Politik

Türkei informiert US-Regierung über Operation in Syrien

Lesezeit: 2 min
19.12.2018 00:22
Die Türkei und die USA stimmen sich für die neue türkische Operation in Syrien ab. Die Türkei hofft auf Gebietsgewinne an der Grenze zu Syrien.
Türkei informiert US-Regierung über Operation in Syrien

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Das US-Militär hat nach Informationen des türkischen Senders Habertürk den türkischen Streitkräften in der Nacht von Montag auf Dienstag Informationen über die Stellungen der US-Truppen im Nordosten Syriens übermittelt. Dadurch soll verhindert werden, dass die türkischen Streitkräften im Verlauf ihrer Operation im Nordosten Syriens versehentlich US-Truppen angreifen. Der Journalist Çetiner Çetin sagte: "Die Amerikaner haben den türkischen Streitkräften in der vergangenen Nacht die genauen Koordinaten über den Verbleib der US-Truppen übermittelt. Wir sehen, dass die Amerikaner diese Operation sehr ernst nehmen."

Pentagon-Sprecher Sean Robertson sagte den Deutschen Wirtschaftsnachrichten auf die Frage, ob die US-Regierung bestätigen könne, dass die US-Armee der türkischen Armee die Koordinaten der US-Truppen in Nordost-Syrien zur Verfügung gestellt hat, um einen Zusammenstoß zu verhindern: "Ich würde es nicht so charakterisieren. Die Vereinigten Staaten und die Türkei koordinieren sich aktiv in allen Fragen, die sowohl die türkische Sicherheit als auch die Situation in Nordost-Syrien betreffen, wo die US-Streitkräfte an der Kampagne zur Sicherung der dauerhaften Niederlage des IS beteiligt sind. Auf die Frage, ob die US-Armee die türkische Operation unterstütze, sagte Robertson: "Präsident Trump und Präsident Erdogan erörterten diese Fragen letzte Woche in ihrer Aufforderung sowie Sekretär Pompeo und Außenminister Cavusoglu in einem gesonderten Telefonat. Unsere beiden Länder konzentrieren sich weiterhin auf die Koordination, um den Bedrohungen der Türkei, der Region und darüber hinaus entgegenzuwirken. Wir glauben, dass wir in dieser Angelegenheit mit der Türkei Fortschritte machen."

Am Montag sagte der US-Sonderbotschafter für Syrien, James Jeffrey, auf einer Veranstaltung des Atlantic Council, dass die USA sich "der Sicherheit der Türkei verschrieben" hätten, berichtet The Hill. Die USA würden die Sorgen, die die Türkei in Bezug auf die PKK/PYD in Syrien hat, nachvollziehen können.

Der Zeitung Yeni Şafak zufolge werden an der türkischen Operation im Nordosten Syriens 14.000 Mitglieder der Freien Syrischen Armee (FSA) teilnehmen. Der Zeitung Sabah sollen davon 6.500 FSA-Kämpfer Mitglieder der Hamza-Brigade sein, die allesamt die Lehrgänge der türkischen Spezialkräfte absolviert haben. Der Kommandeur der Hamza-Brigade, Saif Abu Bakr, sagte dem Blatt: "Unser Ziel sind nicht die Amerikaner, sondern die Elemente der PKK/PYD. Das möchte ich mit aller Deutlichkeit erwähnen". Habertürk zufolge soll sich die Hamza-Brigade an der Grenze zu Tal Abyad versammelt haben.

Die türkischen Streitkräfte haben schwere Kriegsgeräte in die Stadt Akçakale verlegt. Akçakale befindet sich unweit der syrischen Region Tal Abyad. Çetin berichtet, dass Tal Abyad zu 70 Prozent von Arabern besiedelt ist, aber unter der Kontrolle der Kurden-Miliz PKK/YPG steht. Offenbar wird die Einnahme von Tal Abyad den wichtigsten Teil der türkischen Operation darstellen. Das Blatt Yeni Şafak berichtet weiterhin, dass an der Operation insgesamt 24.000 Mitglieder der türkischen Streitkräfte und der FSA teilnehmen werden. Diesen Informationen zufolge werden insgesamt 10.000 türkische Soldaten aktiv werden. Die Operation wird geleitet von Generalleutnant Metin Temel, der der Kommandeur der 2. Armee ist.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Politik
Politik NZZ-Chef: "Die Zeit der liberalen Kreuzzüge ist vorbei."

Am Sonntag wurde dem Chefredakteur der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), Eric Gujer, in der Frankfurter Paulskirche der Ludwig-Börne-Preis...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Ukraine: Getreide-Exporte im Mai weiter im Tiefflug

Seit Anfang Mai exportiert die Ukraine nur mehr rund ein Drittel des Getreides im Vergleich zum Mai 2021.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Scholz sucht im Senegal nach Gas - vom „Klimaschutz“ ist plötzlich keine Rede mehr

Die Bundesregierung sucht plötzlich händeringend nach Gas. Noch vor wenigen Monaten hatte Berlin die Afrikaner zur Abkehr von fossilen...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Eine echte Bedrohung: Cyberkrieg gegen deutsche Mittelständler

Die deutschen Mittelständler sind vermehrt Ziel von Cyberattacken ohne sich dagegen erfolgreich wehren zu können.

DWN
Politik
Politik Gegen China: USA forcieren „drastische“ Aufrüstung Japans

Washington forciert die - bislang untersagte - Aufrüstung Japans. Eine neue Wirtschaftsinitiative soll zudem zur Eindämmung Chinas...

DWN
Politik
Politik Habeck in Davos: Ungarn soll sich bei Öl-Embargo nicht zurücklehnen

"Wir sehen das Schlechteste von Europa", schmähte Habeck in einer Diskussionsrunde beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

DWN
Politik
Politik Ukraine schließt Waffenruhe aus, fordert Gebiete aus russischer Hand zurück

Der Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj betont, Kiew wolle keine Konzessionen machen, die auf Gebietsabtretungen...