China wird Konkurrent von deutschen Auto-Zulieferern

 

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18.10.2018 23:48
Chinas Zulieferer befinden sich auf dem Weg in die absolute Weltspitze.
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Chinesische Autoausrüster werden für die deutschen Zulieferer zusehends zur Konkurrenz. Noch ist Deutschland die führende Zulieferer-Nation – auf der Liste der größten Autoausrüster stellt die Bundesrepublik 18 Unternehmen, mehr als jedes andere Land. Doch das Reich der Mitte holt auf. Mittlerweile sind auf der Top-100-Liste sieben chinesische Unternehmen zu finden, darunter Schwergewichte wie Huayu Automotive Systems (2017: 21,6 Milliarden Dollar Umsatz), die Wanxiang Group (17,1 Milliarden) sowie Yanfeng (14,3 Milliarden). 2017 exportierten chinesische Zulieferer Produkte im Wert von 43,4 Milliarden Dollar, was 7,6 Prozent der Ausfuhren der Gesamt-Branche entspricht. Zur Jahrtausendwende waren es noch deutlich weniger als ein Prozent, die Chinesen konnten ihren Anteil seitdem also nahezu verzehnfachen.

Auch die chinesischen Tochtergesellschaften ausländischer Zulieferer sind häufig äußerst erfolgreich. Beispielsweise „Harman China“: Das Unternehmen ist der chinesische Ableger des ehemals amerikanischen Audio-, HIFI- und Elektronik-Ausstatters „Harman International Industries“, der im März 2017 von Samsung übernommen wurde. Innerhalb von weniger als zehn Jahren (erst als amerikanisches, dann als koreanisches Tochter-Unternehmen) erhöhte Harman China seinen Umsatz von 100 Millionen auf deutlich über eine Milliarde Dollar. Dabei produziert das Unternehmen keine technisch simplen Produkte, im Gegenteil: Seine Audio- und Infotainmentsysteme gelten als ausgereift und qualitativ hochwertig.

Chinas Zulieferer profitieren natürlich auch von ihrem rasant wachsenden heimischen Markt, der mittlerweile der größte der Welt ist. 2017 wurden in China 24,8 Millionen Pkw produziert, mehr als viermal so viel wie in Deutschland (5,6 Millionen). Für die deutschen Zulieferer ist das Reich der Mitte also nicht nur die Heimat starker ausländischer Konkurrenz, es ist gleichzeitig auch der größte Expansionsmarkt. Ein Sprecher des Verbands der Automobilindustrie (VDA) sagte den Deutschen Wirtschaftsnachrichten: „Für die deutschen Zulieferer ist China nicht nur Exportmarkt, sondern vor allem auch ein wichtiger Produktionsstandort. Die deutschen Zulieferer haben in China aktuell 320 Standorte. Gegenüber dem Jahr 2010 haben sie damit ihre Präsenz um mehr als 75 Prozent ausgebaut. Sie beschäftigen mehr als 100.000 Mitarbeiter.“

Unter anderem profitieren die Deutschen vom hohen Anspruch, den die chinesische Mittelschicht beim Autokauf zunehmend an den Tag legt. So hätten beispielsweise 40 Prozent aller chinesischen Autos ein Schiebe- und Panoramadach – in Deutschland seien es lediglich etwas mehr als 30 Prozent, sagt der Vorstands-Chef des Weltmarktführers Webasto, Holger Engelmann. Das Unternehmen aus Stockdorf bei München erwirtschaftet pro Jahr mehr als eine Milliarde Euro im Reich der Mitte (also fast 30 Prozent seines Gesamtumsatzes von circa 3,5 Milliarden Euro) und plant derzeit den Bau seiner elften Fabrik in China.

Weitere Meldungen aus dem Tech-Report der DWN finden Sie hier.


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