Finanzen

Türkische Lira verzeichnet erneut deutliche Verluste

Lesezeit: 1 min
08.01.2019 15:02
Die türkische Lira hat deutliche Verluste verzeichnet, nachdem die Weigerung von Staatschef Erdogan bekannt wurde, den US-Gesandten Bolton zu treffen.
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Die türkische Landeswährung Lira verzeichnete am Dienstag deutliche Verluste zum Dollar. Der Kurs sackte um fast 2 Prozent auf 5,49 Lira ab, nachdem bekannt wurde, dass der türkische Präsident Recep Erdogan den US-Sicherheitsberater John Bolton bei dessen Reise in die Türkei nicht treffen werde.

Stattdessen hat Erdogan die Forderungen der USA nach Garantien zum Schutz der syrischen Kurden in einer Rede vor dem Parlament scharf zurückgewiesen. Die Äußerungen des US-Sicherheitsberaters John Bolton zu den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) seien "nicht zu akzeptieren", sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag während Boltons Besuch in Ankara. Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin sagte nach einem Gespräch mit Bolton, es habe keine Zusicherungen zur YPG gegeben.

Der Berater von US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag bei einem Besuch in Israel den angekündigten US-Truppenabzug davon abhängig gemacht, dass die Sicherheit ihrer kurdischen Verbündeten garantiert werde und die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nicht wieder erstarken könne. Die USA unterstützen die YPG-Miliz trotz der Kritik der Türkei seit Jahren im Kampf gegen die IS-Miliz mit Waffen und Luftangriffen.

"Es ist unmöglich, Boltons Botschaft aus Israel zu schlucken oder zu akzeptieren", sagte Erdogan nun vor Abgeordneten seiner Partei in Ankara. "Wir werden sehr bald zur Tat schreiten, um die Terrorgruppen in Syrien zu neutralisieren", kündigte er an. Die Türkei betrachtet die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation und ist wiederholt militärisch gegen sie vorgegangen.

Seit Mitte Dezember droht Erdogan immer wieder mit einer neuen Offensive gegen die YPG-Gebiete in Nordsyrien. Kurz vor Weihnachten kündigte Trump dann überraschend an, alle US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, da die IS-Miliz dort besiegt sei. Die Türkei begrüßte diese Ankündigung, doch nach Kritik von Mitarbeitern und Verbündeten relativierte Trump inzwischen seine Ankündigung eines sofortigen Abzugs wieder.

"Wir werden in einem vernünftigen Tempo abziehen und zugleich weiter ISIS bekämpfen und alles tun, das klug und notwendig ist", schrieb Trump am Montag auf Twitter. Im Fall eines voreiligen Abzugs wurde befürchtet, dass die IS-Miliz ihre Kräfte neu sammeln könne. Zudem wurde gewarnt, dass die USA mit einem Abzug die syrischen Kurden der Türkei ausliefern, und dem Iran und Russland das Feld in Syrien überlassen würden.

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