2019: Zinspolitik der Fed bleibt Risiko für Ölpreise

 

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31.12.2018 17:07
Die Zinspolitik der US-Notenbank wird auch im kommenden Jahr ein Risiko für die Ölpreise darstellen.
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Dem Energiemagazin Oilprice.com zufolge wird der Ölpreis im Jahr 2019 weiteren Schwankungen unterworfen sein.

Der Ölpreis für die US-amerikanische Sorte West-Texas-Intermediate (WTI) stieg zwischen Januar und Oktober um fast 30 Prozent von 60 US-Dollar auf 78 US-Dollar pro Barrel (159 Liter). Im Dezember fiel der WTI-Preis dann auf ein Mehrjahres-Tief. WTI-Futures werden derzeit unter 45 US-Dollar gehandelt, während sich die richtungsweisende Nordseesorte Brent im Bereich von 50 bis 60 US-Dollar pro Barrel bewegt. Darüber hinaus schwanken die täglichen Ölpreise um bis zu fünf Prozent, was eine beispiellose Volatilität auf dem Markt widerspiegelt.

Das Ölangebot hängt direkt von Projekten, die zuvor finanziert wurden, von der Nachfrage, die von der Wirtschaftsleistung abhängt, und von geopolitischen Faktoren ab. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, ob sich die wirtschaftlichen, technologischen und geopolitischen Fundamentaldaten dieser Preistrends in den nächsten zwölf Monaten dramatisch verschieben werden.

Hohe Produktion in USA, Russland und Saudi-Arabien

Die großen drei Produzenten - USA, Russland und Saudi-Arabien - produzieren aktuell etwa 1,5 Millionen Barrel mehr, als die Verbraucher zu aktuellen Preisen benötigen.

Die USA sind aktuell mit 11,4 Millionen Barrel pro Tag der größte Ölproduzent der Welt, noch vor Russland und Saudi-Arabien. Dies hängt Oilprice.com zufolge mit dem Fracking-Boom zusammen.

Die großen Ölproduzenten Exxon Mobile, Chevron und Royal Dutch Shell kooperieren mittlerweile mit Fracking-Betreibern wie EOG Resources und Pioneer Natural Resources. Dies hat dazu geführt, dass die US-Produktion sich sei 2017 um zwei Millionen Barrel pro Tag erhöht hat.

Im November 2018 exportierten die USA mehr Öl und veredelte Produkte, als sie kauften, und wurden damit erstmals seit 1991 zum Nettoexporteur. Fortschritte in der Explorations- und Produktionstechnologie (E & P) - insbesondere in den Bereichen Big Data, maschinelles Lernen und Automatisierung - haben zu enormen Effizienzsteigerungen und niedrigeren Break-Even-Preisen (BEP) für amerikanische Hersteller geführt, insbesondere im Schieferöl-Bereich. Der BEP muss so hoch sein, dass er die variablen Kosten je Stück sowie die fixen Kosten je Stück deckt.

Die Produktion ist so enorm angestiegen, dass in Gegenden wie dem Permischen Becken, in dem eine massive Neuentdeckung an Öl angekündigt wurde, nicht genügend Pipeline-Kapazitäten vorhanden sind, um das Potenzial vollständig auszuschöpfen.

Die OPEC Plus-Staaten, die aus den OPEC-Staaten und Erdölproduzenten, die keine Mitglieder der OPEC sind, produzieren 55 Prozent des weltweiten Öls. Allerdings konnten die OPEC Plus-Staaten keine Stabilisierung des Ölpreises herbeiführen. Insbesondere war Saudi-Arabien nicht imstande, Drosselungen vorzunehmen, die zu einer Stabilisierung des Ölpreises auf etwa 70 US-Dollar führen sollten.

Die meisten OPEC-Mitglieder würden von einem stabilen Marktpreis in der Preisspanne von 70 bis 90 US-Dollar pro Barrel profitieren: hoch genug, um die nationalen fiskalischen Verpflichtungen zu erfüllen.

