Gehalts-Atlas: Löhne in Hessen am höchsten

 

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05.02.2019 17:39
Die höchsten Durchschnittslöhne gibt es in Hessen. Bei den Städten liegt Stuttgart vorne. Die neuen Bundesländer weisen noch immer beträchtlich geringere Gehälter auf.
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Aus dem „Gehaltsatlas 2019“ von Gehalt.de geht hervor, dass es weiterhin hohe Unterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern gibt.

Hessen, Baden-Württemberg und Hamburg dominieren

Hessen ist auch in diesem Jahr das Bundesland mit den lukrativsten Gehältern in Deutschland. Das Gehaltsniveau für Beschäftigte liegt hier 14,1 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Damit hat Hessen seinen Vorsprung im Vergleich zum Vorjahr um weitere 1,4 Prozentpunkte ausgebaut. Es folgen Baden-Württemberg mit einem Plus von 8,6 Prozent und Hamburg mit 5,9 Prozent. Bayern rutscht in diesem Jahr auf den vierten Platz mit 5,1 Prozent mehr Gehalt.

Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern verdienen laut Studie dagegen am wenigsten. Hier bewegen sich die Gehälter 24 Prozent unter dem Durchschnitt. Brandenburg und Sachsen-Anhalt kommen auf jeweils 21 Prozent weniger Lohn.

Zudem ist Hessen für akademische Berufseinsteiger oder Ausgelernte ein attraktives Bundesland. Akademiker erhalten hier zum Karrierestart ein Bruttojahresgehalt von durchschnittlich 52.657 Euro. Nach ihrer Lehre verdienen junge Beschäftigte in Hessen im Schnitt 35.117 Euro. Zum Vergleich: Ein Akademiker in Mecklenburg-Vorpommern bezieht in seinen ersten Berufsjahren ein Durchschnittsgehalt von 35.057 Euro.

Städtevergleich: Stuttgart, München und Düsseldorf am attraktivsten

Im Ranking der Landeshauptstädte liegt Stuttgart mit einem Plus von 24,8 Prozent an erster Stelle. Es folgen München mit 24,4 Prozent und Düsseldorf mit 17,7 Prozent. „Stuttgart bietet sehr attraktive Perspektiven für Fach- und Führungskräfte. Die Stadt ist berühmt für ihre ausgeprägte Luft- und Raumfahrt- sowie Automobilbranche“, sagt Philip Bierbach, Geschäftsführer von Gehalt.de.

Zu den Schlusslichtern in der Erhebung gehören Erfurt (-15,6 Prozent), Potsdam (-15,8 Prozent) und Schwerin (-21,7 Prozent).

Berlin als Spitzenreiter unter den östlichen Bundesländern

Die Hauptstadt Berlin erreicht mit 94,5 Prozent im Vergleich zu den übrigen östlichen Bundesländern ein hohes Gehaltsniveau. Beschäftigte beziehen hier ein durchschnittliches Einkommen in Höhe von 42.525 Euro. In allen restlichen neuen Bundesländern verdienen Arbeitnehmer im Schnitt weniger als 37.000 Euro. „Die Attraktivität Berlins führt zu immer höheren Mietpreisen und einem steigenden Pendleraufkommen in der Hauptstadt. Vor einem berufsbedingten Umzug sollte deshalb jeder auch die Lebenshaltungskosten einkalkulieren“, so Bierbach weiter.

Gehälter im Osten steigen langsam

Trotz der noch hohen Lohnunterschiede kommen sich der Osten und der Westen näher. Dies zeigt der Blick auf die Gehaltsentwicklung. Einer Untersuchung aus dem Jahr 2017 zufolge betrug die Lohndifferenz damals noch 25,2 Prozent. Laut der vorliegenden Analyse ist sie bis heute um 1,3 Punkte auf 23,9 Prozent geschrumpft.

Darüber hinaus verzeichnen die neuen Bundesländer die stärksten positiven Veränderungen. Den größten Sprung erlebt Sachsen-Anhalt mit einem Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gehälter in Brandenburg steigen um 2,7 Prozent und die in Mecklenburg-Vorpommern um 2,4 Prozent. „Die Gehälter im Osten und Westen gleichen sich an, wenn auch langsam. Die sinkende Arbeitslosenquote in den neuen Bundesländern und die steigende Attraktivität von Städten wie Berlin, Dresden und Leipzig tragen zu einer positiven Gehaltsentwicklung bei“, erklärt Bierbach.

Entgeltlücke in Baden-Württemberg am höchsten

Auch die Entgeltlücke zwischen den Geschlechtern verringert sich in den Bundesländern immer stärker. In Mecklenburg-Vorpommern ist sie mit 16,4 Prozent am niedrigsten und damit im Vergleich zum Vorjahr um 2,7 Prozent gefallen. Den höchsten Gender Pay Gap gibt es in Baden-Württemberg, hier unterscheiden sich die Gehälter von Frauen und Männern um 26,5 Prozent. „Einkommensstarke Bundesländer wie Bayern oder Baden-Württemberg weisen in der Regel auch eine hohe Entgeltlücke auf, da die Gehaltsschere hier insgesamt stärker auseinander geht“, so Bierbach abschließend. Anmerkung: Es handelt sich um die unbereinigte Entgeltlücke, bei der viele relevante Faktoren unberücksichtigt bleiben.

Für die Studie hat das Vergleichsportal 492.171 Datensätze aus den vergangenen 12 Monaten analysiert.

 


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