutschen Wirtschaftsnachrichten den Umgang der...

DWN
Finanzen
Finanzen Russland und China bilden kein Militär- oder Handelsbündnis, sondern eine Finanzallianz

Viele hatten erwartet, dass Russland und China im geopolitischen Streit mit den USA ein Militärbündnis oder ein Handelsbündnis bilden...

DWN
Politik
Politik Machtvolle Symbolik: US-Sanktionsdrohung trifft direkt Merkels Wahlkreis

Die Sanktionsdrohung aus den USA gegen den deutschen Ostseehafen Sassnitz-Mukran wegen der Gaspipeline Nord Stream 2 hat einen...

DWN
Technologie
Technologie Roboter sollen künftig aufgebrachte Kunden beruhigen

Viele Kunden benehmen sich beim Kontakt mit den Unternehmen alles andere als höflich, wenn sie nicht sofort bedient werden. Eine KI soll...

DWN
Deutschland
Deutschland Pandemie schiebt Logistikmarkt für E-Commerce nach vorne

Viele Branchen werden durch die Corona-Krise erschüttert. Es gibt nur ein paar, die sogar davon profitieren. Dazu gehört der E-Commerce.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Explosion im Hafen von Beirut ist ein Schlag gegen Chinas Seidenstraße

Der Hafen von Beirut sollte aus chinesischer Sicht eine wichtige Rolle beim Aufbau der Neuen Seidenstraße und beim Handel mit Europa...

DWN
Politik
Politik Am Sonntag Anti-Corona-Demo in Dortmund

Am Sonntag findet in Dortmund die nächste Anti-Corona-Demo statt. Angemeldet wurde sie von der Gruppe "Querdenken-231".

DWN
Deutschland
Deutschland Reiche wollen denkmalgeschützte Nazi-Bauten in Luxus-Oasen umbauen

In einem Hamburger Villenviertel wurde ein denkmalgeschützter NS-Bau zur Luxus-Wohnanlage umgebaut. Dafür gibt es Kritik von Experten....

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktien der Schweizer Notenbank springen auf Rekord-Stand

Die Schweizer Notenbank hat im zweiten Quartal weiter US-Aktien gekauft und hält nun einen Rekordwert von 118,3 Milliarden Dollar....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Chinas Exporte ziehen an: Hoffnung auf Schub für Weltwirtschaft

Die Exporte Chinas sind zu Beginn des zweiten Halbjahres überraschend gestiegen und nähren Hoffnungen auf eine Belebung der...

celtra_fin_Interscroller