Im Verlauf des Jahres haben die Sanktionen gegen den Iran, die wirtschaftliche Implosion Venezuelas und der plötzliche Austritt Katars aus der OPEC die Preissetzungsfähigkeit der OPEC und OPEC Plus beeinträchtigt.

Die OPEC stimmte schließlich einer Drosselung von 1,2 Millionen Barrel pro Tag bei der letzten Sitzung in Wien zu. Allerdings bleibt abzuwarten, ob alle Parteien an den Kürzungen festhalten, ohne "zu schummeln". Zudem bleibt unklar, ob die Kürzung beträchtlich genug ist, um größeren makroökonomischen Kräften entgegenzuwirken.

Ein überversorgter Markt wird durch ein verlangsamtes Wachstum und eine nahezu weltweite Rezession verschärft. Die steigenden Ölimporte Chinas und Indiens konnten den sinkenden Verbrauch in anderen Schwellenländern nicht ausgleichen.

Risiko durch Zinspolitik der Fed

Die Ansteckungsgefahr des Marktes breitet sich aus, dämpft die Nachfrage der Nicht-OECD-Länder und setzt die Preise weiter unter Druck. Auch die Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed haben den Ölpreisrückgang beschleunigt. Höhere Zinssätze verteuern den Dollar. Da das Öl in US-Dollar gepreist wird, schadet ein stärkerer US-Dollar der internationalen Nachfrage nach Rohöl - vor allem, da in bestimmten Volkswirtschaften Abwertungen ihrer Währungen auftreten.

Die US-Währungshüter schraubten den Leitzins Mitte Dezember 2018 wie erwartet zum vierten Mal in diesem Jahr in die Höhe - und zwar um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 2,25 bis 2,5 Prozent. “Anleger hätten sich eine größere Zurückhaltung der Fed bei den Zinserhöhungsplänen für 2019 gewünscht, weil die Weltwirtschaft immer mehr schwächelt”, sagte Salman Ahmed, Anlagestratege beim Vermögensverwalter Lombard Odier, dem englischsprachigen Dienst der Nachrichtenagentur Reuters. “Anleger glauben nicht daran, dass die geplanten Förderkürzungen der Opec und Russlands zu der gewünschten Angebotsverknappung und damit zu steigenden Preisen führen”, so der Chefanalyst John Kilduff vom Brokerhaus Again Capital Management in New York.

Höhere Zinssätze könnten auch die Wirtschaftstätigkeit bremsen: Die Kreditaufnahme wird teurer und die Verschuldung erhöht sich. Dies könnte zu einer weiteren Verlangsamung des Weltwirtschafts-Wachstums führen und die Nachfrage nach Öl unterbieten.

Die makroökonomischen Indikatoren zeigen, dass im kommenden Jahr die Gefahr einer weltweiten Rezession eintreten könnte. Das Wachstum in der OECD wird 2019 voraussichtlich um 0,1 Prozent schrumpfen, während das weltweite Wachstum um 0,2 Prozent von 3,7 Prozent auf 3,5 Prozent zurückgehen könnte.

Doch den größten Einflussfaktor auf die Ölpreise werden geopolitische Turbulenzen darstellen. Oilprice.com argumentiert, dass US-Präsident Trumps Absicht, alle 2.000 US-amerikanischen Truppen aus Syrien und 7.000 aus Afghanistan zurückzuziehen, zu schwerwiegenden Folgen für die Sicherheit und Stabilität in der Region haben wird. Das daraus resultierende Machtvakuum werde dazu führen, dass Russland und der Iran versuchen werden, sich in der Region durchzusetzen. Ein Krieg zwischen Israel, Iran und Syrien sei ebenfalls nicht unwahrscheinlich. Dies würde zweifellos die Ölpreise in die Höhe schießen lassen, besonders wenn der Iran seine Drohungen durchführt, um die Straße von Hormuz zu blockieren.

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