Deutschland

Deutsche Banken erschweren zunehmend Geschäfte mit Bargeld

Lesezeit: 1 min
11.03.2019 17:31
Die Banken in Deutschland verstärken ihre Anstrengungen gegen Geschäfte mit Bargeld. Sie wollen erreichen, dass an der Ladenkasse elektronisch bezahlt wird, so wie in anderen Ländern auch.
Deutsche Banken erschweren zunehmend Geschäfte mit Bargeld

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Der Trend zum Bezahlen mit Karte statt mit Bargeld hält auch in Deutschland an - wenn auch in weit geringerem Umfang als in anderen Ländern in Europa. Grund für diese Entwicklung sind nicht zuletzt die steigenden Gebühren für Geschäfte mit Bargeld, die von deutschen Banken erhoben werden.

So konnte man bis vor wenigen Jahren noch Bareinzahlungen auf ein deutsches Konto vornehmen, was heute immer weniger möglich ist. Zwar erlauben einige Banken ihren Kunden weiterhin Bareinzahlungen auf das eigene Konto.

Doch auf Bankkonten anderer Personen kann man in der Regel nur noch bei der Postbank einzahlen. Allerdings berechnet diese hundertprozentige Tochter der Deutschen Bank dafür 15 Euro Gebühr.

Die Einzahlung von Münzgeld ist nur noch bei der Deutschen Bundesbank kostenlos, wo man auch noch D-Mark in Euro umtauschen kann. Allerdings ist die Zahl der Filialen von bundesweit 129 im Jahr 2000 auf heute 35 gesunken, berichtet Heise.

Wenn in den Bankfilialen noch Kassen zur Annahme von Bargeld vorhanden sind, so läuft die Einzahlung heute meist über Geldautomaten, die nicht mehr von den Instituten selbst, sondern von externen Dienstleistern wie Prosegur oder Loomis bewirtschaftet werden.

Die Banken betrachten die Automaten derzeit vor allem als einen Service für ihre eigenen Kunden und für die Kunden von verbundenen Instituten. Die Kunden anderer Banken müssen für das Abheben etwa 2 bis 5 Euro an Gebühren zahlen.

Als Alternative kann man heute in vielen Supermärkten Geld vom eigenen Konto abheben, was den Bedarf nach Bankautomaten weiter reduziert. Wenn man mindestens für 10 Euro einkauft, kann man etwa bei REWE gebührenfrei bis zu 200 Euro abheben.

Zudem sind Bankautomaten heute oft zwischen Mitternacht und 6 Uhr früh gesperrt. Grund sind vor allem die Kosten, die mit der Bereitstellung von Sicherheit in diesem Zeitraum verbunden sind, wenn sowieso nur wenige Kunden den Service nutzen.

Die Banken sagen, dass sie wegen der Niedrigzinspolitik der EZB kaum noch Profite oder gar Verluste mit der Bereitstellung von Girokonten machen und sich daher den Umgang mit Bargeld für ihre Kunden kaum noch leisten können.

Auf der anderen Seite sind einige Institute schon vor Jahren dazu übergegangen, für sich selbst Bargeld in Tresoren zu lagern. Denn die damit verbundenen Kosten sind niedriger als die Strafzinsen auf den Konten bei der Europäischen Zentralbank.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Weniger Administration, mehr Innovation: Digitale bAV-Verwaltung schafft Raum für Neues

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Politik
Politik Ende der Ära Merkel: Wie die Welt den Regierungswechsel sieht

Kanzlerin Merkel verabschiedet sich von der Weltbühne. Bei ihrem letzten G20-Gipfel in Rom hat sie mit Finanzminister Scholz schon ihren...

DWN
Finanzen
Finanzen Corona-Krisenprogramm der EZB wird im März 2022 enden

Das Corona-Krisenprogramm PEPP der EZB wird aus Sicht von EZB-Chefin Christine Lagarde im ersten Quartal des kommenden Jahres enden.

DWN
Finanzen
Finanzen Schutz vor Hyperinflation? Goldbefürworter Peter Schiff warnt Anleger vor Bitcoin

Der US-Ökonom Peter Schiff warnt Anleger davor, Bitcoins zu kaufen, um sich vor einer Hyperinflation zu schützen. Er meint, Gold sei die...

DWN
Finanzen
Finanzen Der neue Bitcoin-ETF ist eine Falle – wie einst der erste Gold-ETF

Der erste Bitcoin-ETF hat den Handel aufgenommen. Doch der Goldexperte Tom Luongo warnt Anleger. Denn er kennt diese Falle aus dem...

DWN
Deutschland
Deutschland Elektro-Busse lösen bundesweit schwere Brände aus

In den vergangenen Wochen hat die Selbstentzünding von E-Bussen in mehreren deutschen Städten schwere Brandkatastrophen ausgelöst.

DWN
Politik
Politik Lagebericht Syrien: Russland zerstört Hauptquartier türkischer Söldner, Ankara bereitet Großangriff auf US-Verbündete vor

Während die türkische Armee einen neuen Feldzug gegen US-Verbündete in Syrien vorbereitet, verstärkt Russland den Druck auf die...

DWN
Deutschland
Deutschland Bayern: Volksbegehren für Auflösung des Landtages scheitert

Ein Volksbegehren zur Auflösung des Landtages und der Ausrufung von Neuwahlen wurde von den Bayern nicht angenommen.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Logistiker Dachser greift ab 2022 vollständig auf Ökostrom zurück

Viele Industrieunternehmen stehen derzeit unter Druck und überlegen, ihre Strategie beim Stromeinkauf zu ändern. Doch einem deutschen...