EU stellt Schweiz Ultimatum bei Börsen-Kooperation

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
Börse  
EU  
 
Lesezeit: 1 min
06.12.2018 17:25
Die EU droht der Schweiz mit dem Rauswurf ihrer Börse aus dem europäischen Markt. Bis Freitag habe die Schweiz Zeit, sich zu entscheiden.
EU stellt Schweiz Ultimatum bei Börsen-Kooperation

Mehr zum Thema:  
Börse > EU >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Börse  
EU  

Im Streit über ein Abkommen zur Regelung des politischen Verhältnisses stellt die Europäische Union der Schweiz ein Ultimatum. Stimme die Regierung dem von Diplomaten auf beiden Seiten bereits ausgearbeiteten Vorschlag am Freitag zu, werde die EU der Schweizer Börse für weitere zwei Jahre den Marktzugang gewähren, verlautete am Donnerstag aus EU-Kreisen. Andernfalls werde die EU der SIX und anderen Handelsplätzen in dem Land die Anerkennung entziehen, berichtet Reuters.

Mit der Situation vertraute Personen sagten der Nachrichtenagentur Reuters zudem, dass momentan eine Mehrheit innerhalb der Schweizer Regierung ein sogenanntes Rahmenabkommen ablehnt, das die Beziehungen der beiden Seiten umfassend regeln soll. Der siebenköpfige Bundesrat wird voraussichtlich am Freitag dieser Woche entscheiden, ob er dem Abkommen zustimmt. Ein Regierungssprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Die Öffentlichkeit werde informiert, nachdem eine Entscheidung getroffen sei. Ein Vertreter der EU sagte: "Es ist Zeit zu handeln. Auf Zeit zu spielen, würde nichts ändern. Der Vertragsentwurf wird nicht mehr geändert."

Der Ton zwischen der EU und der Alpenrepublik hatte sich vergangene Woche verschärft. Die EU erhöhte den Druck mit der Äußerung, dass sie die Voraussetzungen für eine Verlängerung der Börsenäquivalenz - der Anerkennung der Schweizer Börsenregulierung als gleichwertig - nicht gegeben sieht. Eine solche Einschränkung hätte einen Umsatzeinbruch an der SIX zur Folge. Die Schweizer Regierung erließ deswegen ein provisorisches Handelsverbot für Schweizer Aktien in der EU ab Anfang kommenden Jahres. Die SIX ist mit einem Handelsumsatz von 1,35 Billionen Franken die viertgrößte Börse in Europa.

Hintergrund des Schlagabtauschs ist eine politische Auseinandersetzung. Seit viereinhalb Jahren verhandeln die Schweiz und die EU über ein Abkommen, das zukünftige Anpassungen der bereits bestehenden rund 120 Einzelabkommen zwischen dem Land und ihrem wichtigsten Handelspartner regeln soll. Damit müsste die Schweiz Änderungen der Regeln zum europäischen Binnenmarkt automatisch übernehmen. Doch bei der Bevölkerung, die zwar die Vorteile einer engen wirtschaftlichen Verflechtung mit dem Ausland schätzt, aber sich auch möglichst viel Unabhängigkeit bewahren will, hat ein solches Rahmenabkommen einen schweren Stand. Vor einem Inkrafttreten müssen in der Schweiz das Parlament und voraussichtlich auch die Bürger grünes Licht geben.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Börse > EU >

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Finanzelite profitiert von angeblichem Enthüllungsbericht: Frontalangriff auf die Deutsche Bank

Das Medienportal "Buzzfeed" behauptet, bisher unbekannte Verfehlungen der Deutschen Bank aufgedeckt zu haben. DWN-Kolumnist Ernst Wolff...

DWN
Politik
Politik Ein Licht im Osten, Teil eins: Warum die Weißrussen die Solidarität Europas verdienen

Der ehemalige polnische Ministerpräsident Donald Tusk ruft Europa dazu auf, die Demonstranten in Weißrussland zu unterstützen.

DWN
Politik
Politik Polen und die USA, 1. Teil: Vereint gegen Deutschland und Russland

Polen begegnet Deutschland und Russland traditionell mit Argwohn. Warschau ist längt nach Washington ausgeschwenkt, um bald eine...

DWN
Finanzen
Finanzen Coronas Erbe: Schulden, Schulden und noch mehr Schulden

Seit Jahren steigen die Schulden weltweit deutlich an. Seit Jahresbeginn sind nun alle Dämme gebrochen. Die EU hat derweil Eurobonds durch...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Nach dem Brexit: Entsteht ein neuer Handelsraum zwischen Lissabon und Wladiwostok?

Ein verstärkter Handel mit den Ländern der Eurasischen Wirtschaftsunion könnte den Brexit für Deutschland und Europa wirtschaftlich...

DWN
Finanzen
Finanzen Japans aggressive Geldpolitik ist gescheitert: Werden EZB und EU daraus lernen?

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe ist zurückgetreten, weil er mit seiner Wirtschaftspolitik gescheitert ist. EZB und EU können aus den...

DWN
Politik
Politik USA wütend: Vatikan will an Geheimabkommen mit China festhalten

Der Vatikan will an einem Geheimabkommen mit China festhalten. Doch die USA fordern vom Papst, dass dieser das Abkommen auslaufen lässt....

DWN
Deutschland
Deutschland „Photovoltaik-Sozialismus“: Ausbau der Erneuerbaren Energien geht am Verbraucher vorbei

Ein Änderungsantrag zum EEG-Gesetzt verspricht Großes für die Zukunft, macht die Eigenversorgung mit Solarstrom aber unattraktiv. Aus...

DWN
Politik
Politik Bundesregierung plant Pflicht zu CO2-freiem Kerosin im Flugverkehr

Die Bundesregierung treibt den Klimakampf schneller voran, als von der EU vorgegeben. Einem Gesetzentwurf zufolge sollen bis 2030...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Gazprom sieht bis Ende 2021 eine vollständige Erholung der Öl-Nachfrage

Nach einer Prognose von Gazprom soll sich die Ölnachfrage bis Ende des Jahres erholen.

DWN
Deutschland
Deutschland Heute Klima-Demos: Spielen Corona-Abstandsregeln keine Rolle mehr?

Heute finden deutschlandweit Klima-Demos der Initiative „Fridays for Future“ statt. Umweltministerin Schulze sagte, sie sei...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Polen baut eigene Gasleitung, kappt die Verbindung mit Russland immer mehr

Was viele Länder schon seit langem versuchen, dürfte dem größten östlichen EU-Mitglied nun gelingen: Seine Abhängigkeit vom...

DWN
Politik
Politik Salafisten bewaffnen sich: Steuert die Türkei auf einen Bürgerkrieg zu?

Berichten zufolge sollen sich Salafisten-Gruppen in der Türkei für einen Bürgerkrieg bewaffnen.

DWN
Deutschland
Deutschland Gewerkschaft will Kontaktdaten von Restaurant-Besuchern digital erfassen

Die Kellner scheuen sich, die von ihren Gästen wegen Corona anzugebenden Kontaktdaten zu kontrollieren. Daher sollte nach Ansicht der...

celtra_fin_Interscroller